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USA und Europa - zwei Inflationswelten
16.08.22 11:35
DONNER & REUSCHEL AG
Hamburg (www.anleihencheck.de) - Seit Mitte 2021 kannte die Inflation sowohl in der Eurozone als auch in den USA nur ein Richtung, so Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei der Privatbank DONNER & REUSCHEL AG.
Nahezu parallel seien die Preissteigerungsraten in kaum für möglich gehaltene Höhen angezogen und hätten im Sommer jeweils um die 9 Prozent erreicht. Mit den Juli-Veröffentlichungen sei jedoch eine unterschiedliche Entwicklung deutlich geworden. Während die Teuerungsrate in den USA auf 8,5 Prozent gesunken sei, habe sie in der Eurozone weiter auf 8,9 Prozent zugelegt. Für Deutschland sei zwar zuletzt mit 7,5 Prozent eine geringere Inflation berichtet worden, allerdings seien dafür Sondereffekte wie die Einführung des Tankrabatts und des 9-Euro-Tickets verantwortlich, die ab September wieder wegfallen würden. Mit der Einführung der Gasumlage ab Oktober und deren aufgrund notwendiger Ankündigungsfristen voraussichtlich leicht verzögerter Wirkung ab November erhalte die Teuerung einen weiteren Anschub.
Entscheidend für die unterschiedliche Entwicklung dies- und jenseits des Atlantiks seien aber die seit Juni deutlich gefallenen Weltmarktpreise für Rohöl und viele andere Rohstoffe, die in den USA die Produzenten- und Verbraucherpreise dämpfen würden. Zwar würden auch in Deutschland die Kraftstoffpreise sinken, allerdings steige der hier relevante Großhandelspreis für Gas aufgrund der Unsicherheit über die künftigen Liefermengen aus Russland weiter an. Obwohl der Füllstand der deutschen Gaslager bereits über 75 Prozent liege und damit über der Zielsetzung der Bundesnetzagentur für Mitte August, sei das Szenario einer Rationierung von Energie im Winter nicht vom Tisch und der Aufwärtsdruck auf die Energiepreise werde vorerst hoch bleiben.
In den USA hingegen dürften die kommenden Arbeitsmarktberichte weniger positiv ausfallen als noch im Juli, da bereits einige Unternehmen aufgrund einer nachlassenden Konsumnachfrage und Konjunkturdynamik Entlassungen angekündigt hätten. Die Anzahl der mehr als 10 Millionen offener Stellen sollte daher künftig abnehmen und der zuletzt sehr hohe Lohndruck nachlassen. Von der Europäischen Zentralbank werde daher Anfang September eine weitere Leitzinsanhebung um 0,50 Prozentpunkte erwartet, während die US-Notenbank FED weniger als die bisher erwarteten 0,75 Prozentpunkte Leitzinsanstieg anpeilen könnte. Der Kurs des Euro im Vergleich zum US-Dollar dürfte davon profitieren, es sei denn Russland würde seine Lieferungen komplett einstellen. (16.08.2022/alc/a/a)
Nahezu parallel seien die Preissteigerungsraten in kaum für möglich gehaltene Höhen angezogen und hätten im Sommer jeweils um die 9 Prozent erreicht. Mit den Juli-Veröffentlichungen sei jedoch eine unterschiedliche Entwicklung deutlich geworden. Während die Teuerungsrate in den USA auf 8,5 Prozent gesunken sei, habe sie in der Eurozone weiter auf 8,9 Prozent zugelegt. Für Deutschland sei zwar zuletzt mit 7,5 Prozent eine geringere Inflation berichtet worden, allerdings seien dafür Sondereffekte wie die Einführung des Tankrabatts und des 9-Euro-Tickets verantwortlich, die ab September wieder wegfallen würden. Mit der Einführung der Gasumlage ab Oktober und deren aufgrund notwendiger Ankündigungsfristen voraussichtlich leicht verzögerter Wirkung ab November erhalte die Teuerung einen weiteren Anschub.
Entscheidend für die unterschiedliche Entwicklung dies- und jenseits des Atlantiks seien aber die seit Juni deutlich gefallenen Weltmarktpreise für Rohöl und viele andere Rohstoffe, die in den USA die Produzenten- und Verbraucherpreise dämpfen würden. Zwar würden auch in Deutschland die Kraftstoffpreise sinken, allerdings steige der hier relevante Großhandelspreis für Gas aufgrund der Unsicherheit über die künftigen Liefermengen aus Russland weiter an. Obwohl der Füllstand der deutschen Gaslager bereits über 75 Prozent liege und damit über der Zielsetzung der Bundesnetzagentur für Mitte August, sei das Szenario einer Rationierung von Energie im Winter nicht vom Tisch und der Aufwärtsdruck auf die Energiepreise werde vorerst hoch bleiben.
In den USA hingegen dürften die kommenden Arbeitsmarktberichte weniger positiv ausfallen als noch im Juli, da bereits einige Unternehmen aufgrund einer nachlassenden Konsumnachfrage und Konjunkturdynamik Entlassungen angekündigt hätten. Die Anzahl der mehr als 10 Millionen offener Stellen sollte daher künftig abnehmen und der zuletzt sehr hohe Lohndruck nachlassen. Von der Europäischen Zentralbank werde daher Anfang September eine weitere Leitzinsanhebung um 0,50 Prozentpunkte erwartet, während die US-Notenbank FED weniger als die bisher erwarteten 0,75 Prozentpunkte Leitzinsanstieg anpeilen könnte. Der Kurs des Euro im Vergleich zum US-Dollar dürfte davon profitieren, es sei denn Russland würde seine Lieferungen komplett einstellen. (16.08.2022/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 24.04./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


