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Berg- und Talfahrt für Bund-Future
03.08.12 15:58
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Anleger mussten in dieser Woche schmerzlich feststellen, dass die Notenbanken allein nicht all ihre Sorgen beseitigen können, so die Deutsche Börse AG.
"Sowohl diesseits als auch jenseits des Atlantik hatten Marktteilnehmer auf neue Geldspritzen gewartet und wurden enttäuscht", fasse Arthur Brunner von ICF Kursmakler zusammen. Erst habe Ben Bernanke in den USA neuen geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen der Federal Reserve eine Absage erteilt. "EZB-Präsident Mario Draghi konnte die geschürten Erwartungen ebenfalls nicht erfüllen." Im Vorfeld der EZB Ratssitzung habe er angekündigt‚ alles Notwenige zu tun, um den Euro zu erhalten. Damit habe er Spekulationen über eine Banklizenz für den ESM und sofortigen Käufen in spanischen und italienischen Staatsanleihen die Türen geöffnet.
Nach anfänglicher Ernüchterung über ausbleibende Stützungskäufe sei die Aufregung am heutigen Freitag bereits wieder abgeebbt. "Was bleibt ist die Erkenntnis, dass die Worte von Mario Draghi in Zukunft vermutlich nicht mehr ganz so auf die Goldwaage gelegt werden", prognostiziere Gregor Daniel. Der EZB-Chef habe sich mit seinen Äußerungen einfach zu weit aus dem Fenster gelehnt.
An den Renditeveränderungen für zehnjährige spanische Staatsanleihen erkenne man dem Händler der Walter Ludwig Wertpapierhandelsgesellschaft zufolge die Gefühlsausbrüche an den Kapitalmärkten. "Sie machten einen Zickzackkurs von 7,75 Prozent in der vergangenen Woche, runter auf 6,58 Prozent vor und wieder rauf auf 7,31 Prozent nach der Ratssitzung."
Ebenso rasant sei der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) von 142,83 auf 145,17 Prozent geklettert. "Innerhalb von nur zwei Stunden schnellte das deutsche Rentenbarometer vom Wochentief zum Wochenhoch", merke Brunner an. Profitiert habe einmal mehr der Bund. "Für fünfjährige Anleihen waren lediglich 0,31 Prozent jährliche Zinsen fällig." Im Vergleich dazu habe Spanien für vierjährige Bonds zu einem Zins von 5,971 Prozent deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen.
Der Bundesrepublik helfe zudem die Bestätigung der Höchstnote für ihre Kreditwürdigkeit verbunden mit einem stabilen Ausblick durch Standard & Poor's. "Top-Bewertungen gab es auch für Frankreich", bemerke Daniel und sehe darin den Grund für die niedrigen Renditen von 2,05 Prozent für zehnjährige französische Anleihen. "Damit sind sie von ihrem Allzeittief bei 2,02 Prozent nicht weit entfernt."
Der Euro sei gegenüber dem US-Dollar gestärkt aus den Diskussionen rund um mögliche Anleihekäufe vonseiten der EZB hervorgegangen. "Er konnte sich deutlich jenseits der kritischen Marke von 1,20 etablieren", beschreibe Klaus Stopp. Der Anleihehändler der Baader Bank warne jedoch davor, diesem Währungspaar zu viel Bedeutung beizumessen. "Da werden zwei Problemkinder miteinander verglichen." Gegenüber dem Australischen Dollar (AUD) beispielsweise habe der Euro mit 1,1640 zwischenzeitlich ein neues Tief erreicht, ebenso gegenüber dem Japanischen Yen mit 94,09.
Die anhaltenden Zukunftssorgen hinsichtlich des Euros hätten generell den als stabil geltenden Fremdwährungen in die Hände gespielt. "Im Rentenhandel hat sich bei uns das Umsatzverhältnis in den vergangenen Monaten kontinuierlich zugunsten von Fremdwährungsbonds verschoben", registriere Daniel. Auf der Beliebtheitsskala ganz oben befinde sich der Australische Dollar, gefolgt von der Türkischen Lira (TRY) und dem Kanadischen Dollar (CAD). Etwa stehe eine im Juni 2015 fällig werdende Hyundai-Anleihe mit einem Kupon von 5,375 Prozent bei Anlegern derzeit auf den Einkaufslisten. Zudem komme eine VW-Anleihe mit einem Zins von 6,250 Prozent und einer Fälligkeit im Juli 2015 gut an.
Im Handel hätten Anleger Unternehmensanleihen mit hoher Rendite bevorzugt, wie die Händler berichten würden. Brunner spreche von einem regen Interesse beispielsweise an Schäffler-Anleihen (ISIN XS0741938624 / WKN A1G0J3, ISIN XS0741939788 / WKN A1G0J5, ISIN nicht bekannt/ WKN A1G6WT9). "Continental präsentierte in dieser Woche gute Zahlen", begründe der Händler die hohe Nachfrage. Spürbare Umsätze gebe es zudem in einer Nachranganleihe der IKB, die im Juli nächsten Jahres fällig werde. "Vor allen Kleinanleger greifen bei einer Rendite von 15,75 Prozent zu und versüßen sich damit das Risiko."
