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Türkische Euro-Anleihen wiederentdeckt, Bund sorgt für Planungssicherheit bei Investoren
28.06.13 15:26
Baader Bank
Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Jens Weidmann ist ein kluger Mann, der die Worte sorgfältig abzuwägen weiß, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.
So im Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Der Bundesbank-Präsident stimme mit dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, in vielen geldpolitischen Fragen überein. Aber er halte den Ankauf von Staatsanleihen grundsätzlich für problematisch. Ja, hier habe er, der Bundesbank-Präsident, eine andere Meinung als Draghi. Dennoch Draghi habe beim Ankauf von Staatsanleihen nicht von unbegrenzten Käufen gesprochen.
Vielmehr habe der EZB-Präsident gesagt, die EZB werde "alles tun, was notwendig ist". Immerhin vor dem Bundesverfassungsgericht habe die EZB ihr Ankaufprogramm beschränkt, auf maximal 524 Mrd. EUR. Das sei doch was! Das Programm OMT, mit dem die EZB seit Spätsommer 2012 unbegrenzte Anleihenkäufe unter Auflagen in Aussicht stelle, werde bekanntlich derzeit vom Bundesverfassungsgericht auf seine Rechtmäßigkeit hin geprüft. Eine Entscheidung werde nach den Bundestagswahlen im Herbst erwartet.
Draghi wiederum habe prompt auf Weidmanns Einlassungen reagiert, in Berlin, vor dem Wirtschaftsrat der CDU. Das Anleihenkaufprogramm OMT sei im Sommer 2012 notwendig geworden - alternativlos würde die Kanzlerin sagen -, weil der Verlust der Kontrolle über die Geldpolitik gedroht habe, habe der EZB-Chef argumentiert. In diesem Umfeld sei die EZB zum Handeln gezwungen gewesen. Die Initiative der EZB sei allen zuträglich: Banken, Unternehmen, Verbrauchern - und sie habe sowohl der Peripherie als auch den Kernstaaten genutzt. Er habe immerhin betont, dass die Anleihenkäufe an Bedingungen geknüpft seien – sie stünden unter "strikter Konditionalität".
Das heiße im Klartext, Anleihenkäufe und damit geringere Risikoaufschläge für die betreffenden Länder gebe es nur gegen Reformen. Nur wer sich einem ESM-Programm unterwerfe, könne damit rechnen. Und so habe Draghi die Staaten des Währungsraumes zu wirtschaftlichen Strukturreformen und zur Konsolidierung ihrer Staatshaushalte aufgefordert. Schuldenfinanzierte Staatsausgaben seien kein Weg zu Wachstum. Soweit, so gut. Die Botschaft hören wir wohl, allein mir fehlt ein wenig der Glaube, so der Analyst der Baader Bank. Zu oft seien Reformen oder Reformziele in der Euro-Zone immer wieder gedehnt oder ganz aufgegeben worden.
So auch in Sachen lockerer Geldpolitik. Die wolle die EZB im Gegensatz zu ihrem Pendant in den USA, der FED, auf absehbare Zeit noch nicht aufgeben. Man sei vom Exit noch weit entfernt, habe das französische EZB-Direktoriumsmitglied Benoit Coeure in Paris verlauten lassen. Dass man es im Eurosystem bei solchen Fragen eben mit 17 Staaten und 17 Stimmen zu tun habe, sehe auch Weidmann. Da möge man freilich noch so gute Argumente dafür haben, vom Ankauf von Staatsanleihen grundsätzlich die Finger zu lassen. Wenn einen die anderen überstimmen würden, könne schon mal 1 : 16 ausgehen.
Die Anleger hätten in diesen Tagen auf Euro lautende Staatsanleihen der Türkei neu entdeckt. Nach einer Kurstalfahrt im laufenden Monat hätten viele selektiv das aktuelle Preisniveau zum Einstieg genutzt, sodass die Kurse sich auch wieder leicht erholt hätten. Unter anderem hätten von dieser Entwicklung ein bis 2/2017 laufender Bond der Türkei mit einer Rendite von rund 3,1% sowie eine Türkei-Anleihe mit Fälligkeit 5/2020 und ca. 3,8% Rendite profitiert.
Unter den Unternehmensanleihen mit halbwegs attraktiver Rendite und einer ordentlichen Bonität habe in dieser Woche ein Bond (ISIN XS0938218400 / WKN A1TNEC) von Stada, der bis 6/2018 laufe und mit rund 2,2% rentiere, zu den Gesuchten gezählt. Auch eine im Mai 2018 endfällige Anleihe (ISIN XS0863116231 / WKN A1HDSJ) von METRO mit einer Rendite von über 2,1% habe nach dem Kursrückgang der vergangenen Wochen wieder ihre Käufer gefunden. Ebenso sei es einer Anleihe (ISIN XS0787483626 / WKN A1PGW5) von MTU Aero mit einer Laufzeit bis 6/2017 und einer Rendite von rund 1,5% ergangen.
