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Eurozone-Inflationsdaten für November stehen an
24.11.23 14:06
Raiffeisen Bank International AG
Wien (www.anleihencheck.de) - Die in dieser Woche erschienenen Schnellschätzungen der PMIs für den Monat November deuten weiterhin auf eine abnehmende Wirtschaftsaktivität in der Eurozone hin, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).
So hätten die Komponenten für den Dienstleistungssektor und das Verarbeitende Gewerbe zwar von 47,8 auf 48,2 bzw. von 43,1 auf 43,8 Punkte zulegen können, allerdings lägen sie damit immer noch unter der entscheidenden 50-Punkte Marke. Besonders bremsend wirke sich weiterhin die sehr verhaltene Entwicklung der Neuaufträge aus. Diese habe auch zur Folge, dass die aus beiden Sektoren kombinierte Komponente zur Beschäftigungsentwicklung zum ersten Mal seit knapp drei Jahren unter 50 Punkte gefallen sei.
Die nächste Woche erscheinenden Stimmungsindikatoren der Europäischen Kommission (ESI) für November würden weiteren Aufschluss hinsichtlich der wirtschaftlichen Stimmungslage geben. Hier würden die Analysten verhaltene Zunahmen für das Industrievertrauen (-8,8 Punkte vs. -9,3 Punkte im Oktober) sowie für das Dienstleistungsvertrauen (4,9 Punkte vs. 4,5 Punkte) erwarten. Für das Wirtschaftsvertrauen würden sie einen Anstieg in ähnlicher Höhe erwarten (93,8 vs. 93,3 Punkte).
Des Weiteren würden in der Eurozone Inflationsdaten für den Monat November erscheinen. In den vergangenen zwölf Monaten sei die Inflation von sogenannten Basiseffekten im Energiebereich dominiert worden. Zur Erinnerung: Die Energiepreise seien im letzten Jahr enorm gestiegen. Dieses Jahr hätten die Energiepreise nur zu Jahresbeginn höher als im Vorjahr gelegen. Seit dem Frühjahr habe sich das Preislevel im Vergleich zum Vorjahresmonat reduziert. Doch ab November würden diese Basiseffekte allmählich aus der jährlichen Inflationsdynamik verschwinden.
Aus diesem Grund würden die Analysten erwarten, dass die Gesamtinflation nur geringfügig von 2,9% im Oktober auf 2,7% im Jahresvergleich zurückgehen werde, trotz einer Verlangsamung sowohl bei der Nahrungsmittel- als auch bei der Kerninflation, wo Basiseffekte immer noch stark zum Tragen kommen würden. Die Kerninflation dürfte unter 4% sinken und im November 3,9% p.a. erreichen, gegenüber 4,2% p.a. im Oktober. Um die Inflation wieder auf 2% p.a. zu bringen, müsse die Kerninflation jedoch noch deutlich zurückgehen. Ob dies tatsächlich der Fall sein werde, sei das entscheidende Kapitel für die Inflationsentwicklung im Jahr 2024.
In den USA stelle das Erscheinen der Oktober-Daten zur PCE-Inflation das unbestrittene Datenhighlight der nächsten Woche dar. Aktuell gehe der Konsens von einer Abschwächung der Inflation von 0,3% p.m. auf 0,2% p.m. (Kernrate) sowie von 0,4% p.m. auf 0% p.m. (Gesamtrate) aus. Eine solche Abnahme würde zum aktuellen Trend passen, seien doch bereits die Werte zur VPI-Inflation für den Oktober unter den Erwartungen zu liegen gekommen. Eine Bestätigung dieser erfreulichen Entwicklung durch die PCE-Zahlen (die präferierte Inflationsmaßzahl der Federal Reserve) wäre ein weiteres Signal, dass die USA hinsichtlich der Inflationsbekämpfung auf dem richtigen Weg seien.
