KFM-Mittelstandsanleihen-Barometer: 6,50%-NZWL-18/24-Anleihe weiterhin als "attraktiv" eingestuft


26.09.19 11:00
KFM Deutsche Mittelstand AG

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - In ihrem aktuellen KFM-Mittelstandsanleihen-Barometer zu der 6,50%-Anleihe (ISIN DE000A2NBR88 / WKN A2NBR8) der Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig GmbH ("NZWL") mit Laufzeit bis 2024 kommt die KFM Deutsche Mittelstand AG zu dem Ergebnis, die Anleihe weiterhin als "attraktiv" (4 von 5 möglichen Sternen) einzuschätzen.

Die NZWL sei ein international tätiger Produzent von Motoren- und Getriebeteilen - vom Einzelteil bis zum kompletten Getriebe - und blicke auf mehr als 110 Jahre Erfahrung im Getriebebau zurück. Das Unternehmen habe eigene Fertigungsstandorte in Deutschland (Leipzig) und in der Slowakei (Sucany). Das Produktspektrum umfasse Synchronisierungen, Einzelteile und Baugruppen sowie Getriebe. Über 70% der Umsatzerlöse würden im Bereich Synchronisierungen erzielt.

Um die hohe Nachfrage nach Synchronisierungssätzen von Doppelkupplungsgetrieben zu bedienen, betreibe die Schwestergesellschaft NZWL International eine weitere Produktionsstätte in China (Tianjin). Der Großkunde Volkswagen habe mit der NZWL-Gruppe hierzu eine langfristige strategische Zusammenarbeit vereinbart. Die Serienproduktion in China habe Anfang 2016 begonnen. Im Jahr 2017 habe NZWL in seinem chinesischen Werk einen ersten Großserienauftrag eines chinesischen OEM zur Lieferung von Synchronisierungen erhalten. NZWL sei es damit schneller als erwartet gelungen, den Zugang zum chinesischen Markt und eine stark gestiegene sehr gute Kapazitätsauslastung des Werkes in China zu erreichen.

Wie bereits bekannt, sei im Jahr 2017 für das Werk in China der Kunde "Great Wall Motors" gewonnen worden. Great Wall zähle auf dem chinesischen Markt für SUVs zu den größten Marktteilnehmern. Diese Geschäftsverbindung ermögliche der NZWL-Schwestergesellschaft ein bedeutendes Wachstumspotenzial. Anfang 2018 habe die Serienbelieferung für den neuen chinesischen Auftraggeber begonnen. Im Vorjahr hätten zwei Neuaufträge mit "Great Wall Motors" für Automatik (DCT)-, Hybrid und Elektro-Antriebe gewonnen werden können. Die NZWL International habe 2018 in China ein deutliches Umsatzwachstum von ca. 13% erzielt. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) dieser selbständigen chinesischen Gesellschaft habe im Jahr 2018 mit 3,4 Mio. Euro über dem Vorjahresniveau von 2,8 Mio. Euro gelegen. Im Jahr 2018 seien Synchronisierungen in einer Größenordnung von ca.1.000.000 Einheiten in China verkauft worden (2017: ca. 700.000 Einheiten).

Zum ersten Halbjahr 2019 sei der Umsatz des Schwester-Konzerns in China rückläufig gewesen. Für das zweite Halbjahr 2019 rechne das Management mit höheren Umsätzen, da sich die zweite Jahreshälfte in China traditionell regelmäßig positiver entwickle. Zudem werde ein wesentlicher Umsatzbeitrag durch den "Hochlauf" der Produktion beim neuen Kunden Great Wall erwartet.

Der Konzernumsatz der NZWL liege für das Gesamtjahr 2018 mit 107,1 Mio. Euro (Vj.: 97,5 Mio. Euro) am oberen Ende der Schätzung von 5% bis 9% Wachstum. Der Konzernjahresüberschuss nach Steuern betrage 1,1 Mio. Euro (Vj.: 1,7 Mio. Euro), ohne die Anleiheemissionskosten von 0,7 Mio. Euro wäre der Überschuss ebenfalls am oberen Ende der Planung. Der Jahresüberschuss vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) im Jahr 2018 betrage 11,7 Mio. Euro und liege damit knapp unter der Vorperiode von 12,0 Mio. Euro.

Die EBITDA-Marge sei mit 11% ebenfalls unterhalb des Vorjahres (12,3%). Grund dafür sei die gestiegene Materialeinsatzquote auf 55,6% (Vj.: 53,0%) aufgrund zum Teil höherer Stahlpreise und höherer logistischer Beschaffungskosten. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) für das Jahr 2018 betrage 4,8 Mio. Euro (Vj: 5,3 Mio. Euro). Die EBIT-Marge habe sich demnach ebenfalls von 5,4% auf 4,5% reduziert. Das Neuauftragsvolumen zum 31.12.2018 liege mit 68,8 Mio. Euro leicht über Vorjahresniveau (31.12.2017: 55,7 Mio. Euro).

