Trügerische Marktphase?


04.04.23 10:15
St.Galler Kantonalbank Dtld.

München (www.anleihencheck.de) - Trotz der weiter bestehen Risiken blicken wir auf ein freundliches erstes Quartal zurück, so Michael Winkler, Leiter Anlagestrategie bei der St.Galler Kantonalbank Deutschland AG.

- Der Volatilitätsindex (VIX) falle unter die wichtige Marke von 20 Punkten und signalisiere damit eine weitgehende Beruhigung des Marktes.

- Die Bankenpleiten scheinen vergessen und auch die Stimmung an den Aktienmärkten hellt sich wieder auf, so die Analysten der St.Galler Kantonalbank Deutschland AG. Dabei seien die Verlierer des Vorjahres nun die Gewinner des laufenden Jahres - mit Technologiewerten als Favorit.

- Man sehe allerdings die Gefahr, dass derzeit alles zu positiv gesehen werde und Risiken ausgeblendet würden.

Beim Blick auf die Weltaktienmärkte zeige sich ein sehr gemischtes Bild.

In den USA bleibe der Dow Jones Industrial Average (ISIN: US2605661048, WKN: 969420) im ersten Quartal unverändert, während der S&P 500 Index (ISIN: US78378X1072, WKN: A0AET0) um sieben Prozent zulege und der NASDAQ (ISIN: US6311011026, WKN: A0AE1X) sogar um 17 Prozent. Mit einem Wertzuwachs von 12 Prozent hätten sich die europäischen Börsen ebenfalls sehr stark entwickelt - lediglich Großbritannien und die Schweiz würden mit jeweils plus 2 und 3 Prozent hinterherhinken. Auch für die asiatischen Märkte zeige sich ein gemischtes Bild mit einer Spannbreite zwischen plus 2 bis plus 8 Prozent. Summa summarum zeige das Aktienumfeld derzeit ein freundliches Ergebnis.

Dennoch würden die Analysten zur Vorsicht raten: Denn der Gegenwind nehme wieder zu. Die kurzfristige Euphorie sei zwar in vollem Gange, doch mittelfristig falle das Grundvertrauen der Anleger - nicht zuletzt wegen der krisenhaften Vorgänge bei einigen Banken. Eine gefährliche Mischung, weshalb die Analysten davon ausgehen würden, dass die Luft bei Aktien wieder dünner werde. Demgegenüber seien die Sentimentdaten für den Rentenmarkt weiter positiv.

Mit Blick auf die inflationäre Entwicklung in Europa würden die deutlich gesunkenen Rohstoff- und Energiepreise den Rückgang der Inflation von 8,5 Prozent auf 6,9 Prozent unterstützen. Allerdings sei bei der Kernrate der Inflation, in der die schwankungsreichen Energie- und Lebensmittelpreise ausgeklammert seien, keine Entspannung erkennbar. Ganz im Gegenteil. Diese liege derzeit auf einem Rekordniveau von 5,7 Prozent, weshalb von einer Erholung noch keine Rede sein könne.

Im Fokus:

- Die steigende Kerninflation werde vor allem die EZB zu weiteren Zinserhöhungen "zwingen".
- Aufgrund weiter steigender Notenbankzinsen und der inversen Zinsstrukturkurve sei die Gefahr einer Rezession unverändert vorhanden. (04.04.2023/alc/a/a)






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