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VPI-Inflation für Februar in den USA im Fokus
11.03.24 09:27
Raiffeisen Bank International AG
Wien (www.anleihencheck.de) - Diese Woche wird in den USA ein besonderes Augenmerk auf der Veröffentlichung der VPI-Inflation für Februar liegen, insbesondere da diese die letzten Inflationszahlen vor dem nächsten Meeting der Federal Reserve am 20. März enthalten wird, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).
Zurückblickend habe die Januar-Veröffentlichung mit einer negativen Überraschung aufgewartet. So sei die Gesamtinflationsrate weniger stark als erwartet gefallen, während die Kerninflation sogar auf dem Dezember-Niveau stagniert habe. Dieser Entwicklung habe eine zunehmende Inflationsdynamik bei den Kerndienstleistungen zugrunde gelegen, während von den Kerngütern weiterhin ein abnehmender Inflationsdruck ausgegangen sei. Die Wohnkosten hätten sich abermals als besonderer Preistreiber erwiesen, aber auch andere Segmente (u.a. Transport und medizinische Versorgung) hätten einen erhöhten Preisdruck aufgewiesen.
Bezüglich der anstehenden Veröffentlichung stelle sich also die Frage, ob sich dieses Muster wiederholen werde, oder ob sich die Inflationsdynamik wieder mehr in die Gegenrichtung bewege. Aktuell vorhandene Konsensschätzungen würden auf eine Stagnation der Gesamtinflationsrate bei 3,1% p.a. hinweisen, während bei der Kerninflation ein Rückgang von 3,9% p.a. auf 3,7% p.a. zu Buche stehe - diese Schätzungen seien auf einer Linie mit dem Inflations-Nowcast der Cleveland FED. Die zugrundeliegenden angenommenen monatlichen Wachstumsraten (Gesamtinflation: 0,4%; Kerninflation: 0,3%) wären in diesem Falls abermals höher als die niedrigen Werte zum Jahresende 2023.
Mit den Einzelhandelsumsätzen und der Industrieproduktion (beide für Februar) stünden des Weiteren noch Datenpunkte zur aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung der USA auf der Agenda. Die Einzelhandelsumsätze seien im Januar sowohl in nomineller (-0,8% p.m.) als auch in realer (-1,1% p.m.) Betrachtung gefallen, was zu einem gewissen Ausmaß wohl auch durch das vorherrschende Wetter getrieben gewesen sei (warmer Dezember, kalter Januar). Für Februar würden aktuelle Schätzungen von einem Zuwachs in Höhe von 0,5% p.m. ausgehen.
Auch der Rückgang der Industrieproduktion im Januar in Höhe von -0,1% p.m. sei wohl vom kalten Wetter mitbeeinflusst gewesen, allerdings erwarte der Konsens hier mit 0% p.m. für Februar keinen klaren Aufschwung. Auch in der Eurozone würden Zahlen zur Industrieproduktion erscheinen, allerdings würden sich diese noch auf den Januar beziehen. Im Dezember sei das tatsächliche Monatswachstum der Industrieproduktion mit 2,6% weit über den Konsenserwartungen von -0,2% zu liegen gekommen, was zu einem Teil durch Einmaleffekte zu erklären sei. Die Analysten würden für Januar eine Verringerung im Vormonatsvergleich in Höhe von -2,1% erwarten.
Die Zinssitzung der EZB sei keine Überraschung in Bezug auf etwaige Beschlüsse - die Leitzinsen seien unverändert geblieben - sondern in Bezug auf gesetzte Signale gewesen. Die wichtigste Erkenntnis sei gewesen, dass eine Zinssenkung im Juni das Basisszenario des EZB-Rates zu sein scheine. Die Prognosen für das Wirtschaftswachstum und die Inflation seien gesenkt worden, und der Disinflationstrend werde als intakt angesehen, obwohl der inländische Inflationsdruck weiterhin hoch sei.
Seit der Pressekonferenz von Lagarde hätten sich auch die nationalen Zentralbanken zu Wort gemeldet. Bundesbankpräsident Nagel habe erklärt, dass eine Zinssenkung noch vor der Sommerpause erfolgen könnte (aber wohl nicht im April), und der Präsident der Banque de France, Villeroy de Galhau, halte eine Zinssenkung im Frühjahr (April oder Juni) für "sehr wahrscheinlich".
Die Mitglieder des EZB-Rates würden also recht offen über Zinssenkungen sprechen. Die Analysten würden ihre Prognose einer ersten Zinssenkung im Juni durch die Signale der EZB bestätigt sehen. Während sie nun mehr Klarheit über den Beginn des Zinssenkungszyklus hätten, sei das Tempo, in dem er stattfinden werde, jedoch immer noch mit Unsicherheit behaftet.
Auch in den USA hätten die Gespräche der Zentralbanken im Mittelpunkt gestanden. Vergangene Woche hätten zwei Anhörungen des FED-Vorsitzenden Powell im Kongress stattgefunden. Die Kernbotschaft sei ähnlich wie die der EZB: Die Disinflation sei intakt, es müsse aber noch mehr Vertrauen aufgebaut werden, eine erste Zinssenkung sei aber nicht mehr weit. Damit scheine Powell keine Inflationsrisiken durch die immer noch robuste US-Wirtschaft zu befürchten.
