Volkswagen-Anleihe: PS-starkes Investment


05.07.12 15:02
Anleihencheck Research

Westerburg (www.anleihencheck.de) - Der Analyst Sven Krupp von Anleihencheck Research hält die Unternehmensanleihe (ISIN XS0646459197 / WKN A0VRFC) von Volkswagen für ein attraktives Investment für den europäischen Corporate Bonds-Sektor.

Die Anleihe sei mit einem Kupon von 6,25% ausgestattet, laufe noch bis zum 15.07.2015 und weise eine anlegerfreundliche Stückelung von 2.000 Australische Dollar (AUD) (entspreche knapp 1.600 Euro) auf. Bei einem aktuellen Kurs von 105,35% biete die Anleihe eine jährliche Rendite von 4,41%. Das Rating für die Anleihe durch die Agentur Moody's laute "A3". Damit liege die Einstufung im mittleren Investment-Grade-Bereich.

Die Volkswagen AG sei der größte Automobilhersteller in Europa und der zweitgrößte weltweit. Der Konzern sei in die Bereiche Automobil, Finanzdienstleistungen sowie Finanzierungen gegliedert. Zu den bekannten Marken würden neben VW, Audi und künftig auch Porsche unter anderem auch Seat, Skoda sowie Bentley und Lamborghini gehören.

Der positive Nachrichtenfluss bei Volkswagen halte an. Nachdem die Q1'2012-Zahlen sehr gut und auch die bisherigen Absatzzahlen überzeugend ausgefallen seien, habe der Automobilkonzern gestern Abend die früher als erwartete Integration des Automobilgeschäfts von Porsche verkündet. Dieses solle bereits zum 1. August 2012 erfolgen.

Die Vollkonsolidierung von Porsche werde nach Angaben von Volkswagen einen positiven Einfluss auf das Konzernergebnis von Volkswagen haben. Im Operativen Ergebnis des laufenden Geschäftsjahres würden die anfänglich hohen Abschreibungen aus der sogenannten Kaufpreisallokation den Ergebnisbeitrag voraussichtlich weitestgehend ausgleichen. Infolge der Vollkonsolidierung müsse Volkswagen eine Neubewertung der bislang gehaltenen Anteile an der Porsche Zwischenholding GmbH zum Zeitwert vornehmen. Dies werde im laufenden Geschäftsjahr, basierend auf den Bewertungsparametern zum 31. März 2012, zu einem deutlich positiven, nicht liquiditäts-wirksamen Effekt in Höhe von mehr als 9 Mrd. Euro im Finanzergebnis des Volkswagen-Konzerns führen. Die Nettoliquidität des Konzernbereichs Automobile werde sich voraussichtlich um insgesamt rund 7 Mrd. Euro verringern: Neben der Barleistung in Höhe von rund 4,46 Mrd. Euro werde sich die erstmalige Konsolidierung der negativen Nettoliquidität der Porsche AG voraussichtlich in Höhe von -2,5 Mrd. Euro im Volkswagen-Konzern liquiditäts-mindernd auswirken.

Die Meldung ist nach Meinung der Analysten von Anleihencheck Research eindeutig positiv für Volkswagen. Es sei u.a. mit Synergieeffekten im dreistelligen Millionen Euro-Bereich zu rechnen und ein möglicher Unsicherheitsfaktor falle mit der Entscheidung nun weg.

Der Titel bleibt für die Analysten von Anleihencheck Research einer der Top-Picks im Automobilsektor. Die starke Marktstellung im asiatischen Raum, die gute Produktpalette, die neue Plattformstrategie sowie die Engagements bei MAN und Porsche - die Geschäftsführung scheine alles richtig zu machen. Nach Ansicht der Analysten befinde sich der Automobilkonzern weiterhin auf einem sehr guten Weg, zum Branchenprimus aufzusteigen.

Anlegern, denen aber ein Aktieninvestment zu riskant ist, erscheint den Analysten von Anleihencheck Research die oben genannte Unternehmensanleihe von Volkswagen eine interessante Alternative für den europäischen Corporate Bonds-Sektor zu sein. Der Clou des Papiers bestehe darin, dass es auf die Währung AUD laute. Der Aussie zähle derzeit zu den stabilsten Weltwährungen. Eine vergleichbare Volkswagen-Anleihe auf EUR liege etwa 3 Prozentpunkte unter der o.a. Anleihe. Zwar bestehe grundsätzlich ein Währungsrisiko, doch eine größere Abwertungsgefahr des Euro gegenüber dem AUD sehe man momentan nicht. Im Gegenteil, der AUD könnte gegenüber dem Euro durchaus noch weiter zulegen, was die Rendite der Währungsanleihe zusätzlich steigern würde. (Analyse vom 05.07.2012) (05.07.2012/alc/a/a)


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