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US-Inflation überrascht: Trotz Zölle kaum Preisdruck - Zinssenkung dennoch möglich?
16.06.25 10:00
Raiffeisen Bank International AG
Wien (www.anleihencheck.de) - In den USA konnte die Inflation im Mai trotz höherer Importzölle nach unten überraschen, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).
Die Gesamtrate habe bei 2,4% und die Kernrate bei 2,8% p.a. gelegen, womit die Verbraucherpreisinflation 0,1 %-Punkte unter den Erwartungen gelegen habe. Von den höheren Einfuhrzöllen sei in den Preisdaten somit nur wenig zu spüren gewesen. Insbesondere in der Kategorie Kern-Güterpreise, wo Zolleffekte am deutlichsten spürbar sein sollten, sei der Preisdruck mit 0% p.m. nicht vorhanden gewesen. Auch die Kerndienstleistungen seien mit einem Preisanstieg von 0,2% p.m. keine Quelle des Inflationsdrucks gewesen. Preiserhöhende Effekte der Importzölle seien bislang eher in den Stimmungsindikatoren, aber nicht in den Inflationsdaten abzulesen. Eine gewisse Weitergabe der höheren Zoll-Abgabe bis hin zu den Konsumenten sei aber nach wie vor das wahrscheinlichste Szenario - wenn auch nicht in vollem Ausmaß. Dass der Inflations-Schock aber bis jetzt ausgeblieben sei, solle als ein positives Signal bewertet werden.
In den kommenden Tagen sei am Datenkalender nur wenig Neues vermerkt. In den USA seien regionale Vorlaufindikatoren von Interesse. Des Weiteren seien mit Industrieproduktion und Einzelhandelsumsatz harte Indikationen zur BIP-Entwicklung relevant. In der Eurozone dürften die ZEW-Umfragen die Ergebnisse des Sentix nacherzählen, also eine merkliche Stimmungsverbesserung ausweisen. Des Weiteren würden die Analysten der RBI von einer weiteren Aufhellung des Konsumentenvertrauens ausgehen, womit der Stimmungsknick vom April (Trump habe hohe Zölle verkündet) ausgebügelt wäre.
Es sei nicht davon auszugehen, dass die US-Notenbank FED der Forderung Donald Trumps nach einer Leitzinssenkung auf der nächstwöchigen Zinssitzung nachgeben werde. Das Leitzinsband befinde sich zwischen 4,25% und 4,5% und damit sehe sich die FED gemäß eigener Kommunikation im Hinblick auf bevorstehende Aufgaben gut positioniert. Die ökonomischen Auswirkungen der Trumpschen Politik seien nach wie vor ungewiss, auch wenn sich jüngste Indikatoren überraschend unbeeindruckt gezeigt hätten. Die Arbeitslosenquote sei bislang konstant bei 4,2% geblieben und die Inflation habe eher nach unten als nach oben überrascht. Vor diesem Hintergrund sei wohl nur wenig Guidance der FED über die nächsten geldpolitischen Schritte zu erwarten. Eine gewisse Orientierung werde die FED aber im Zuge der neuen Wirtschaftsprognosen geben müssen. Im März habe die FED noch zwei Zinssenkungen im Jahresverlauf in Aussicht gestellt, diesmal könnten es aber schon weniger sein. Der Zinsmarkt preise aktuell noch zwei Zinssenkungen der FED in diesem Jahr ein - eine im September und eine zweite im Dezember. Nach der Sommer-Zinssitzung im Juli könnte es somit spannend werden in der US-Geldpolitik. Den Kick-Off könnte dazu traditionell das jährliche Jackson Hole Symposium Ende August (21.-23.) liefern. Nächste Woche heiße es aber noch einmal abwarten.