Im ersten Halbjahr habe die NZWL Gruppe ihren Wachstumskurs - trotz des herausfordernden Marktumfeldes in der Automobilindustrie - erfolgreich fortsetzen können. So sei der Umsatz um 4,5% auf 57,7 Mio. Euro nach 55,2 Mio. Euro in der Vorjahresperiode gestiegen. Dementsprechend habe sich das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) auf 6,4 Mio. Euro verbessert und liege damit ca. 5% über dem Ergebnis der Vorperiode von 6,1 Mio. Euro. Die EBITDA-Marge sei mit 11% unverändert auf Vorjahresniveau. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) habe sich um 11,5% auf 2,9 Mio. Euro erhöht, nach 2,6 Mio. Euro zur Vorperiode. Das Ergebnis nach Steuern (EAT) habe sich von 0,7 Mio. Euro auf 0,9 Mio. Euro erhöht.

In allen Produktbereichen sei es gelungen, weitere zukunftsträchtige Neuaufträge zu generieren. Diese würden neben E-Antrieben und Hybridsystemen auch Räder- und Wellen-Bauteile für den Nutzfahrzeugbereich betreffen. Das Neuauftragsvolumen im ersten Halbjahr 2019 habe sich laut Unternehmensangaben auf 73,2 Mio. Euro summiert (1. Halbjahr 2018: 55,5 Mio. Euro). Der Auftragsbestand habe zum 30.06.2019 bei 84,3 Mio. Euro gelegen, gegenüber dem 30.06.2018 mit 56,7 Mio. Euro.

Für das Gesamtjahr 2019 gehe die NZWL-Gruppe unverändert davon aus, den Vorjahresumsatz von 107,1 Mio. Euro um 3% bis 7% steigern zu können. Der Konzernjahresüberschuss (EAT) für 2019 sollte sich dann in der Spanne zwischen 1,5 und 2,1 Mio. Euro bewegen. Die Eigenkapitalquote von 14,9% zum 31.12.2018 solle sich daher zu Ende 2019 leicht verbessern.

Allgemein sei festzustellen, dass der Trend zur E-Mobilität alle Geschäftssegmente der NZWL positiv beeinflusse. Im Kerngeschäft der Synchronisierungen für Direktschaltgetriebe wie für Hybrid-Plug-In-Antriebe (71% des Umsatzes) komme es zu technischen Herausforderungen, die durch den E-Antrieb und die damit verbundenen höheren Belastungsanforderungen (Drehmomente) erforderlich würden, die das Unternehmen gerne annehme, weil es zu einer höheren Spezialisierung führe.

Im Segment der Einzelteile und Baugruppen (23% des Umsatzes) stehe unverändert die Umsetzung von Zahnrädern für Hochleistungsmotoren und Pumpen in Großserien im Mittelpunkt unter Beibehaltung der Plattformkonzepte auch der Kunden wie VW. Insgesamt werde die Zusammenarbeit mit den großen Autoherstellern deswegen erfreulicherweise auch intensiver. Auch Themen wie Geräuschminimierung von Zahnrädern und Wellen bei der Antriebssteuerung würden an Bedeutung gewinnen, zumal vermehrt Fahrzeuge mit Allradantrieben produziert würden. Das kleinere Segment Getriebe (6% des Umsatzes) profitiere vom Trend des autonomen Fahrens, da hierfür verstärkt die sogenannten DCT-Getriebe benötigt würden.

Nicht abschätzbar für die Entwicklung des Unternehmens sei das Risiko einer allgemeinen wirtschaftlichen Abkühlung, insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Zoll- und Handelskriege zwischen den USA und China, wovon der Automobilsektor überproportional betroffen sein könnte.

Die im November 2018 emittierte unbesicherte Mittelstandsanleihe der Neue ZWL Zahnradwerke Leipzig GmbH sei mit einem Zinskupon von 6,50% p.a. (Zinstermin jährlich am 15.11.) ausgestattet und habe eine Laufzeit bis zum 15.11.2024. Im Rahmen der Anleiheemission seien insgesamt 17,5 Mio. Euro mit einer Stückelung von 1.000 Euro platziert worden. Vorzeitige Kündigungsmöglichkeiten für die Emittentin seien in den Anleihebedingungen ab 15.11.2021 zu 101,50%, ab 15.11.2022 zu 101,00% und ab 15.11.2023 zu 100,50% des Nennbetrages vorgesehen. In den Anleihebedingungen seien außerdem eine Ausschüttungsbeschränkung sowie Transparenzverpflichtungen verankert. Bei einer Verletzung der Transparenzverpflichtungen erhöhe sich der Zinssatz in der folgenden Zinsperiode um 0,5 Prozentpunkte.

Aufgrund der verbesserten Entwicklung in den Geschäftsjahren 2017 und 2018 sowie den aussichtsreichen Fortschritten des Werkes in China sei von einem weiterhin ertragreichen Wachstum der NZWL auszugehen. In Verbindung mit der wachstumsbedingt aktuell unterdurchschnittlichen, aber steigenden Eigenkapitalquote und der Rendite von 6,50% p.a. (auf Kursbasis von 100,00% am 25.09.2019) wird die 6,50%-NZWL-18/24-Anleihe weiterhin als "attraktiv" (4 von 5 möglichen Sternen) bewertet, so die KFM Deutsche Mittelstand AG. (26.09.2019/alc/n/a)