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April-Inflationsschnellschätzung für Eurozone steht an
29.04.24 10:15
Raiffeisen Bank International AG
Wien (www.anleihencheck.de) - Die Veröffentlichung der April-Inflationsschnellschätzung für die Eurozone stellt nur eines der vielen Highlights dieser Woche dar, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).
Die Analysten würden erwarten, dass die Inflation im Euroraum im April (wie auch im März) stabil bei 2,4% im Jahresvergleich liegen werde. Während die Lebensmittelinflation durch einen Basiseffekt beeinflusst werde (April 2023 habe den Beginn der Verlangsamung der Lebensmittelpreise markiert) und die Energiepreisinflation in der Jahresbetrachtung langsam aus dem negativen Bereich klettern sollte, dürfte die Kerninflation der unerwartete Held sein, der die Inflation in Schach halte.
Die Analysten würden davon ausgehen, dass die Warenpreisinflation in etwa stabil bleiben werde, während sich die Dienstleistungsinflation (durchaus überraschenderweise) abschwächen dürfte. Zwar verharre die Dienstleistungsinflation seit fünf Monaten in Folge hartnäckig bei 4,0% im Jahresvergleich, allerdings sei der März 2024 teilweise durch das frühe Osterfest beeinflusst worden. Dies zeige sich vor allem im saisonalen Muster der Flugpreise, wo der übliche April-Anstieg dieses Jahr schon im März stattgefunden zu haben scheine. Die Kerninflation dürfte sich daher im April auf 2,6% gegenüber dem Vorjahr abschwächen.
Während die in der vergangenen Woche erschienenen PMI-Schnellschätzungen für April bereits erste Einblicke in das Konjunkturmomentum zu Beginn des zweiten Quartals erlauben, erscheinen die ersten Schätzungen zum Eurozonen-BIP-Wachstum im ersten Quartal erst diese Woche, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI). Aber immer der Reihe nach: Die PMIs würden auf ein weiteres Auseinanderdriften der Komponenten für das Verarbeitende Gewerbe (45,6) und das Dienstleistungsgewerbe (52,9) hindeuten. Der Composite-PMI habe zwar mit 51,4 Punkten weiter auf expansives Terrain vordringen können, was positiv zu interpretieren sei, allerdings bleibe die bestehende Schwäche des Verarbeitenden Gewerbes ein Unsicherheitsfaktor.
Weitere nationale PMI-Zahlen zum Verarbeitenden Gewerbe könnten diese Woche mehr Aufschlüsse über die zugrundeliegenden Dynamiken erlauben. Hinsichtlich des BIP-Wachstums im ersten Quartal würden die Analysten für das Eurozonen-Aggregat aktuell ein Wachstum in Höhe von 0,1% p.q. ansetzen. Auf nationaler Ebene würden die Analysten ein eher verhaltenes Wachstum in Deutschland (0,1%), Italien (0,1%) und Frankreich (0,2%) sowie ein stärkeres Momentum in Belgien (0,3%), Spanien (0,4%) und Portugal (0,6%) erwarten. Für Österreich würden sie lediglich eine stagnierende Entwicklung auf Monatsbasis für möglich halten. Grundsätzlich wäre ein Wachstum der Eurozone in einer Größenordnung von 0,1% p.q. auf einer Linie mit den Erwartungen der Analysten für einen (verhaltenen) wirtschaftlichen Aufschwung im Verlauf des Jahres 2024.
Mit den Stimmungsindikatoren der europäischen Kommission (ESI) erscheine diese Woche ein weiterer Vorlaufindikator für den April. Die Analysten würden sich für das Industrievertrauen lediglich eine marginale Verbesserung von -8,8 auf -8,6 Punkte erwarten. Bezüglich des Dienstleistungsvertrauens würden sie mehr Steigerungspotenzial sehen und einen Anstieg von 6,3 auf 7,4 Punkte prognostizieren. Auch bei diesem Indikator sollte das gespaltene Stimmungsbild zwischen Industrie und Dienstleistungen also weiterhin Bestand haben. Für das Wirtschaftsvertrauen würden die Analysten einen Anstieg von 96,3 auf 96,6 Punkte vermuten.