Auch die zweite Schätzung zum Q3-BIP in den USA werde nächste Woche erscheinen. Dessen initiale Schätzung sei mit 4,9% (p.q., annualisiert) sehr stark ausgefallen. Aktuell werde vom Konsens eine leichte Aufwärtsrevision auf 5% erwartet. Allerdings seien neben der VPI-Inflation auch noch weitere Kennzahlen für den Oktober (und somit den Beginn des vierten Quartals) unter den Erwartungen zu liegen gekommen, so zum Beispiel der Arbeitsmarktbericht und die ISM-Vorlaufindikatoren.
Der ISM-Indikator zum Verarbeitenden Gewerbe im November werde ebenfalls nächste Woche erscheinen. Hier stelle sich also die Frage, ob dieser abermals nach unten überraschen werde. Konsenserwartungen würden aktuell jedenfalls von einem Anstieg weg von 46,7 Punkten hin zu 47,7 Punkten ausgehen.
In Bezug auf Notenbanken hätten diese Woche die Protokolle zu den Oktober-Zinssitzungen der FED und der EZB im Fokus gestanden. Im EZB-Rat hätten sich die Diskussionen auf den schwächeren Wirtschaftsausblick der Eurozone konzentriert. Während die anhaltende Konjunkturschwäche auf die kurze Frist breit geteilt worden sei, hätten sich erste Unsicherheiten gezeigt, ob nicht auch die Folgejahre von schwächerem Wachstum geprägt sein könnten. Im Unterschied zur Konjunkturentwicklung habe man sich positiv zur Inflationsdynamik geäußert, die weitgehend den Erwartungen gefolgt sei, oder sogar leicht niedriger gewesen sei.
Unsicherheit gebe es in Hinblick auf die Energiepreisentwicklung, die nun schwieriger einzuschätzen sei, nicht nur aufgrund des neuen Krisenherds im Nahen Ostens. Nicht unerwartet, habe man auf Inflationsrisiken seitens der Lohnentwicklung hingewiesen, nicht weil sich die Lohnentwicklung von den Erwartungen entkoppelt, sondern weil die Annahme eines rückläufigen Lohnwachstums erst einzutreten habe und damit Unsicherheit berge. Umgemünzt auf Inflation heißt dies, dass der schwierige Teil des Inflationsrückgangs erst vor uns liegt, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.
In Bezug auf die geldpolitischen Instrumente habe es wenig Neues gegeben. Der Beschluss konstanter Leitzinsen sei einstimmig gewesen. Man möchte eine ungerechtfertigte Lockerung des geldpolitischen Impulses am Markt verhindern, weswegen man sich die Option für weitere Leitzinserhöhungen offenlasse. Die Umsetzung dieses hawkishen-Bias mit einem Verweis auf den datengetriebenen Ansatz der EZB lasse aber auf ein eher schwaches Commitment schließen.
Abschließend sei bemerkt worden, dass Diskussionen über ein frühes Ende der PEPP-Reinvestitionen aktuell als verfrüht erachtet würden. Dies schließe aber eine zukünftige Änderung der Guidance zu PEPP keineswegs aus und stärke die Analysten in ihrer Annahme, dass PEPP-Reinvestitionen bereits deutlich vor Ende 2024 reduziert/ausgesetzt würden.
Bei der US-Notenbank Federal Reserve hätten wie erwartet zwei Themen im Fokus gestanden. Einerseits das stärker als erwartete Konjunktur-Momentum. Andererseits der deutliche Anstieg der langfristigen US-Treasury Renditen. Der Grundtenor sei jedoch gewesen, sich etwas mehr Zeit zu geben, um die Situation zu beurteilen, weswegen alle Mitglieder des Offenmarktausschusses für konstante Leitzinsen gestimmt hätten.
