Eurozone: Inflationsdaten für November im Fokus


28.11.16 08:15
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - In den kommenden Tagen sind in der Eurozone vor allem die Inflationsdaten für November von Interesse, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Immerhin hänge die weitere Ausgestaltung der Geldpolitik davon ab, in wie weit sich ein nachhaltiger Aufwärtstrend bei der Teuerung etablieren könne. Der Anleihemarkt werde daher schon die ersten Schnellschätzungen aus einzelnen Ländern genau evaluieren. Nach Meinung der Analysten werde in Deutschland und der Eurozone kein weiterer Anstieg der Inflationsrate ausgewiesen werden. Weiterhin stünden die letzten interessanten Konjunkturumfragen für November am Programm.

Für die Sentimentindikatoren der EU-Kommission seien die Analysten sehr zuversichtlich. Die Analysten würden eine Verbesserung des Wirtschaftsklimas erwarten, die von allen Teilindikatoren (Industrie, Bau, Dienstleistung, etc.) getragen werden dürfte. Die noch ausstehenden Resultate der Einkaufsmanagerindices einzelner Euroländer dürften sowohl für das Verarbeitende Gewerbe als auch für den Dienstleistungsbereich einen Anstieg ausweisen. Weitere erwähnenswerte Veröffentlichungen: Arbeitsmarktdaten aus Deutschland und für die Eurozone sowie Kredit- und Geldmengenaggregate für die Währungsunion.

Der Rentenmarkt habe sich zuletzt mit der politischen Unsicherheit in Italien und der weiteren Vorgehensweise der EZB beschäftigt. Das Falkenlager der Notenbank sei zuletzt aus der Deckung gegangen und habe sich öffentlich für eine baldige stufenweise Reduktion der Anleihekäufe positioniert. Dagegen habe Herr Draghi bekräftigt, dass die wirtschaftspolitischen Ziele nur bei einer unverändert expansiven Geldpolitik zu erreichen seien, was eine Fortsetzung der Anleihekäufe in einem unveränderten Volumen impliziere.

Die Analysten würden davon ausgehen, dass der Präsident die Mehrheitsmeinung des EZB-Rates repräsentiere. Somit würden die Analysten in den kommenden Monaten keinen rapiden Anstieg der Renditen für deutsche Staatsanleihen erwarten. Erst bei einem absehbaren Ausklingen von QE würden die Analysten mit einem deutlich höheren Renditeniveau rechnen, das sich dann wohl innerhalb relativ kurzer Zeit einstellen dürfte.

In Italien sei laut letzten Meldungen bei einer Ablehnung der Senatsreform mit einem baldigen Abgang des Premiers Renzi sowie Neuwahlen Mitte 2017 zu rechnen. Nach Meinung der Analysten habe sich der Markt bereits für einen negativen Ausgang des Renzirendum positioniert. Es dürfe aber nicht übersehen werden, dass es noch einen hohen Anteil an unentschlossenen Wählern gebe (rund 25%).

Am Ratingkalender sei kommende Wochen nur Irland (S&P) vermerkt. (Ausgabe vom 25.11.2016) (28.11.2016/alc/a/a)