Mario Draghi lese Frankreich die Leviten. Der EZB-Präsident habe die verantwortlichen Politiker in Paris insbesondere dazu ermahnt, den Arbeitsmarkt in Frankreich, wo die Arbeitslosenquote 11% betrage, endlich zu entkrusten. Barrieren für Unternehmen und junge Leute sowie komplexe Steuergesetze und eine den Wettbewerb verzerrende Regulierung müssten abgebaut werden, so Draghis Appell. Gleichzeitig habe er eingestanden, dass die Geldpolitik und damit das, was die EZB zu leisten vermöge, an ihre Grenzen stoße und man so gut wie nichts mehr tun könne, um Wachstum und Beschäftigung zu stützen.
Betrachte man die nackten Zahlen, sei Draghis Appell berechtigt. Frankreichs Wirtschaft sei im ersten Quartal zum zweiten Mal seit 2009 in die Rezession gerutscht. Von Januar bis März sei das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zum Vorquartal um 0,2% gesunken, nachdem die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone bereits im vierten Quartal 2012 um 0,2% geschrumpft sei.
Ob diese Entwicklung nicht noch beschleunigt werde, wenn Paris jetzt eine an sich lobenswerte Maßnahme gegen die Schuldenkrise ergreife und zum ersten Mal seit mehr als fünf Jahrzehnten die Staatsausgaben senken wolle, werde die Zukunft zeigen. Die geplanten Einsparungen über 1,5 Mrd. EUR sollten je zur Hälfte von Gemeinden und Regionen sowie den Ministerien und anderen staatlichen Stellen aufgebracht werden. Seit 1958 seien die Ausgaben des Staates zuvor jedes Jahr gestiegen.
Nach wochenlangen Diskussionen um die Regelungen der Bankenrettung scheine nun zumindest eines, nach dem Willen von Eurogruppen-Chef Dijsselbloem, klar zu sein, nämlich die Reihenfolge der Einbindung von Eignern und Gläubigern. Was sich bereits bei Zypern abgezeichnet habe, solle nun - nach der Zustimmung durch das EU-Parlament - festgeschrieben werden. Zuerst sollten Aktionäre, anschließend die Halter von Anleihen und erst zuletzt Privatpersonen mit Einlagen über 100.000,- EUR ihren Anteil an den Kosten einer Bankenrettung bzw. Bankenabwicklung tragen müssen. Hierbei handle es sich um eine Information, die für manche Investoren nichts Neues bedeute.
Allerdings würden viele Anleger und Politiker nun aus einem Traum aufschrecken. Denn die Gefahr eines Verlustes in Anleihen von Banken sei zwar immer wieder diskutiert worden, aber stets habe man den Eindruck gehabt, dass dieses Risiko negiert werde. Zumal sich dadurch anschließend die Refinanzierungskosten für Banken erhöhen könnten. Eine sicherlich so nicht gewünschte Auswirkung.
Nun solle es Schwarz auf Weiß fixiert werden und auch die Höhe von 100.000,- EUR für Bankeneinlagen lasse viele Anleger nicht ruhiger schlafen. Insbesondere die zuletzt genannte Regelung könne schnell zu einer Aufsplitterung von Bankguthaben auf verschiedene Kreditinstitute führen, was aber das Vorhaben schnell ad absurdum führen könnte. Denn wenn alle größeren Guthaben in kleine Häppchen aufgeteilt würden, so wäre auch diese Grenze nicht zu halten.
Vor einem solchen Schritt stehe aber immer noch die Möglichkeit der Bankenhilfe durch den Euro-Rettungsfonds ESM. Unter bestimmten Voraussetzungen werde ein gewisser Betrag, neben einer Beteiligung des Heimatlandes in Höhe von 10 bis 20% der Kapitalspritze, bereit gestellt. Ab Mitte 2014 solle diese neue ESM-Hilfe eingesetzt werden können. Es gelte den Teufelskreis zwischen schwächelnden Banken und steigenden Staatsverschuldungen zu durchbrechen. Wenn sich ein Staat lediglich mit ca. 10% an der Beihilfe beteiligen müsse, dann bestehe seitens der Staaten sicherlich wenig Interesse, das Übel zu bekämpfen. Somit liege noch viel Arbeit vor den Machern der neuen Regelungen, denn der Teufel stecke im Detail.
Schaffe man es im selbst ernannten Land der unbegrenzten Möglichkeiten doch wieder, sich wie einst Baron von Münchhausen am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen? Zumindest würden überraschend gute Konjunkturdaten aus den USA darauf hindeuten. So beschleunige sich die Erholung am amerikanischen Immobilienmarkt. Die Hauspreise in den 20 größten Ballungszentren seien im April um 12% gestiegen - deutlich mehr, als der Markt erwartet habe.