Wenig überraschend habe am Zinsmarkt der Angriff Israels auf den Iran für Volatilität gesorgt. Nach einer ersten Flucht in sichere Häfen, bei der Bunds, Treasuries, aber auch der US-Dollar profitiert hätten, seien Benchmark-Renditen im weiteren Verlauf angestiegen. Grund dafür seien wohl steigende Inflationserwartungen, die dem Ölpreis folgen würden. Langfristige Inflationserwartungen seien jedoch stabil geblieben. Im Umfeld erhöhter politischer Unsicherheit stelle die Eskalation im Mittleren Osten einen zusätzlichen Unsicherheitsfaktor dar, den es für die Notenbanken und auch Investoren zu berücksichtigen gelte. Da im Zollstreit ebenso Inflationssorgen im Vordergrund stünden (Abwärtsrisiken in Europa, Aufwärtsrisiken in den USA), könne die Entwicklung bei den globalen Energiepreisen für die Ausrichtung der Geldpolitik das Zünglein an der Waage darstellen. Aus Sicht der EZB spiele dies sicherlich den Zins-Hawks in die Karten, um die Risikoeinschätzung des Inflationsausblicks wieder ausgewogener zu interpretieren. (Ausgabe vom 13.06.2025) (16.06.2025/alc/a/a)
Die Gesamtrate habe bei 2,4% und die Kernrate bei 2,8% p.a. gelegen, womit die Verbraucherpreisinflation 0,1 %-Punkte unter den Erwartungen gelegen habe. Von den höheren Einfuhrzöllen sei in den Preisdaten somit nur wenig zu spüren gewesen. Insbesondere in der Kategorie Kern-Güterpreise, wo Zolleffekte am deutlichsten spürbar sein sollten, sei der Preisdruck mit 0% p.m. nicht vorhanden gewesen. Auch die Kerndienstleistungen seien mit einem Preisanstieg von 0,2% p.m. keine Quelle des Inflationsdrucks gewesen. Preiserhöhende Effekte der Importzölle seien bislang eher in den Stimmungsindikatoren, aber nicht in den Inflationsdaten abzulesen. Eine gewisse Weitergabe der höheren Zoll-Abgabe bis hin zu den Konsumenten sei aber nach wie vor das wahrscheinlichste Szenario - wenn auch nicht in vollem Ausmaß. Dass der Inflations-Schock aber bis jetzt ausgeblieben sei, solle als ein positives Signal bewertet werden.
Es sei nicht davon auszugehen, dass die US-Notenbank FED der Forderung Donald Trumps nach einer Leitzinssenkung auf der nächstwöchigen Zinssitzung nachgeben werde. Das Leitzinsband befinde sich zwischen 4,25% und 4,5% und damit sehe sich die FED gemäß eigener Kommunikation im Hinblick auf bevorstehende Aufgaben gut positioniert. Die ökonomischen Auswirkungen der Trumpschen Politik seien nach wie vor ungewiss, auch wenn sich jüngste Indikatoren überraschend unbeeindruckt gezeigt hätten. Die Arbeitslosenquote sei bislang konstant bei 4,2% geblieben und die Inflation habe eher nach unten als nach oben überrascht. Vor diesem Hintergrund sei wohl nur wenig Guidance der FED über die nächsten geldpolitischen Schritte zu erwarten. Eine gewisse Orientierung werde die FED aber im Zuge der neuen Wirtschaftsprognosen geben müssen. Im März habe die FED noch zwei Zinssenkungen im Jahresverlauf in Aussicht gestellt, diesmal könnten es aber schon weniger sein. Der Zinsmarkt preise aktuell noch zwei Zinssenkungen der FED in diesem Jahr ein - eine im September und eine zweite im Dezember. Nach der Sommer-Zinssitzung im Juli könnte es somit spannend werden in der US-Geldpolitik. Den Kick-Off könnte dazu traditionell das jährliche Jackson Hole Symposium Ende August (21.-23.) liefern. Nächste Woche heiße es aber noch einmal abwarten.
Wenig überraschend habe am Zinsmarkt der Angriff Israels auf den Iran für Volatilität gesorgt. Nach einer ersten Flucht in sichere Häfen, bei der Bunds, Treasuries, aber auch der US-Dollar profitiert hätten, seien Benchmark-Renditen im weiteren Verlauf angestiegen. Grund dafür seien wohl steigende Inflationserwartungen, die dem Ölpreis folgen würden. Langfristige Inflationserwartungen seien jedoch stabil geblieben. Im Umfeld erhöhter politischer Unsicherheit stelle die Eskalation im Mittleren Osten einen zusätzlichen Unsicherheitsfaktor dar, den es für die Notenbanken und auch Investoren zu berücksichtigen gelte. Da im Zollstreit ebenso Inflationssorgen im Vordergrund stünden (Abwärtsrisiken in Europa, Aufwärtsrisiken in den USA), könne die Entwicklung bei den globalen Energiepreisen für die Ausrichtung der Geldpolitik das Zünglein an der Waage darstellen. Aus Sicht der EZB spiele dies sicherlich den Zins-Hawks in die Karten, um die Risikoeinschätzung des Inflationsausblicks wieder ausgewogener zu interpretieren. (Ausgabe vom 13.06.2025) (16.06.2025/alc/a/a)
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| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 27.03./22:00 |
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