In den USA sei das BIP für das erste Quartal bereits vergangene Woche veröffentlicht worden. Mit 1,6% annualisiertem Quartalswachstum habe das Wirtschaftswachstum Anfang des Jahres unter den Erwartungen gelegen (Konsensus: 2,4%). Ein Blick auf die Details verrate jedoch, dass das etwas schwächere Wirtschaftswachstum nicht auf eine abnehmende Konjunkturdynamik schließen lasse. Das Wachstum des privaten Konsums, insbesondere Dienstleistungen, aber auch der Investitionen habe sich nicht verlangsamt. Es sei ein negativer Beitrag der Netto-Exporte gewesen, der zum niedrigeren BIP-Wachstum beigetragen habe. Da die USA mit ihrer soliden Konjunkturdynamik aktuell die globale Ausnahme darstellen würden, sei es nicht überraschend, dass sich das Exportwachstum verlangsame und gleichzeitig ein Anstieg der Importe negativ zum US-BIP beitrage.
Mit der BIP Veröffentlichung in den USA hätten US Treasury Renditen erneut zu steigen begonnen. Auf den ersten Blick erscheine dies unlogisch, könnte man doch denken, dass das unter dem Konsensus veröffentlichte US-BIP den Narrativ einer resilienten US-Konjunktur und persistenterer Inflation schwäche. Dass man aufgrund des schwächeren BIP-Wachstums nicht auf eine Abkühlung der US-Konjunktur schließen sollte, sei ein möglicher Erklärungsansatz. Die Analysten würden aber denken, dass vor allem die mit den BIP-Daten veröffentlichten Inflationsdaten den Grund für die Marktreaktion darstellen würden.
Die PCE-Kerninflation sei nämlich mit 3,7% annualisierter Quartalsveränderung deutlich über den bereits erhöhten Erwartungen von 3,4% veröffentlicht worden. Die Hoffnung, dass sich die hohe Preisdynamik bei der CPI-Inflation im März weniger stark auf die für die FED relevantere PCE-Inflation auswirke, sei damit nicht bestätigt worden. Die US-Inflationsdynamik sei unangenehm hoch, daran gebe es nichts zu rütteln.
Die Datenlage für das erste Quartal sei nun für die USA weitgehend abgeschlossen und so liege es nun an der FED diese zu interpretieren. Am Tag der FED-Sitzung würden dann sogar noch Daten zum Arbeitsmarkt (offene Stellen) und zum ISM Index für das Verarbeitende Gewerbe veröffentlicht. Erst am Freitag nach der FED würden der Arbeitsmarktbericht für den Monat April und der ISM Index für das Nicht-Verarbeitende Gewerbe eine ereignisreiche Woche abschließen.
Aber nun zur US-Notenbank. Im aktuellen Wording der Notenbank werde Powell betonen, dass die jüngsten Datenveröffentlichungen das Vertrauen in eine nachhaltige Disinflation zurück zum 2%-Ziel nicht gestärkt hätten. Mehr noch, die Inflationsdaten seien sicherlich über den Erwartungen der Federal Reserve veröffentlicht worden, was eine erste Zinssenkung im Juni ausschließen sollte. Neue Prognosen der FED gebe es auf der Zinssitzung diese Woche aber nicht.
Am Zinsmarkt habe sich das Pricing bereits in Richtung ein bis zwei Zinssenkungen verschoben. Während sich die US-Notenbank in Hinblick auf Zinssenkungen abwartend geben werde, könne ein Beschluss zum Bilanzabbau nicht ausgeschlossen werden. Der Offenmarktausschuss (FOMC) werde diese Woche eine Entschleunigung des Bilanzabbaus weiter diskutieren und ein Beschluss sei entweder für Mai oder Juni zu erwarten.