Teuer zu stehen komme dem Stahlkonzern Arcelor Mittal der Verlust des Investment Grades von Standard & Poor's. Neben dem Kurssturz der Aktie von 8,8 Prozent auf 11,91 Euro müsse das Unternehmen beispielsweise für eine Anleihe (ISIN XS0431928414 / WKN A1AHHS) deshalb vertragsgemäß einen höheren Kupon zahlen, wie Daniel anmerke. "Die Umstellung erfolgt allerdings erst ab dem nächsten Kupontermin am 3. Juni 2013." (03.08.2012/alc/a/a)
"Sowohl diesseits als auch jenseits des Atlantik hatten Marktteilnehmer auf neue Geldspritzen gewartet und wurden enttäuscht", fasse Arthur Brunner von ICF Kursmakler zusammen. Erst habe Ben Bernanke in den USA neuen geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen der Federal Reserve eine Absage erteilt. "EZB-Präsident Mario Draghi konnte die geschürten Erwartungen ebenfalls nicht erfüllen." Im Vorfeld der EZB Ratssitzung habe er angekündigt‚ alles Notwenige zu tun, um den Euro zu erhalten. Damit habe er Spekulationen über eine Banklizenz für den ESM und sofortigen Käufen in spanischen und italienischen Staatsanleihen die Türen geöffnet.
Nach anfänglicher Ernüchterung über ausbleibende Stützungskäufe sei die Aufregung am heutigen Freitag bereits wieder abgeebbt. "Was bleibt ist die Erkenntnis, dass die Worte von Mario Draghi in Zukunft vermutlich nicht mehr ganz so auf die Goldwaage gelegt werden", prognostiziere Gregor Daniel. Der EZB-Chef habe sich mit seinen Äußerungen einfach zu weit aus dem Fenster gelehnt.
An den Renditeveränderungen für zehnjährige spanische Staatsanleihen erkenne man dem Händler der Walter Ludwig Wertpapierhandelsgesellschaft zufolge die Gefühlsausbrüche an den Kapitalmärkten. "Sie machten einen Zickzackkurs von 7,75 Prozent in der vergangenen Woche, runter auf 6,58 Prozent vor und wieder rauf auf 7,31 Prozent nach der Ratssitzung."
Der Bundesrepublik helfe zudem die Bestätigung der Höchstnote für ihre Kreditwürdigkeit verbunden mit einem stabilen Ausblick durch Standard & Poor's. "Top-Bewertungen gab es auch für Frankreich", bemerke Daniel und sehe darin den Grund für die niedrigen Renditen von 2,05 Prozent für zehnjährige französische Anleihen. "Damit sind sie von ihrem Allzeittief bei 2,02 Prozent nicht weit entfernt."
Der Euro sei gegenüber dem US-Dollar gestärkt aus den Diskussionen rund um mögliche Anleihekäufe vonseiten der EZB hervorgegangen. "Er konnte sich deutlich jenseits der kritischen Marke von 1,20 etablieren", beschreibe Klaus Stopp. Der Anleihehändler der Baader Bank warne jedoch davor, diesem Währungspaar zu viel Bedeutung beizumessen. "Da werden zwei Problemkinder miteinander verglichen." Gegenüber dem Australischen Dollar (AUD) beispielsweise habe der Euro mit 1,1640 zwischenzeitlich ein neues Tief erreicht, ebenso gegenüber dem Japanischen Yen mit 94,09.
Die anhaltenden Zukunftssorgen hinsichtlich des Euros hätten generell den als stabil geltenden Fremdwährungen in die Hände gespielt. "Im Rentenhandel hat sich bei uns das Umsatzverhältnis in den vergangenen Monaten kontinuierlich zugunsten von Fremdwährungsbonds verschoben", registriere Daniel. Auf der Beliebtheitsskala ganz oben befinde sich der Australische Dollar, gefolgt von der Türkischen Lira (TRY) und dem Kanadischen Dollar (CAD). Etwa stehe eine im Juni 2015 fällig werdende Hyundai-Anleihe mit einem Kupon von 5,375 Prozent bei Anlegern derzeit auf den Einkaufslisten. Zudem komme eine VW-Anleihe mit einem Zins von 6,250 Prozent und einer Fälligkeit im Juli 2015 gut an.
Im Handel hätten Anleger Unternehmensanleihen mit hoher Rendite bevorzugt, wie die Händler berichten würden. Brunner spreche von einem regen Interesse beispielsweise an Schäffler-Anleihen (ISIN XS0741938624 / WKN A1G0J3, ISIN XS0741939788 / WKN A1G0J5, ISIN nicht bekannt/ WKN A1G6WT9). "Continental präsentierte in dieser Woche gute Zahlen", begründe der Händler die hohe Nachfrage. Spürbare Umsätze gebe es zudem in einer Nachranganleihe der IKB, die im Juli nächsten Jahres fällig werde. "Vor allen Kleinanleger greifen bei einer Rendite von 15,75 Prozent zu und versüßen sich damit das Risiko."
Teuer zu stehen komme dem Stahlkonzern Arcelor Mittal der Verlust des Investment Grades von Standard & Poor's. Neben dem Kurssturz der Aktie von 8,8 Prozent auf 11,91 Euro müsse das Unternehmen beispielsweise für eine Anleihe (ISIN XS0431928414 / WKN A1AHHS) deshalb vertragsgemäß einen höheren Kupon zahlen, wie Daniel anmerke. "Die Umstellung erfolgt allerdings erst ab dem nächsten Kupontermin am 3. Juni 2013." (03.08.2012/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 126,0536 € | 125,1945 € | 0,8591 € | +0,69% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 132,00 € | 124,26 € | |
Werte im Artikel
16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie



