US-Kerninflation im Wochenverlauf im Fokus


10.12.18 09:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Datenseitig gestaltet sich der Wochenauftakt verhältnismäßig ruhig, so die Analysten der Helaba.

Natürlich richte sich der Blick der Marktteilnehmer nach Großbritannien, denn im Vorfeld der möglichen Parlamentsabstimmung über den "Brexit"-Deal stehe dort die Industrieproduktion des Monats Oktober zur Veröffentlichung an. Per saldo stagniere der Ausstoß der britischen Industrie seit dem Herbst 2017. Dass sich daran gerade jetzt etwas ändere, sei nicht abzusehen. Ein erwartetes Plus von 0,2% sei nicht als Befreiungsschlag zu werten.

In der Eurozone gebe das sentix-Investorenvertrauen Hinweise auf die in Deutschland folgende ZEW-Umfrage. Angesichts der massiven Aktienverluste sei wohl mit schwächeren Werten bei diesen Befragungen der Marktteilnehmer zu rechnen. Daher dürfte auch die Aussicht auf stärkere Erholungen der Einkaufsmanagerindices des laufenden Monats begrenzt sein. Die Vorabschätzungen in Deutschland, Frankreich und der Eurozone stünden bereits Ende der Woche im Kalender. Alles in allem dürfte das Bild der verringerten konjunkturellen Dynamik nochmals untermauert werden. Ein Signal für eine Wende hin zum Besseren sei wohl weiter Fehlanzeige.

In den USA gebe heute die Zahl der unbesetzten Stellen den Auftakt. Es handele sich um Oktoberwerte und daher sei der Einfluss gering, die Knappheitssituation am US-Arbeitsmarkt werde aber nochmals unterstrichen. Vor diesem Hintergrund sollten die sich aufbauenden Inflationsgefahren nicht unbeachtet bleiben. Preisentwicklungen würden den weiteren Wochenverlauf zudem dominieren. Die Erzeugerpreise würden den Reigen morgen eröffnen, die Verbraucherpreise, vor allem die Kerninflation, werde aber im Fokus stehen.

Zusammen mit den fallenden Ölpreisen hätten sich zuletzt die Inflationserwartungen verringert und zu sinkenden Zinsspekulationen bezüglich der FED beigetragen. Die FED orientiere sich an der Preisentwicklung abseits der Energie- und Nahrungsmittel. Hier sei im Gegensatz zur Gesamtteuerungsrate mit einem weiteren Anstieg zu rechnen. Zum einen wirke der vorausgegangene Ölpreisanstieg noch fort, zum anderen würden die Löhne mit einer Rate von über 3% steigen, während die Nachfrage nach Gütern weiterhin solide sei. Darauf sollten auch die Einzelhandelsumsätze hinweisen. Die in den sinkenden Zinsspekulationen zum Ausdruck kommende Konjunkturskepsis erscheine im Lichte der Daten überzogen. Unbestreitbar sei allerdings der dämpfende Einfluss der politischen Verunsicherung. Ungelöste Probleme in Italien, Frankreich und rund um den "Brexit" würden das Marktsentiment ebenso wie die Konflikte der USA mit China und Russland belasten. (10.12.2018/alc/a/a)