Ebenso über den Erwartungen hätten im Mai die Neuaufträge für langlebige Güter gelegen, deren Ordervolumen um 3,6% zum Vormonat zugelegt habe. Volkswirte hätten nur mit einem Plus von 3,0% gerechnet. Und auch die Verbraucherstimmung helle sich weiter auf. So sei das Verbrauchervertrauen von Mai auf Juni um 7,1 auf 81,4 Zähler gestiegen, womit der Indikator so hoch wie zuletzt Anfang 2008 gelegen habe und auch hier die Markterwartungen klar übertroffen worden seien.
Entsprechend nachgegeben hätten die Kurse am US-Anleihemarkt. Man möge nur hoffen, dass sich nun nicht wieder die Verbraucher, wie in den USA nicht unüblich, bei guter Stimmung über die Maßen verschulden würden. Der Staat habe dies ja bereits zur Genüge getan. Denn die Gefahren, die von der US-Staatsverschuldung ausgehen würden - Stichwort "Fiskalklippe" - würden immer noch wie ein Damoklesschwert über dem Land schweben.
Allerdings im ersten Quartal sei die Wirtschaft der USA noch deutlich schwächer gewachsen als zunächst ermittelt. Von Januar bis März habe das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der größten Volkswirtschaft der Welt im Jahresvergleich um 1,8% zugelegt. Erwartet habe man 2,4%.
Das ifo-Institut sage einen Schub für die deutsche Wirtschaft voraus. Allerdings hätten die Forscher angesichts des schwachen Jahresstarts ihre Wachstumsprognose für 2013 dennoch leicht von +0,7% auf +0,6% nach unten korrigiert. Für 2014 gehe das ifo-Institut dagegen von einem deutlichen Anstieg der Wirtschaftsleistung von +1,9% aus. Bereits in den Frühjahresmonaten habe die deutsche Konjunktur sehr deutlich Fahrt aufgenommen, hätten die Münchner festgestellt.
Nach Aussage des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) sei die deutsche Wirtschaft im zweiten Vierteljahr um 0,5% gegenüber dem Vorquartal gewachsen. Die Industrie habe ihre Produktion bereits seit Februar merklich ausgeweitet, so das DIW. Zudem habe sich die Stimmung der Unternehmen spürbar aufgehellt. "Die Unsicherheit ebbt spürbar ab und die Weltkonjunktur nimmt allmählich Fahrt auf", habe es geheißen. Kräftige Lohnsteigerungen dürften die Kauflaune der Bürger steigern.
Vergangenen Freitag habe Danone, ein multinationaler Getränke- und Lebensmittelkonzern mit Hauptsitz in Paris, eine 10-jährige Anleihe (ISIN FR0011527241 / WKN A1HMX7) emittiert. Platziert worden sei die Anleihe mit Fälligkeit 6/2023 mit einem Kupon von 2,6%. Das Volumen der Anleihe betrage 500 Mio. EUR. Gepreist worden sei die Anleihe bei +63 bps über Mid Swap.
Am Dienstag sei die Bruessels Air Holding, der Betreiber des Flughafens in Brüssel, mit einer Euro-Anleihe (ISIN BE6254681248 / WKN A1HM0L) mit einer Laufzeit von sieben Jahren am Kapitalmarkt aufgetreten. Platziert worden sei die Anleihe mit Fälligkeit 7/2020 mit einem Kupon von 3,25%. Das Volumen der Anleihe betrage ebenfalls 500 Mio. EUR. Gepreist worden sei die Anleihe final bei +160 bps über Mid Swap.
Dass Italiens Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi im Fall "Ruby" zu sieben Jahren verurteilt worden sei, wäre ja durchaus zu verschmerzen gewesen - für Italien und für Europa. Doch nun würden dem Euro-Schuldensünder Italien Milliardenverluste durch Finanztransaktionen aus den 90er Jahren drohen. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone könnte laut Zeitungsangaben Verluste von mindestens 8 Mrd. EUR hinzunehmen haben, da sie einen großen Teil der Derivategeschäfte von damals in den vergangenen Jahren zu schlechteren Konditionen neu habe verhandeln müssen. Das hätten die Zeitungen "La Repubblica" und "Financial Times" berichtet.
Das italienische Finanzministerium habe prompt widersprochen. "Die Hypothese, dass Italien Ende der 90er Jahre Derivate genutzt haben könnte, um die erforderlichen Konditionen für den Beitritt zum Euro zu schaffen, ist absolut ohne jede Grundlage", heiße es aus Rom. Indessen müsse Italien auch wieder mehr Zinsen für neue Schulden bezahlen. Bei einer Auktion von Geldmarktpapieren mit einer Laufzeit von sechs Monaten habe die Rendite bei 1,05% gelegen. Ende Mai habe dieser Wert noch bei der Hälfte gelegen.
Während der vergangenen Handelswoche habe sich der Euro-Bund-Future, nach einwöchiger Abstinenz, wieder in seinem seit Anfang Mai ausgebildeten Abwärtstrend befunden. Das Sorgenbarometer sei ohne jegliches Sicherungsnetz von 142,60% bis auf 139,90% zurückgefallen und habe somit ein neues Acht-Monats-Tief markiert.
