Erfreuliche US-Inflationsdaten


11.08.23 12:00
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Europas Aktienindices haben gestern - mit Ausnahme des ATX, der von den Kursverlusten der Wienerberger-Aktien in Mitleidenschaft gezogen war - schon den ganzen Tag freundlich notiert, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Es sei jedoch zusätzlich Erleichterung zu spüren gewesen, als am frühen Nachmittag in Summe erfreuliche US-Inflationsdaten veröffentlicht worden seien. Der DAX habe daraufhin seine Gewinne ausgebaut und am Ende 0,9% höher geschlossen - in Griffweite der 16.000-Punkte-Marke, welche zuvor zeitweise sogar übersprungen worden sei. Sein Pendant für die gesamte Eurozone, der EURO STOXX 50, habe gar um mehr als 1,5% höher schließen können. Der österreichische ATX habe hingegen 0,36% eingebüßt.

Die US-Inflationsrate sei im Juli um 3,2% gestiegen und damit weniger stark als die Analysten im Schnitt mit 3,3% erwartet hätten. Zwar hätten die Verbraucherpreise im Juni nur um 3,0% zugelegt, die Investoren würden aber hoffen, dass die US-Notenbank FED trotz dieses Anstiegs bei ihrer nächsten Sitzung eine Zinserhöhungspause einlegen werde. Die Chefin des FED-Bezirks San Francisco, Mary Daly, habe am Abend allerdings mit ihrer Aussage "Ob wir die Zinsen ein weiteres Mal erhöhen oder die Zinsen über einen längeren Zeitraum stabil halten - diese Dinge müssen noch entschieden werden" gebremst.

Auch die US-Börsen hätten sich gestern nach ihren jüngsten Verlusten stabilisiert. Die positiv aufgenommenen Inflationsdaten hätten die Kurse (auch) dort zunächst deutlich stärker angetrieben, bevor der Schwung jedoch wieder merklich abgeebbt sei. Am Ende hätten die wichtigsten Indices jeweils moderate Gewinne verzeichnet. Der Dow Jones Industrials habe um 0,15% höher geschlossen, der marktbreite S&P 500 habe um 0,03% zugelegt und für den technologielastigen NASDAQ 100 sei es um 0,18% nach oben gegangen.

Im Trend sei die Inflation in den USA seit Juni 2022 gefallen. Man könne auch durchaus von einem weiter nachlassenden Preisdruck ausgehen. Nicht zuletzt auch die Kernrate der Inflation sollte in den nächsten Monaten in den USA recht niedrig bleiben.

Abseits der Aktienmärkte seien die neuen Daten recht gelassen aufgenommen worden: Der Euro koste weiterhin rund 1,10 US-Dollar, die US-Anleiherenditen seien nur um eine Nuance nach unten gerutscht und der Ölpreis sei - gemessen am Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent - sogar auf rund USD 86 zurückgefallen. Der Goldpreis habe sich hingegen marginal auf über USD 1.910 je Feinunze erholen können, während die Kurse der meisten Krypto-"Währungen" etwas tiefer notieren würden, etwa der Bitcoin aktuell bei ungefähr USD 29.350.

Die Börsen in Asien würden sich heute Morgen befinden - mit Ausnahme des TOPIX an der Börse Tokio - unisono im Minus.

Am heutigen Tag stünden vonseiten der Unternehmensberichte weniger Daten als zuletzt auf der Agenda; in Bezug auf die makroökonomischen Daten würden heute Nachmittag neue Aufschlüsse in Sachen Konsumentenstimmung erwartet. Der Analysten-Konsens gehe diesbezüglich von einer leichten Eintrübung aus. (11.08.2023/alc/a/a)