Türkei: Inflationsbericht spricht für Zinssenkungen


27.04.16 12:00
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Die Türkische Zentralbank hat gestern ihren Inflationsbericht für das zweite Quartal 2016 vorgelegt, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Demnach würden die Notenbanken per Ende dieses Jahres unverändert von einer Teuerung um 7,5% ausgehen. Auch die Jahresendprognose 2017 sei mit 6,0% in der Jahresrechnung beibehalten worden. Während der Präsentation des jüngsten Inflationsausblicks habe Zentralbankchef Murat Cetinkaya signalisiert, dass weitere Rücknahmen der Leitzinsen damit wahrscheinlich seien.

Im Detail seien dabei vor allem drei Kommentare bemerkenswert: Die Notenbank wolle ihr bisheriges System mehrerer Schlüsselzinsen zugunsten eines einzigen Leitzinses vereinfachen. Das werde aber nur schrittweise geschehen und es sei dafür vorteilhaft, zunächst den kurzfristigen Ausleihesatz der Zentralbank zu senken. Die Höhe des künftigen Leitzinses habe Cetinkaya dabei jedoch offen gelassen. Marktteilnehmer würden derzeit mehrheitlich einen Satz auf Höhe der aktuellen Finanzierungskosten von knapp unter 9% erwarten.

Wenn die Analysten auch die Inflationsprognosen der Notenbank für zu optimistisch halten würden, veranlasse sie die gestrige Erklärung, nunmehr Senkungen des Aufnahmesatzes, zu dem Geschäftsbanken von der Zentralbank gleichtägig Gelder erhalten würden, von 100 Basispunkten (oder mehr) noch im laufenden Quartal zu erwarten. (27.04.2016/alc/a/a)