Sogar die Tatsachen, dass in Euroland nach wie vor einige Krisenherde am Köcheln seien und auch die Angst vor einem Liquiditätsengpass in China, hätten den freien Fall des Euro-Bund-Future nur bedingt bremsen können. Mittlerweile pendle er zwar wieder um die Marke von 141,00%, doch es scheine als wäre den Marktteilnehmern seit der Rede des FED-Vorsitzenden Ben Bernanke der sichere Hafen nicht mehr sicher genug.
Bei einem Blick auf die Charttechnik seien die ersten Widerstände bei den psychologisch wichtigen Marken von 141,00% und 142,00% (mehrere Tiefs vom Juni 2013) zu sehen. Nach unten würden sich die Hoffnungen auf das Halten der Marke von 139,90%, dem bisherigen kurzfristigen Tiefstkurs richten. Erst dann werde sich zeigen, ob der Sommerschlussverkauf vorerst gestoppt worden sei und eine Stabilisierung eingesetzt habe oder ob nur wieder Schwung geholt worden sei für den neuerlichen Test.
Somit sei davon auszugehen, dass der Euro-Bund-Future aufgrund der vielen kleinen Störfeuer auch in den nächsten Handelswochen nicht zur Ruhe kommen werde.
Auch kurz vor der Jahresmitte seien verschiedene Euroländer wieder am Kapitalmarkt aktiv geworden und hätten mittels der Aufstockung von Altemissionen liquide Mittel in Milliardenhöhe bei Investoren aufgenommen. So würden in Italien und in Belgien geschehen.
In Deutschland hingegen habe zu Wochenbeginn die Emission von 12-Monats-BuBills auf der Agenda gestanden. Seien vor Monatsfrist (27.05.13) noch 3 Mrd. EUR zu 0,001% refinanziert worden, so habe nun eine Durchschnittsrendite von 0,123% akzeptiert werden müssen. Der ungewöhnlich starke Anstieg der Rendite spiegle somit die Marktentwicklung der vergangenen Wochen sehr deutlich wider.
Dennoch müsse Deutschland auch im dritten Quartal 2013 am Kapital- und Geldmarkt tätig werden. Um den Akteuren am Rentenmarkt einen besseren Überblick über die einzelnen Maßnahmen zu geben, habe die Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland den Emissionsplan für diese Zeitspanne veröffentlicht. Daraus werde ersichtlich, dass neben einer Tilgung von 61,2 Mrd. EUR und Zinszahlungen von 13,7 Mrd. EUR lediglich 63 Mrd. EUR neu aufgenommen werden sollten. Somit scheine sich die Kassenlage nicht zuletzt wegen der Steigerung der Steuereinnahmen deutlich besser darzustellen als noch im Vorjahr.
Nicht berücksichtigt sei hierbei der Anteil an dem neu begebenen "Deutschlandbond". Dieser betrage 13,5%. Ausgestattet sei das Gemeinschaftsprodukt mit einem Kupon von 1,5%, was bei einer Laufzeit bis 15.07.2020 und einem Emissionspreis von 98,926% einer Rendite von 1,663% entsprochen habe. Allein die Teilnahme des Bundes sei nicht ein Garant für niedrige Renditen, denn gegenüber siebenjährigen Bundestiteln betrage der Rendite-Pickup +0,53 Prozentpunkte. Somit sei des einen Freud des anderen Leid.
In der vergangenen Woche habe die Federal Reserve (FED), in persona Ben Bernanke, die Finanzmärkte mächtig in Aufruhr versetzt. Infolge seiner Aussagen zur US-Geldpolitik des Landes sei die europäische Gemeinschaftswährung stark unter Druck geraten. Darüber hinaus hätten gute Konjunkturdaten aus dem "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" für einen weiteren Dämpfer des Euro gesorgt, der innerhalb der Berichtswoche zwischen 1,3415 und 1,2986 US-Dollar gehandelt worden sei. Aktuell halte sich der Euro wieder knapp über der psychologisch wichtigen Marke von 1,30 US-Dollar. Dies könne sich jedoch bei der momentanen Volatilität schnell ändern.
Ganz anders zeige sich das Kursbild zur Norwegischen Krone. Hier sei es dem Euro einen neuen Höchststand zur erreichen gelungen. In der Spitze habe der Euro 8,0825 NOK, dem höchsten Stand seit Dezember 2010 gekostet. Nach dem Zinsentscheid der Zentralbank Norwegens habe die Währung eine Eigendynamik entwickelt, die allerdings auch eine Chance auf eine Gegenbewegung beinhalte.
Die anhaltende Unsicherheit um die gemeinsame Währung bringe die Fremdwährungsanleihen als Alternative immer wieder ins Blickfeld der Anleger. Zu den Favoriten würden weiterhin Währungsanleihen auf Australische Dollar, US-Dollar sowie auch Brasilianische Real zählen.