Über die Treiber des Renditeanstiegs hätten unterschiedliche Meinungen geherrscht. Zum starken Konjunktur-Momentum, welches insbesondere vom privaten Konsum getrieben worden sei, habe man die solide Situation am Arbeitsmarkt als wesentlich gesehen. Aufgrund der jüngsten US-Konjunkturdaten, welche seit der Zinssitzung veröffentlicht worden seien, müsse man sagen, dass einige Überlegungen an Relevanz verloren hätten. Was an seiner Gültigkeit nichts verloren habe, sei jedoch der Ansatz, dass die Leitzinsen für einige Zeit im restriktiven Bereich belassen würden, bis sich die Inflation klar und nachhaltig dem Inflationsziel nähere. (24.11.2023/alc/a/a)
So hätten die Komponenten für den Dienstleistungssektor und das Verarbeitende Gewerbe zwar von 47,8 auf 48,2 bzw. von 43,1 auf 43,8 Punkte zulegen können, allerdings lägen sie damit immer noch unter der entscheidenden 50-Punkte Marke. Besonders bremsend wirke sich weiterhin die sehr verhaltene Entwicklung der Neuaufträge aus. Diese habe auch zur Folge, dass die aus beiden Sektoren kombinierte Komponente zur Beschäftigungsentwicklung zum ersten Mal seit knapp drei Jahren unter 50 Punkte gefallen sei.
Die nächste Woche erscheinenden Stimmungsindikatoren der Europäischen Kommission (ESI) für November würden weiteren Aufschluss hinsichtlich der wirtschaftlichen Stimmungslage geben. Hier würden die Analysten verhaltene Zunahmen für das Industrievertrauen (-8,8 Punkte vs. -9,3 Punkte im Oktober) sowie für das Dienstleistungsvertrauen (4,9 Punkte vs. 4,5 Punkte) erwarten. Für das Wirtschaftsvertrauen würden sie einen Anstieg in ähnlicher Höhe erwarten (93,8 vs. 93,3 Punkte).
Des Weiteren würden in der Eurozone Inflationsdaten für den Monat November erscheinen. In den vergangenen zwölf Monaten sei die Inflation von sogenannten Basiseffekten im Energiebereich dominiert worden. Zur Erinnerung: Die Energiepreise seien im letzten Jahr enorm gestiegen. Dieses Jahr hätten die Energiepreise nur zu Jahresbeginn höher als im Vorjahr gelegen. Seit dem Frühjahr habe sich das Preislevel im Vergleich zum Vorjahresmonat reduziert. Doch ab November würden diese Basiseffekte allmählich aus der jährlichen Inflationsdynamik verschwinden.
Aus diesem Grund würden die Analysten erwarten, dass die Gesamtinflation nur geringfügig von 2,9% im Oktober auf 2,7% im Jahresvergleich zurückgehen werde, trotz einer Verlangsamung sowohl bei der Nahrungsmittel- als auch bei der Kerninflation, wo Basiseffekte immer noch stark zum Tragen kommen würden. Die Kerninflation dürfte unter 4% sinken und im November 3,9% p.a. erreichen, gegenüber 4,2% p.a. im Oktober. Um die Inflation wieder auf 2% p.a. zu bringen, müsse die Kerninflation jedoch noch deutlich zurückgehen. Ob dies tatsächlich der Fall sein werde, sei das entscheidende Kapitel für die Inflationsentwicklung im Jahr 2024.
In den USA stelle das Erscheinen der Oktober-Daten zur PCE-Inflation das unbestrittene Datenhighlight der nächsten Woche dar. Aktuell gehe der Konsens von einer Abschwächung der Inflation von 0,3% p.m. auf 0,2% p.m. (Kernrate) sowie von 0,4% p.m. auf 0% p.m. (Gesamtrate) aus. Eine solche Abnahme würde zum aktuellen Trend passen, seien doch bereits die Werte zur VPI-Inflation für den Oktober unter den Erwartungen zu liegen gekommen. Eine Bestätigung dieser erfreulichen Entwicklung durch die PCE-Zahlen (die präferierte Inflationsmaßzahl der Federal Reserve) wäre ein weiteres Signal, dass die USA hinsichtlich der Inflationsbekämpfung auf dem richtigen Weg seien.
