Inflationsdaten für Eurozone auf dem Programm


29.11.24 09:26
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Die europäischen Aktienmärkte bewegten sich am gestrigen Handelstag fast allesamt nach oben, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Auf die Stimmung positiv habe sich die Verbesserung des Geschäftsklimas ausgewirkt. Dieses sei im Euroraum von 95,6 Zählern im Oktober auf 95,8 im November gestiegen. Ökonom:innen hätten im Schnitt mit einem Rückgang auf 95,1 gerechnet. In der Industrie sei das Stimmungsbarometer von -13,0 auf -11,1 geklettert, wobei -13,2 Zähler erwartet worden seien. Dagegen sei im Dienstleistungssegment der Rückgang von 7,1 auf 5,3 stärker ausgefallen als erwartet (6,2 Zähler). Die jüngsten Inflationsdaten aus Spanien und Deutschland hätten keinen relevanten Einfluss auf die Märkte gehabt. In Deutschland habe der HVPI im November gegenüber dem Vormonat bei 2,4% verharrt, während Ökonom:innen im Schnitt 2,6% erwartet hätten.

Sektorseitig hätten in Europa - bezogen auf den marktbreiten STOXX Europe 600 - die Bereiche Technologie (+1,0%) und Industrie (+0,8%) vorne gelegen. Erstere hätten vor allem von den Aufschlägen bei Aixtron (+0,7%) und ASML (+2,4%) profitiert. Berichten zufolge hätten die US-Exportbeschränkungen für Anlagen zur Chip-Herstellung nach China weniger dramatisch ausfallen sollen als befürchtet. Die rote Laterne habe der Immobiliensektor (+0%) innegehabt.

Die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen habe erstmals über jener von griechischen gelegen. Bei jeweils rund 3% habe zwar nur ein minimaler Spread von etwa einem Basispunkt bestanden, dieser habe aber eine starke Signalwirkung gehabt. Aufgrund von Streitigkeiten bezüglich des französischen Budgets sei der Spread zu deutschen Bundesanleihen auf 85 Basispunkte bzw. den höchsten Stand seit zwölf Jahren geklettert. Marie Le Pen habe gedroht, die Regierung von Premierminister Barnier mit einem Misstrauensvotum zu stürzen, sollte er versuchen, den aktuellen Budgetentwurf für 2025 in seiner jetzigen Form im Parlament durchbringen zu wollen.

In den USA seien die Börsen gestern wegen des Thanksgiving-Feiertags geschlossen geblieben und auch heute habe lediglich ein verkürzter Handel stattgefunden. Die Börsen in Asien hätten sich heute Morgen uneinheitlich gezeigt. Während Japan und Korea tiefer gestanden hätten, hätten die chinesischen Indizes im Plus gehandelt. Datenseitig stünden heute Inflationsdaten für die Eurozone auf dem Programm. Die vorbörslichen Indikationen ließen für Europa eine Eröffnung mit wenig Kursveränderung erwarten.

An den Rohstoffmärkten hätten sich die Ölpreise etwas fester gezeigt, nachdem Israel eine Verletzung des Waffenstillstandsabkommens durch die libanesische Hisbollah-Miliz vermeldet habe. Für die weitere Entwicklung der Ölnotierungen werde die Entscheidung über die Förderkürzungen von Relevanz sein. Das Meeting der OPEC+-Staaten sei vom 1. auf den 5. Dezember verschoben worden. Aufwärts gegangen sei es auch mit dem Goldpreis. Die Unze koste heute Morgen gut USD 2.660. Der Bitcoin stehe bei rund USD 96.000 ein Prozent im Plus.

Heidelberg Materials (+1,1%) habe durch den Zukauf von Giant Cement seine Präsenz in den USA weiter ausgebaut. Der Kaufpreis habe 600 Mio. USD betragen und die Transaktion solle im ersten Quartal 2025 abgeschlossen sein. Aus Synergien erwarte man sich bereits im ersten Jahr einen EBITDA-Beitrag von rund 60 Mio. USD. Die Akquisition umfasse laut Unternehmen ein Zementwerk mit einer Jahreskapazität von 800.000 t Zement, zwei Tiefsee-Importterminals und fünf Zementterminals sowie ein Recyclingunternehmen für alternative Brennstoffe.

Airbus (+4,1%) habe sich durch eine Vereinbarung mit dem Hersteller CFM ausreichend Triebwerke gesichert und könne somit Versorgungsengpässen vorbeugen. (29.11.2024/alc/a/a)