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Der Vorsitzende des Aufsichtsrats ist Dr. Horst Schiessl. Die Mitglieder des Vorstands sind Uto Baader (Vorsitzender), Nico Baader, Dieter Brichmann und Dieter Silmen. (28.06.2013/alc/a/a)
So im Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Der Bundesbank-Präsident stimme mit dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, in vielen geldpolitischen Fragen überein. Aber er halte den Ankauf von Staatsanleihen grundsätzlich für problematisch. Ja, hier habe er, der Bundesbank-Präsident, eine andere Meinung als Draghi. Dennoch Draghi habe beim Ankauf von Staatsanleihen nicht von unbegrenzten Käufen gesprochen.
Vielmehr habe der EZB-Präsident gesagt, die EZB werde "alles tun, was notwendig ist". Immerhin vor dem Bundesverfassungsgericht habe die EZB ihr Ankaufprogramm beschränkt, auf maximal 524 Mrd. EUR. Das sei doch was! Das Programm OMT, mit dem die EZB seit Spätsommer 2012 unbegrenzte Anleihenkäufe unter Auflagen in Aussicht stelle, werde bekanntlich derzeit vom Bundesverfassungsgericht auf seine Rechtmäßigkeit hin geprüft. Eine Entscheidung werde nach den Bundestagswahlen im Herbst erwartet.
Draghi wiederum habe prompt auf Weidmanns Einlassungen reagiert, in Berlin, vor dem Wirtschaftsrat der CDU. Das Anleihenkaufprogramm OMT sei im Sommer 2012 notwendig geworden - alternativlos würde die Kanzlerin sagen -, weil der Verlust der Kontrolle über die Geldpolitik gedroht habe, habe der EZB-Chef argumentiert. In diesem Umfeld sei die EZB zum Handeln gezwungen gewesen. Die Initiative der EZB sei allen zuträglich: Banken, Unternehmen, Verbrauchern - und sie habe sowohl der Peripherie als auch den Kernstaaten genutzt. Er habe immerhin betont, dass die Anleihenkäufe an Bedingungen geknüpft seien – sie stünden unter "strikter Konditionalität".
Das heiße im Klartext, Anleihenkäufe und damit geringere Risikoaufschläge für die betreffenden Länder gebe es nur gegen Reformen. Nur wer sich einem ESM-Programm unterwerfe, könne damit rechnen. Und so habe Draghi die Staaten des Währungsraumes zu wirtschaftlichen Strukturreformen und zur Konsolidierung ihrer Staatshaushalte aufgefordert. Schuldenfinanzierte Staatsausgaben seien kein Weg zu Wachstum. Soweit, so gut. Die Botschaft hören wir wohl, allein mir fehlt ein wenig der Glaube, so der Analyst der Baader Bank. Zu oft seien Reformen oder Reformziele in der Euro-Zone immer wieder gedehnt oder ganz aufgegeben worden.
So auch in Sachen lockerer Geldpolitik. Die wolle die EZB im Gegensatz zu ihrem Pendant in den USA, der FED, auf absehbare Zeit noch nicht aufgeben. Man sei vom Exit noch weit entfernt, habe das französische EZB-Direktoriumsmitglied Benoit Coeure in Paris verlauten lassen. Dass man es im Eurosystem bei solchen Fragen eben mit 17 Staaten und 17 Stimmen zu tun habe, sehe auch Weidmann. Da möge man freilich noch so gute Argumente dafür haben, vom Ankauf von Staatsanleihen grundsätzlich die Finger zu lassen. Wenn einen die anderen überstimmen würden, könne schon mal 1 : 16 ausgehen.
Die Anleger hätten in diesen Tagen auf Euro lautende Staatsanleihen der Türkei neu entdeckt. Nach einer Kurstalfahrt im laufenden Monat hätten viele selektiv das aktuelle Preisniveau zum Einstieg genutzt, sodass die Kurse sich auch wieder leicht erholt hätten. Unter anderem hätten von dieser Entwicklung ein bis 2/2017 laufender Bond der Türkei mit einer Rendite von rund 3,1% sowie eine Türkei-Anleihe mit Fälligkeit 5/2020 und ca. 3,8% Rendite profitiert.
Unter den Unternehmensanleihen mit halbwegs attraktiver Rendite und einer ordentlichen Bonität habe in dieser Woche ein Bond (ISIN XS0938218400 / WKN A1TNEC) von Stada, der bis 6/2018 laufe und mit rund 2,2% rentiere, zu den Gesuchten gezählt. Auch eine im Mai 2018 endfällige Anleihe (ISIN XS0863116231 / WKN A1HDSJ) von METRO mit einer Rendite von über 2,1% habe nach dem Kursrückgang der vergangenen Wochen wieder ihre Käufer gefunden. Ebenso sei es einer Anleihe (ISIN XS0787483626 / WKN A1PGW5) von MTU Aero mit einer Laufzeit bis 6/2017 und einer Rendite von rund 1,5% ergangen.
