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voestalpine: Direkte Auswirkungen potenzieller US-Strafzölle überschaubar - 1,375% Senior-Anleihe kaufen!
06.03.18 10:30
Raiffeisen Bank International AG
Wien (www.anleihencheck.de) - Die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI) halten die direkten Auswirkungen einer potenziell restriktiveren US-Handelspolitik für die voestalpine AG auf Basis einer ersten Einschätzung für beherrschbar und bestätigen damit ihre Kaufempfehlung für die 1,375% voestalpine 2024er Senior-Anleihe (ISIN AT0000A1Y3P7 / WKN A19PQR).
Aus Sicht der Analysten würden besonders drei Gründe dafür sprechen, dass das Thema zwar ernst genommen werden sollte, die aktuelle Reaktion Marktreaktion vorwiegend bei nachrangigen Finanzierungsinstrumenten - zumindest zum jetzigen Zeitpunkt - leicht übertrieben erscheine:
Erstens das Exposure: Nach Angaben von CEO Wolfgang Eder habe die voestalpine zuletzt Umsatzerlöse in Höhe von rund EUR 1 Mrd. in den USA generiert. Davon würden rund zwei Drittel auf inländische Wertschöpfung an den 49 Standorten entfallen, lediglich ein Drittel auf Exporte. Bezogen auf die zuletzt berichteten GJ-Zahlen (2016/17) entspreche das potenzielle Exposure damit lediglich rund 3% des Gesamtumsatzes.
Zweitens das Produktportfolio: Klassische Exportprodukte fänden sich, angefangen von Grob- und Röhrenblechen über Werkzeugstahl bis hin zu Nahtlosrohren für die Gas Exploration, zwar in allen Divisionen wieder. Aufgrund des breit gefächerten Produktportfolios - die voestalpine werde in ihrer Kapitalmarktkommunikation nicht Müde zu betonen kein klassischer Stahlhersteller zu sein - erscheine es aber unrealistisch, dass alle Erzeugnisse des Unternehmens von Zöllen betroffen wären. Nach Ansicht der Analysten der RBI dürften sich besonders höherwertige Produkte weniger leicht von inländischen Herstellern substituieren lassen, sodass das tatsächliche direkte Exposure nochmals niedriger lägen dürfte.
Drittens die Sanktionierungslogik: Noch 2013 habe Barack Obama die Investitionen der voestalpine in einer Rede ausdrücklich begrüßt. Immerhin habe das Unternehmen in der Folge mit dem Bau des HBI-Werkes in Corpus Christi die größte Direktinvestition eines österreichischen Unternehmens in den USA getätigt. Nachdem US-Präsident Donald Trump für sich selbst das Motto "Jobs Jobs Jobs" ausgerufen habe und ausländische Investitionen ausdrücklich begrüße, würden die Analysten Unternehmen, die jüngst weniger Engagement bei Investitionen in den USA gezeigt hätten, potenziell gefährdeter sehen.
Wenngleich die Analysten der RBI das direkte Exposure einer potenziell restriktiveren US-Handelspolitik für die voestalpine eher gering einschätzen, steht außer Frage, dass es mittelfristig auch indirekt zu negativen Effekten kommen könnte. Die Analysten sähen das Unternehmen aber auch hier aufgrund des globalen Fertigungsverbundes und des hochwertigen Produktportfolios tendenziell gut aufgestellt. Bereits vor einem Jahr habe die voestalpine zudem eine "Taskforce USA" errichtet, um sich frühzeitig mit dem Thema zu befassen.
Die Analysten der RBI gehen davon aus, dass voestalpine in den kommenden Wochen selbst Fakten schaffen und den Markt nach einer eingehenden Prüfung noch näher informieren wird, halten Stand heute aber unverändert an ihrer Kaufempfehlung für die 2024er Senior-Anleihe fest. (Ausgabe vom 05.03.2018) (06.03.2018/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
Aus Sicht der Analysten würden besonders drei Gründe dafür sprechen, dass das Thema zwar ernst genommen werden sollte, die aktuelle Reaktion Marktreaktion vorwiegend bei nachrangigen Finanzierungsinstrumenten - zumindest zum jetzigen Zeitpunkt - leicht übertrieben erscheine:
Erstens das Exposure: Nach Angaben von CEO Wolfgang Eder habe die voestalpine zuletzt Umsatzerlöse in Höhe von rund EUR 1 Mrd. in den USA generiert. Davon würden rund zwei Drittel auf inländische Wertschöpfung an den 49 Standorten entfallen, lediglich ein Drittel auf Exporte. Bezogen auf die zuletzt berichteten GJ-Zahlen (2016/17) entspreche das potenzielle Exposure damit lediglich rund 3% des Gesamtumsatzes.
Drittens die Sanktionierungslogik: Noch 2013 habe Barack Obama die Investitionen der voestalpine in einer Rede ausdrücklich begrüßt. Immerhin habe das Unternehmen in der Folge mit dem Bau des HBI-Werkes in Corpus Christi die größte Direktinvestition eines österreichischen Unternehmens in den USA getätigt. Nachdem US-Präsident Donald Trump für sich selbst das Motto "Jobs Jobs Jobs" ausgerufen habe und ausländische Investitionen ausdrücklich begrüße, würden die Analysten Unternehmen, die jüngst weniger Engagement bei Investitionen in den USA gezeigt hätten, potenziell gefährdeter sehen.
Wenngleich die Analysten der RBI das direkte Exposure einer potenziell restriktiveren US-Handelspolitik für die voestalpine eher gering einschätzen, steht außer Frage, dass es mittelfristig auch indirekt zu negativen Effekten kommen könnte. Die Analysten sähen das Unternehmen aber auch hier aufgrund des globalen Fertigungsverbundes und des hochwertigen Produktportfolios tendenziell gut aufgestellt. Bereits vor einem Jahr habe die voestalpine zudem eine "Taskforce USA" errichtet, um sich frühzeitig mit dem Thema zu befassen.
Die Analysten der RBI gehen davon aus, dass voestalpine in den kommenden Wochen selbst Fakten schaffen und den Markt nach einer eingehenden Prüfung noch näher informieren wird, halten Stand heute aber unverändert an ihrer Kaufempfehlung für die 2024er Senior-Anleihe fest. (Ausgabe vom 05.03.2018) (06.03.2018/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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