An den Märkten hätten die Signale beider Zentralbanken zu einem Rückgang der Benchmark-Renditen geführt. Benchmark-Renditen seien seit zwei Wochen rückläufig, was gut zu der Kaufempfehlung der Analysten passe. Auch der Euro habe in diesem Zeitraum aufgewertet. EUR/USD werde derzeit wieder über 1,09 gehandelt und folge damit weitgehend der Entwicklung der Renditen im bisherigen Jahresverlauf. Sowohl bei den Benchmark-Renditen als auch bei EUR/USD lägen die aktuellen Werte sehr nahe an den Prognosen der Analysten für das erste Quartal, und mit Blick auf ihre Prognosen für das zweite Quartal würden die Analysten davon ausgehen, dass der Markt dem aktuellen Trend noch etwas länger folgen könnte. (Ausgabe vom 08.03.2024) (11.03.2024/alc/a/a)
Zurückblickend habe die Januar-Veröffentlichung mit einer negativen Überraschung aufgewartet. So sei die Gesamtinflationsrate weniger stark als erwartet gefallen, während die Kerninflation sogar auf dem Dezember-Niveau stagniert habe. Dieser Entwicklung habe eine zunehmende Inflationsdynamik bei den Kerndienstleistungen zugrunde gelegen, während von den Kerngütern weiterhin ein abnehmender Inflationsdruck ausgegangen sei. Die Wohnkosten hätten sich abermals als besonderer Preistreiber erwiesen, aber auch andere Segmente (u.a. Transport und medizinische Versorgung) hätten einen erhöhten Preisdruck aufgewiesen.
Bezüglich der anstehenden Veröffentlichung stelle sich also die Frage, ob sich dieses Muster wiederholen werde, oder ob sich die Inflationsdynamik wieder mehr in die Gegenrichtung bewege. Aktuell vorhandene Konsensschätzungen würden auf eine Stagnation der Gesamtinflationsrate bei 3,1% p.a. hinweisen, während bei der Kerninflation ein Rückgang von 3,9% p.a. auf 3,7% p.a. zu Buche stehe - diese Schätzungen seien auf einer Linie mit dem Inflations-Nowcast der Cleveland FED. Die zugrundeliegenden angenommenen monatlichen Wachstumsraten (Gesamtinflation: 0,4%; Kerninflation: 0,3%) wären in diesem Falls abermals höher als die niedrigen Werte zum Jahresende 2023.
Mit den Einzelhandelsumsätzen und der Industrieproduktion (beide für Februar) stünden des Weiteren noch Datenpunkte zur aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung der USA auf der Agenda. Die Einzelhandelsumsätze seien im Januar sowohl in nomineller (-0,8% p.m.) als auch in realer (-1,1% p.m.) Betrachtung gefallen, was zu einem gewissen Ausmaß wohl auch durch das vorherrschende Wetter getrieben gewesen sei (warmer Dezember, kalter Januar). Für Februar würden aktuelle Schätzungen von einem Zuwachs in Höhe von 0,5% p.m. ausgehen.
Die Zinssitzung der EZB sei keine Überraschung in Bezug auf etwaige Beschlüsse - die Leitzinsen seien unverändert geblieben - sondern in Bezug auf gesetzte Signale gewesen. Die wichtigste Erkenntnis sei gewesen, dass eine Zinssenkung im Juni das Basisszenario des EZB-Rates zu sein scheine. Die Prognosen für das Wirtschaftswachstum und die Inflation seien gesenkt worden, und der Disinflationstrend werde als intakt angesehen, obwohl der inländische Inflationsdruck weiterhin hoch sei.
Seit der Pressekonferenz von Lagarde hätten sich auch die nationalen Zentralbanken zu Wort gemeldet. Bundesbankpräsident Nagel habe erklärt, dass eine Zinssenkung noch vor der Sommerpause erfolgen könnte (aber wohl nicht im April), und der Präsident der Banque de France, Villeroy de Galhau, halte eine Zinssenkung im Frühjahr (April oder Juni) für "sehr wahrscheinlich".
Die Mitglieder des EZB-Rates würden also recht offen über Zinssenkungen sprechen. Die Analysten würden ihre Prognose einer ersten Zinssenkung im Juni durch die Signale der EZB bestätigt sehen. Während sie nun mehr Klarheit über den Beginn des Zinssenkungszyklus hätten, sei das Tempo, in dem er stattfinden werde, jedoch immer noch mit Unsicherheit behaftet.
Auch in den USA hätten die Gespräche der Zentralbanken im Mittelpunkt gestanden. Vergangene Woche hätten zwei Anhörungen des FED-Vorsitzenden Powell im Kongress stattgefunden. Die Kernbotschaft sei ähnlich wie die der EZB: Die Disinflation sei intakt, es müsse aber noch mehr Vertrauen aufgebaut werden, eine erste Zinssenkung sei aber nicht mehr weit. Damit scheine Powell keine Inflationsrisiken durch die immer noch robuste US-Wirtschaft zu befürchten.
An den Märkten hätten die Signale beider Zentralbanken zu einem Rückgang der Benchmark-Renditen geführt. Benchmark-Renditen seien seit zwei Wochen rückläufig, was gut zu der Kaufempfehlung der Analysten passe. Auch der Euro habe in diesem Zeitraum aufgewertet. EUR/USD werde derzeit wieder über 1,09 gehandelt und folge damit weitgehend der Entwicklung der Renditen im bisherigen Jahresverlauf. Sowohl bei den Benchmark-Renditen als auch bei EUR/USD lägen die aktuellen Werte sehr nahe an den Prognosen der Analysten für das erste Quartal, und mit Blick auf ihre Prognosen für das zweite Quartal würden die Analysten davon ausgehen, dass der Markt dem aktuellen Trend noch etwas länger folgen könnte. (Ausgabe vom 08.03.2024) (11.03.2024/alc/a/a)
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| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 17.04./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