Mario Draghi lese Frankreich die Leviten. Der EZB-Präsident habe die verantwortlichen Politiker in Paris insbesondere dazu ermahnt, den Arbeitsmarkt in Frankreich, wo die Arbeitslosenquote 11% betrage, endlich zu entkrusten. Barrieren für Unternehmen und junge Leute sowie komplexe Steuergesetze und eine den Wettbewerb verzerrende Regulierung müssten abgebaut werden, so Draghis Appell. Gleichzeitig habe er eingestanden, dass die Geldpolitik und damit das, was die EZB zu leisten vermöge, an ihre Grenzen stoße und man so gut wie nichts mehr tun könne, um Wachstum und Beschäftigung zu stützen.
Betrachte man die nackten Zahlen, sei Draghis Appell berechtigt. Frankreichs Wirtschaft sei im ersten Quartal zum zweiten Mal seit 2009 in die Rezession gerutscht. Von Januar bis März sei das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zum Vorquartal um 0,2% gesunken, nachdem die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone bereits im vierten Quartal 2012 um 0,2% geschrumpft sei.
Ob diese Entwicklung nicht noch beschleunigt werde, wenn Paris jetzt eine an sich lobenswerte Maßnahme gegen die Schuldenkrise ergreife und zum ersten Mal seit mehr als fünf Jahrzehnten die Staatsausgaben senken wolle, werde die Zukunft zeigen. Die geplanten Einsparungen über 1,5 Mrd. EUR sollten je zur Hälfte von Gemeinden und Regionen sowie den Ministerien und anderen staatlichen Stellen aufgebracht werden. Seit 1958 seien die Ausgaben des Staates zuvor jedes Jahr gestiegen.
Nach wochenlangen Diskussionen um die Regelungen der Bankenrettung scheine nun zumindest eines, nach dem Willen von Eurogruppen-Chef Dijsselbloem, klar zu sein, nämlich die Reihenfolge der Einbindung von Eignern und Gläubigern. Was sich bereits bei Zypern abgezeichnet habe, solle nun - nach der Zustimmung durch das EU-Parlament - festgeschrieben werden. Zuerst sollten Aktionäre, anschließend die Halter von Anleihen und erst zuletzt Privatpersonen mit Einlagen über 100.000,- EUR ihren Anteil an den Kosten einer Bankenrettung bzw. Bankenabwicklung tragen müssen. Hierbei handle es sich um eine Information, die für manche Investoren nichts Neues bedeute.
Allerdings würden viele Anleger und Politiker nun aus einem Traum aufschrecken. Denn die Gefahr eines Verlustes in Anleihen von Banken sei zwar immer wieder diskutiert worden, aber stets habe man den Eindruck gehabt, dass dieses Risiko negiert werde. Zumal sich dadurch anschließend die Refinanzierungskosten für Banken erhöhen könnten. Eine sicherlich so nicht gewünschte Auswirkung.
Nun solle es Schwarz auf Weiß fixiert werden und auch die Höhe von 100.000,- EUR für Bankeneinlagen lasse viele Anleger nicht ruhiger schlafen. Insbesondere die zuletzt genannte Regelung könne schnell zu einer Aufsplitterung von Bankguthaben auf verschiedene Kreditinstitute führen, was aber das Vorhaben schnell ad absurdum führen könnte. Denn wenn alle größeren Guthaben in kleine Häppchen aufgeteilt würden, so wäre auch diese Grenze nicht zu halten.
Vor einem solchen Schritt stehe aber immer noch die Möglichkeit der Bankenhilfe durch den Euro-Rettungsfonds ESM. Unter bestimmten Voraussetzungen werde ein gewisser Betrag, neben einer Beteiligung des Heimatlandes in Höhe von 10 bis 20% der Kapitalspritze, bereit gestellt. Ab Mitte 2014 solle diese neue ESM-Hilfe eingesetzt werden können. Es gelte den Teufelskreis zwischen schwächelnden Banken und steigenden Staatsverschuldungen zu durchbrechen. Wenn sich ein Staat lediglich mit ca. 10% an der Beihilfe beteiligen müsse, dann bestehe seitens der Staaten sicherlich wenig Interesse, das Übel zu bekämpfen. Somit liege noch viel Arbeit vor den Machern der neuen Regelungen, denn der Teufel stecke im Detail.
Schaffe man es im selbst ernannten Land der unbegrenzten Möglichkeiten doch wieder, sich wie einst Baron von Münchhausen am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen? Zumindest würden überraschend gute Konjunkturdaten aus den USA darauf hindeuten. So beschleunige sich die Erholung am amerikanischen Immobilienmarkt. Die Hauspreise in den 20 größten Ballungszentren seien im April um 12% gestiegen - deutlich mehr, als der Markt erwartet habe.