Die Analysten würden erwarten, dass die FED im zweiten Halbjahr 2024 das Tempo des Bilanzabbaus reduzieren werde, damit man auf etwaige Anzeichen von Liquiditätsengpässen schneller reagieren könne. Dies könne durchaus mit einer Verschiebung der Komposition der FED-Bilanz einhergehen, da eine Verlangsamung des Bilanzabbaus wohl vor allem Staatsanleihen und weniger MBS betreffen könnte. Am Zinsmarkt würden aber Themen der Inflations-Persistenz und Zinssenkungen auf Sicht der nächsten Wochen weiter im Fokus stehen. (Ausgabe vom 26.04.2024) (29.04.2024/alc/a/a)
Die Analysten würden erwarten, dass die Inflation im Euroraum im April (wie auch im März) stabil bei 2,4% im Jahresvergleich liegen werde. Während die Lebensmittelinflation durch einen Basiseffekt beeinflusst werde (April 2023 habe den Beginn der Verlangsamung der Lebensmittelpreise markiert) und die Energiepreisinflation in der Jahresbetrachtung langsam aus dem negativen Bereich klettern sollte, dürfte die Kerninflation der unerwartete Held sein, der die Inflation in Schach halte.
Die Analysten würden davon ausgehen, dass die Warenpreisinflation in etwa stabil bleiben werde, während sich die Dienstleistungsinflation (durchaus überraschenderweise) abschwächen dürfte. Zwar verharre die Dienstleistungsinflation seit fünf Monaten in Folge hartnäckig bei 4,0% im Jahresvergleich, allerdings sei der März 2024 teilweise durch das frühe Osterfest beeinflusst worden. Dies zeige sich vor allem im saisonalen Muster der Flugpreise, wo der übliche April-Anstieg dieses Jahr schon im März stattgefunden zu haben scheine. Die Kerninflation dürfte sich daher im April auf 2,6% gegenüber dem Vorjahr abschwächen.
Während die in der vergangenen Woche erschienenen PMI-Schnellschätzungen für April bereits erste Einblicke in das Konjunkturmomentum zu Beginn des zweiten Quartals erlauben, erscheinen die ersten Schätzungen zum Eurozonen-BIP-Wachstum im ersten Quartal erst diese Woche, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI). Aber immer der Reihe nach: Die PMIs würden auf ein weiteres Auseinanderdriften der Komponenten für das Verarbeitende Gewerbe (45,6) und das Dienstleistungsgewerbe (52,9) hindeuten. Der Composite-PMI habe zwar mit 51,4 Punkten weiter auf expansives Terrain vordringen können, was positiv zu interpretieren sei, allerdings bleibe die bestehende Schwäche des Verarbeitenden Gewerbes ein Unsicherheitsfaktor.
Weitere nationale PMI-Zahlen zum Verarbeitenden Gewerbe könnten diese Woche mehr Aufschlüsse über die zugrundeliegenden Dynamiken erlauben. Hinsichtlich des BIP-Wachstums im ersten Quartal würden die Analysten für das Eurozonen-Aggregat aktuell ein Wachstum in Höhe von 0,1% p.q. ansetzen. Auf nationaler Ebene würden die Analysten ein eher verhaltenes Wachstum in Deutschland (0,1%), Italien (0,1%) und Frankreich (0,2%) sowie ein stärkeres Momentum in Belgien (0,3%), Spanien (0,4%) und Portugal (0,6%) erwarten. Für Österreich würden sie lediglich eine stagnierende Entwicklung auf Monatsbasis für möglich halten. Grundsätzlich wäre ein Wachstum der Eurozone in einer Größenordnung von 0,1% p.q. auf einer Linie mit den Erwartungen der Analysten für einen (verhaltenen) wirtschaftlichen Aufschwung im Verlauf des Jahres 2024.