Der ISM-Indikator zum Verarbeitenden Gewerbe im November werde ebenfalls nächste Woche erscheinen. Hier stelle sich also die Frage, ob dieser abermals nach unten überraschen werde. Konsenserwartungen würden aktuell jedenfalls von einem Anstieg weg von 46,7 Punkten hin zu 47,7 Punkten ausgehen.
In Bezug auf Notenbanken hätten diese Woche die Protokolle zu den Oktober-Zinssitzungen der FED und der EZB im Fokus gestanden. Im EZB-Rat hätten sich die Diskussionen auf den schwächeren Wirtschaftsausblick der Eurozone konzentriert. Während die anhaltende Konjunkturschwäche auf die kurze Frist breit geteilt worden sei, hätten sich erste Unsicherheiten gezeigt, ob nicht auch die Folgejahre von schwächerem Wachstum geprägt sein könnten. Im Unterschied zur Konjunkturentwicklung habe man sich positiv zur Inflationsdynamik geäußert, die weitgehend den Erwartungen gefolgt sei, oder sogar leicht niedriger gewesen sei.
Unsicherheit gebe es in Hinblick auf die Energiepreisentwicklung, die nun schwieriger einzuschätzen sei, nicht nur aufgrund des neuen Krisenherds im Nahen Ostens. Nicht unerwartet, habe man auf Inflationsrisiken seitens der Lohnentwicklung hingewiesen, nicht weil sich die Lohnentwicklung von den Erwartungen entkoppelt, sondern weil die Annahme eines rückläufigen Lohnwachstums erst einzutreten habe und damit Unsicherheit berge. Umgemünzt auf Inflation heißt dies, dass der schwierige Teil des Inflationsrückgangs erst vor uns liegt, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.
In Bezug auf die geldpolitischen Instrumente habe es wenig Neues gegeben. Der Beschluss konstanter Leitzinsen sei einstimmig gewesen. Man möchte eine ungerechtfertigte Lockerung des geldpolitischen Impulses am Markt verhindern, weswegen man sich die Option für weitere Leitzinserhöhungen offenlasse. Die Umsetzung dieses hawkishen-Bias mit einem Verweis auf den datengetriebenen Ansatz der EZB lasse aber auf ein eher schwaches Commitment schließen.
Abschließend sei bemerkt worden, dass Diskussionen über ein frühes Ende der PEPP-Reinvestitionen aktuell als verfrüht erachtet würden. Dies schließe aber eine zukünftige Änderung der Guidance zu PEPP keineswegs aus und stärke die Analysten in ihrer Annahme, dass PEPP-Reinvestitionen bereits deutlich vor Ende 2024 reduziert/ausgesetzt würden.
Bei der US-Notenbank Federal Reserve hätten wie erwartet zwei Themen im Fokus gestanden. Einerseits das stärker als erwartete Konjunktur-Momentum. Andererseits der deutliche Anstieg der langfristigen US-Treasury Renditen. Der Grundtenor sei jedoch gewesen, sich etwas mehr Zeit zu geben, um die Situation zu beurteilen, weswegen alle Mitglieder des Offenmarktausschusses für konstante Leitzinsen gestimmt hätten.
Über die Treiber des Renditeanstiegs hätten unterschiedliche Meinungen geherrscht. Zum starken Konjunktur-Momentum, welches insbesondere vom privaten Konsum getrieben worden sei, habe man die solide Situation am Arbeitsmarkt als wesentlich gesehen. Aufgrund der jüngsten US-Konjunkturdaten, welche seit der Zinssitzung veröffentlicht worden seien, müsse man sagen, dass einige Überlegungen an Relevanz verloren hätten. Was an seiner Gültigkeit nichts verloren habe, sei jedoch der Ansatz, dass die Leitzinsen für einige Zeit im restriktiven Bereich belassen würden, bis sich die Inflation klar und nachhaltig dem Inflationsziel nähere. (24.11.2023/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 21.04./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