Ebenso über den Erwartungen hätten im Mai die Neuaufträge für langlebige Güter gelegen, deren Ordervolumen um 3,6% zum Vormonat zugelegt habe. Volkswirte hätten nur mit einem Plus von 3,0% gerechnet. Und auch die Verbraucherstimmung helle sich weiter auf. So sei das Verbrauchervertrauen von Mai auf Juni um 7,1 auf 81,4 Zähler gestiegen, womit der Indikator so hoch wie zuletzt Anfang 2008 gelegen habe und auch hier die Markterwartungen klar übertroffen worden seien.
Entsprechend nachgegeben hätten die Kurse am US-Anleihemarkt. Man möge nur hoffen, dass sich nun nicht wieder die Verbraucher, wie in den USA nicht unüblich, bei guter Stimmung über die Maßen verschulden würden. Der Staat habe dies ja bereits zur Genüge getan. Denn die Gefahren, die von der US-Staatsverschuldung ausgehen würden - Stichwort "Fiskalklippe" - würden immer noch wie ein Damoklesschwert über dem Land schweben.
Allerdings im ersten Quartal sei die Wirtschaft der USA noch deutlich schwächer gewachsen als zunächst ermittelt. Von Januar bis März habe das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der größten Volkswirtschaft der Welt im Jahresvergleich um 1,8% zugelegt. Erwartet habe man 2,4%.
Das ifo-Institut sage einen Schub für die deutsche Wirtschaft voraus. Allerdings hätten die Forscher angesichts des schwachen Jahresstarts ihre Wachstumsprognose für 2013 dennoch leicht von +0,7% auf +0,6% nach unten korrigiert. Für 2014 gehe das ifo-Institut dagegen von einem deutlichen Anstieg der Wirtschaftsleistung von +1,9% aus. Bereits in den Frühjahresmonaten habe die deutsche Konjunktur sehr deutlich Fahrt aufgenommen, hätten die Münchner festgestellt.
Nach Aussage des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) sei die deutsche Wirtschaft im zweiten Vierteljahr um 0,5% gegenüber dem Vorquartal gewachsen. Die Industrie habe ihre Produktion bereits seit Februar merklich ausgeweitet, so das DIW. Zudem habe sich die Stimmung der Unternehmen spürbar aufgehellt. "Die Unsicherheit ebbt spürbar ab und die Weltkonjunktur nimmt allmählich Fahrt auf", habe es geheißen. Kräftige Lohnsteigerungen dürften die Kauflaune der Bürger steigern.
Vergangenen Freitag habe Danone, ein multinationaler Getränke- und Lebensmittelkonzern mit Hauptsitz in Paris, eine 10-jährige Anleihe (ISIN FR0011527241 / WKN A1HMX7) emittiert. Platziert worden sei die Anleihe mit Fälligkeit 6/2023 mit einem Kupon von 2,6%. Das Volumen der Anleihe betrage 500 Mio. EUR. Gepreist worden sei die Anleihe bei +63 bps über Mid Swap.
Dass Italiens Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi im Fall "Ruby" zu sieben Jahren verurteilt worden sei, wäre ja durchaus zu verschmerzen gewesen - für Italien und für Europa. Doch nun würden dem Euro-Schuldensünder Italien Milliardenverluste durch Finanztransaktionen aus den 90er Jahren drohen. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone könnte laut Zeitungsangaben Verluste von mindestens 8 Mrd. EUR hinzunehmen haben, da sie einen großen Teil der Derivategeschäfte von damals in den vergangenen Jahren zu schlechteren Konditionen neu habe verhandeln müssen. Das hätten die Zeitungen "La Repubblica" und "Financial Times" berichtet.
Das italienische Finanzministerium habe prompt widersprochen. "Die Hypothese, dass Italien Ende der 90er Jahre Derivate genutzt haben könnte, um die erforderlichen Konditionen für den Beitritt zum Euro zu schaffen, ist absolut ohne jede Grundlage", heiße es aus Rom. Indessen müsse Italien auch wieder mehr Zinsen für neue Schulden bezahlen. Bei einer Auktion von Geldmarktpapieren mit einer Laufzeit von sechs Monaten habe die Rendite bei 1,05% gelegen. Ende Mai habe dieser Wert noch bei der Hälfte gelegen.
Während der vergangenen Handelswoche habe sich der Euro-Bund-Future, nach einwöchiger Abstinenz, wieder in seinem seit Anfang Mai ausgebildeten Abwärtstrend befunden. Das Sorgenbarometer sei ohne jegliches Sicherungsnetz von 142,60% bis auf 139,90% zurückgefallen und habe somit ein neues Acht-Monats-Tief markiert.
