USA: VPI-Inflationsdaten für April im Fokus


13.05.24 08:51
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Das Hauptaugenmerk wird in den USA auf dem Erscheinen der VPI-Inflationsdaten für April liegen, insbesondere nachdem die Inflation im gesamten ersten Quartal ein unangenehm hohes Momentum aufgewiesen hat, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Die Preissteigerungsdaten der nächsten Monate würden zeigen, ob der Inflationsdruck wieder etwas abnehme, oder ob er weiterhin auf einem Niveau verweile, welches nicht im Einklang mit dem 2%-Ziel der Federal Reserve stehe. Außerdem bleibe abzuwarten, inwiefern sich der vorübergehende Anstieg der Ölpreise Mitte April (vor dem Hintergrund der Spannungen im Nahen Osten) auf die Inflation ausgewirkt habe.

Während die Konsensschätzungen für die Gesamtinflation aktuell ein Monatswachstum von 0,3% (März: 0,4%) prognostizieren würden, weise der Nowcast der Cleveland FED mit 0,4% p.m. ein stagnierendes Wachstum aus. Bezüglich der Kernrate, welche für den Entscheidungsprozess der Federal Reserve sogar als wichtiger zu betrachten sei, würden sowohl der Konsens als auch der Nowcast ein Wachstum von 0,3% p.m. veranschlagen, im Vergleich zu 0,4% im März. Eine solche Entwicklung wäre grundsätzlich als erster positiver Schritt in die richtige Richtung zu interpretieren, auch wenn das Inflationsmomentum damit weiterhin erhöht bleiben würde.

In der Eurozone würden indessen die finalen Schätzungen zur Inflation im April erscheinen. Die Analysten der RBI würden eine Bestätigung der initialen Schätzung zu den Dynamiken der Gesamtinflation prognostizieren (0,6% p.m., 2,4% p.a.).

An den Zinsmärkten habe Abwärtsdruck auf die Benchmark-Renditen geherrscht. In Ermangelung neuer Impulse habe sich letzte Woche der Trend der vergangenen Woche fortgesetzt, als die FED-Sitzung und einige schwächer als erwartet ausgefallene US-Makrodaten US-Treasury-Renditen nach unten gedrückt hätten. Staatsanleiherenditen des Euroraums seien ihrem US-Pendant gefolgt, wenn auch in geringerem Ausmaß. Ein Anstieg von EUR/USD sei die Folge gewesen. Eurozonenspezifische Faktoren seien in letzter Zeit an den Finanzmärkten nicht dominant gewesen. Datenveröffentlichungen, wie die Inflationszahlen für April, hätten das vorherrschende Narrativ einer Zinssenkung der EZB im Juni bestätigt. Da der Juni recht schnell näher rücke, spiegele sich die bevorstehende Zinssenkung mehr und mehr auch in den kurzfristigen Zinssätzen wider. Aus diesem Grund sei der 3-Monats-Euribor zuletzt einer stärkeren Abwärtsdynamik unterworfen gewesen und zum ersten Mal seit September 2023 kurzfristig unter 3,8% gefallen. Dieser Trend werde sich fortsetzen. (Ausgabe vom 10.05.2024) (13.05.2024/alc/a/a)