Zähes Inflations-Ringen


27.05.24 14:38
DekaBank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Eine anstrengende Woche an den Kapitalmärkten liegt hinter uns: Aktienmärkte leicht schwächer, Renditen festverzinslicher Wertpapiere höher, so die Analysten der DekaBank.

Es habe den Anschein, als würden sich die von den Marktteilnehmern gewünschten Zinssenkungen noch etwas hinziehen. Schließlich seien Leitzinssenkungen kein Selbstläufer. Dies hätten nun auch die Briten, die gerade von Premierminister Sunak zu Parlamentswahlen am 4. Juli aufgerufen worden seien, erfahren. Höher als erwartet gemeldete Inflationsdaten würden die erste Leitzinssenkung der Bank of England etwas nach hinten schieben. Die veröffentlichten Sitzungsprotokolle der US-Notenbank FED hätten ebenfalls die Sorge genährt, dass die Geldpolitik eher später mit ihrer Lockerung beginnen könnte.

Die konjunkturellen Perspektiven würden weiter ordentlich aussehen und die Normalisierung gehe weiter. Für die Europäische Zentralbank passe dies zu einer sich dem Ziel weiter annähernden Inflationsberuhigung. Daher sei eine Leitzinssenkung für die EZB am 6. Juni gesetzt. Das sehe in den USA anders aus. Dort bestünden bei den Notenbankgouverneuren einige Zweifel, ob die eigene Geldpolitik restriktiv genug sei, um sie bald lockern zu können. Deshalb würden die Finanzmarktteilnehmer zum Wochenausklang gespannt auf die Veröffentlichung des Deflators der privaten Konsumausgaben warten. Dieses für die Notenbank FED relevante Inflationsmaß habe in den ersten drei Monaten zu hohe Anstiege für eine baldige monetäre Lockerung gezeigt. Hier würde eine abermalige Enttäuschung für den April die Zinssenkungserwartungen für die USA markbelastend nach hinten schieben.

Vor der Leitzinssenkung im Juni würden die Notenbanker der EZB die für Freitag anstehenden Verbraucherpreise aus dem Monat Mai nochmals unter die Lupe nehmen, und aus China dürfte der Einkaufsmanagerindex neue Erkenntnisse über die chinesische Konjunktur liefern. (27.05.2024/alc/a/a)