Sogar die Tatsachen, dass in Euroland nach wie vor einige Krisenherde am Köcheln seien und auch die Angst vor einem Liquiditätsengpass in China, hätten den freien Fall des Euro-Bund-Future nur bedingt bremsen können. Mittlerweile pendle er zwar wieder um die Marke von 141,00%, doch es scheine als wäre den Marktteilnehmern seit der Rede des FED-Vorsitzenden Ben Bernanke der sichere Hafen nicht mehr sicher genug.
Bei einem Blick auf die Charttechnik seien die ersten Widerstände bei den psychologisch wichtigen Marken von 141,00% und 142,00% (mehrere Tiefs vom Juni 2013) zu sehen. Nach unten würden sich die Hoffnungen auf das Halten der Marke von 139,90%, dem bisherigen kurzfristigen Tiefstkurs richten. Erst dann werde sich zeigen, ob der Sommerschlussverkauf vorerst gestoppt worden sei und eine Stabilisierung eingesetzt habe oder ob nur wieder Schwung geholt worden sei für den neuerlichen Test.
Somit sei davon auszugehen, dass der Euro-Bund-Future aufgrund der vielen kleinen Störfeuer auch in den nächsten Handelswochen nicht zur Ruhe kommen werde.
Auch kurz vor der Jahresmitte seien verschiedene Euroländer wieder am Kapitalmarkt aktiv geworden und hätten mittels der Aufstockung von Altemissionen liquide Mittel in Milliardenhöhe bei Investoren aufgenommen. So würden in Italien und in Belgien geschehen.
In Deutschland hingegen habe zu Wochenbeginn die Emission von 12-Monats-BuBills auf der Agenda gestanden. Seien vor Monatsfrist (27.05.13) noch 3 Mrd. EUR zu 0,001% refinanziert worden, so habe nun eine Durchschnittsrendite von 0,123% akzeptiert werden müssen. Der ungewöhnlich starke Anstieg der Rendite spiegle somit die Marktentwicklung der vergangenen Wochen sehr deutlich wider.
Dennoch müsse Deutschland auch im dritten Quartal 2013 am Kapital- und Geldmarkt tätig werden. Um den Akteuren am Rentenmarkt einen besseren Überblick über die einzelnen Maßnahmen zu geben, habe die Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland den Emissionsplan für diese Zeitspanne veröffentlicht. Daraus werde ersichtlich, dass neben einer Tilgung von 61,2 Mrd. EUR und Zinszahlungen von 13,7 Mrd. EUR lediglich 63 Mrd. EUR neu aufgenommen werden sollten. Somit scheine sich die Kassenlage nicht zuletzt wegen der Steigerung der Steuereinnahmen deutlich besser darzustellen als noch im Vorjahr.
Nicht berücksichtigt sei hierbei der Anteil an dem neu begebenen "Deutschlandbond". Dieser betrage 13,5%. Ausgestattet sei das Gemeinschaftsprodukt mit einem Kupon von 1,5%, was bei einer Laufzeit bis 15.07.2020 und einem Emissionspreis von 98,926% einer Rendite von 1,663% entsprochen habe. Allein die Teilnahme des Bundes sei nicht ein Garant für niedrige Renditen, denn gegenüber siebenjährigen Bundestiteln betrage der Rendite-Pickup +0,53 Prozentpunkte. Somit sei des einen Freud des anderen Leid.
In der vergangenen Woche habe die Federal Reserve (FED), in persona Ben Bernanke, die Finanzmärkte mächtig in Aufruhr versetzt. Infolge seiner Aussagen zur US-Geldpolitik des Landes sei die europäische Gemeinschaftswährung stark unter Druck geraten. Darüber hinaus hätten gute Konjunkturdaten aus dem "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" für einen weiteren Dämpfer des Euro gesorgt, der innerhalb der Berichtswoche zwischen 1,3415 und 1,2986 US-Dollar gehandelt worden sei. Aktuell halte sich der Euro wieder knapp über der psychologisch wichtigen Marke von 1,30 US-Dollar. Dies könne sich jedoch bei der momentanen Volatilität schnell ändern.
Ganz anders zeige sich das Kursbild zur Norwegischen Krone. Hier sei es dem Euro einen neuen Höchststand zur erreichen gelungen. In der Spitze habe der Euro 8,0825 NOK, dem höchsten Stand seit Dezember 2010 gekostet. Nach dem Zinsentscheid der Zentralbank Norwegens habe die Währung eine Eigendynamik entwickelt, die allerdings auch eine Chance auf eine Gegenbewegung beinhalte.
Die anhaltende Unsicherheit um die gemeinsame Währung bringe die Fremdwährungsanleihen als Alternative immer wieder ins Blickfeld der Anleger. Zu den Favoriten würden weiterhin Währungsanleihen auf Australische Dollar, US-Dollar sowie auch Brasilianische Real zählen.
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Der Vorsitzende des Aufsichtsrats ist Dr. Horst Schiessl. Die Mitglieder des Vorstands sind Uto Baader (Vorsitzender), Nico Baader, Dieter Brichmann und Dieter Silmen. (28.06.2013/alc/a/a)
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