Mit den Stimmungsindikatoren der europäischen Kommission (ESI) erscheine diese Woche ein weiterer Vorlaufindikator für den April. Die Analysten würden sich für das Industrievertrauen lediglich eine marginale Verbesserung von -8,8 auf -8,6 Punkte erwarten. Bezüglich des Dienstleistungsvertrauens würden sie mehr Steigerungspotenzial sehen und einen Anstieg von 6,3 auf 7,4 Punkte prognostizieren. Auch bei diesem Indikator sollte das gespaltene Stimmungsbild zwischen Industrie und Dienstleistungen also weiterhin Bestand haben. Für das Wirtschaftsvertrauen würden die Analysten einen Anstieg von 96,3 auf 96,6 Punkte vermuten.
Mit der BIP Veröffentlichung in den USA hätten US Treasury Renditen erneut zu steigen begonnen. Auf den ersten Blick erscheine dies unlogisch, könnte man doch denken, dass das unter dem Konsensus veröffentlichte US-BIP den Narrativ einer resilienten US-Konjunktur und persistenterer Inflation schwäche. Dass man aufgrund des schwächeren BIP-Wachstums nicht auf eine Abkühlung der US-Konjunktur schließen sollte, sei ein möglicher Erklärungsansatz. Die Analysten würden aber denken, dass vor allem die mit den BIP-Daten veröffentlichten Inflationsdaten den Grund für die Marktreaktion darstellen würden.
Die PCE-Kerninflation sei nämlich mit 3,7% annualisierter Quartalsveränderung deutlich über den bereits erhöhten Erwartungen von 3,4% veröffentlicht worden. Die Hoffnung, dass sich die hohe Preisdynamik bei der CPI-Inflation im März weniger stark auf die für die FED relevantere PCE-Inflation auswirke, sei damit nicht bestätigt worden. Die US-Inflationsdynamik sei unangenehm hoch, daran gebe es nichts zu rütteln.
Die Datenlage für das erste Quartal sei nun für die USA weitgehend abgeschlossen und so liege es nun an der FED diese zu interpretieren. Am Tag der FED-Sitzung würden dann sogar noch Daten zum Arbeitsmarkt (offene Stellen) und zum ISM Index für das Verarbeitende Gewerbe veröffentlicht. Erst am Freitag nach der FED würden der Arbeitsmarktbericht für den Monat April und der ISM Index für das Nicht-Verarbeitende Gewerbe eine ereignisreiche Woche abschließen.
Aber nun zur US-Notenbank. Im aktuellen Wording der Notenbank werde Powell betonen, dass die jüngsten Datenveröffentlichungen das Vertrauen in eine nachhaltige Disinflation zurück zum 2%-Ziel nicht gestärkt hätten. Mehr noch, die Inflationsdaten seien sicherlich über den Erwartungen der Federal Reserve veröffentlicht worden, was eine erste Zinssenkung im Juni ausschließen sollte. Neue Prognosen der FED gebe es auf der Zinssitzung diese Woche aber nicht.
Am Zinsmarkt habe sich das Pricing bereits in Richtung ein bis zwei Zinssenkungen verschoben. Während sich die US-Notenbank in Hinblick auf Zinssenkungen abwartend geben werde, könne ein Beschluss zum Bilanzabbau nicht ausgeschlossen werden. Der Offenmarktausschuss (FOMC) werde diese Woche eine Entschleunigung des Bilanzabbaus weiter diskutieren und ein Beschluss sei entweder für Mai oder Juni zu erwarten.
Die Analysten würden erwarten, dass die FED im zweiten Halbjahr 2024 das Tempo des Bilanzabbaus reduzieren werde, damit man auf etwaige Anzeichen von Liquiditätsengpässen schneller reagieren könne. Dies könne durchaus mit einer Verschiebung der Komposition der FED-Bilanz einhergehen, da eine Verlangsamung des Bilanzabbaus wohl vor allem Staatsanleihen und weniger MBS betreffen könnte. Am Zinsmarkt würden aber Themen der Inflations-Persistenz und Zinssenkungen auf Sicht der nächsten Wochen weiter im Fokus stehen. (Ausgabe vom 26.04.2024) (29.04.2024/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
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| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
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