Türkei: Sinkende Inflation


06.03.19 12:00
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die türkische Inflation ging im Februar stärker als erwartet auf 19,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück und erreicht damit ein Sechsmonatstief, so die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Den größten Effekt habe der Rückgang der Preissteigerung bei Nahrungsmitteln gehabt. Umstritten sei, inwieweit sich dies auf die von der Regierung ergriffenen Maßnahmen zurückführen lasse. Zuletzt habe die türkische Regierung Nahrungsmittel direkt bei den Produzenten bezogen, um sie dann zu vergünstigten Konditionen an die Endverbraucher weiterzuverkaufen. Zudem seien Händlern Bußgelder angedroht worden, wenn sie ihre Produkte zu teuer verkaufen würden.

Die rückläufige Inflation verschaffe der Zentralbank zwar etwas Luft, der Fokus habe zuletzt aber klar auf einer stabilen Währung gelegen. Für die heutige Sitzung der Währungshüter werde daher nicht mit einer Absenkung des derzeitigen Leitzinses in Höhe von 24 Prozent gerechnet. Die Lira habe seit Anfang Februar gegenüber dem Euro 2,8 Prozent verloren und gehöre damit zu einen der schwächsten Schwellenlandwährungen in diesem Zeitraum. Vor den Regionalwahlen, die in vier Wochen anstünden, würden Regierung und Zentralbank versuchen, die Währung zu stabilisieren. Die gestrige Drohung Donald Trumps, der Türkei den Sonderstatus als Entwicklungsland und den damit verbundenen zollfreien Export in die USA abzuerkennen, sei da natürlich ungelegen gekommen. (06.03.2019/alc/a/a)