Inflationsrate im Euroraum reduziert


22.12.23 08:55
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Die US-Wirtschaft zeigte sich 2023 überraschend robust, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Insbesondere der Konsum habe dem doppelten Schock bestehend aus hoher Inflation und hohen Zinsen getrotzt. Dagegen habe das Bruttoinlandsprodukt der Eurozone im Jahresschnitt 2023 nur geringfügig höher als im Jahr 2022 gelegen. Der von den Dienstleistungen ausgehende konjunkturelle Rückenwind habe im Jahresverlauf deutlich nachgelassen, der Industriesektor habe sich den Großteil des Jahres in einer Rezession befunden. Dienstleistungsorientierte Volkswirtschaften hätten folglich eine leicht überdurchschnittliche Dynamik an den Tag legen können, industrielastige Länder Westeuropas wie Deutschland oder Österreich hätten sich dagegen in einer milden Rezession befunden.

Österreich habe dabei zu den konjunkturellen Schlusslichtern der Eurozone gehört. Auffallend in diesem Wirtschaftszyklus sei die robuste Situation am Arbeitsmarkt. Trotz anhaltend schwacher Wirtschaftslage seien Arbeitslosenquoten nicht oder nur wenig gestiegen, viele Stellen seien nach wie vor unbesetzt und der Beschäftigungsstand hoch.

Die Inflationsrate habe sich im Euroraum von 8,6% p.a. zu Jahresbeginn auf unter 3,0% p.a. im Herbst reduziert. Während sich bei Nahrungsmitteln und vielen Sachgütern der Preisauftrieb moderiert habe, seien Energiegüter sogar billiger als im Vorjahr geworden. Dienstleistungen hätten hingegen im Jahr 2023 einen stärkeren Preiszuwachs ausgewiesen als im Jahr 2022. Auch in Österreich sei die Inflation im Verlauf des Jahres merklich zurückgegangen, habe im Jahresdurchschnitt aber deutlich (zwei Prozentpunkte) über dem Niveau der Eurozone gelegen.

Die hohe Inflation müsse ebenfalls als ein Grund für die in Österreich auffallend schwache Konjunktur angesehen werden. In den USA hätten sich die (Kern-)Dienstleistungen als wesentlicher Faktor erwiesen, während der Inflationsdruck seitens der Energie-, Nahrungsmittel- und Güterkomponenten nachgelassen habe. (Ausgabe vom 21.12.2023) (22.12.2023/alc/a/a)