Spanien plant inflationsindexierte Anleihen


09.01.14 11:50
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Die spanische Tesoro Público hat gestern Vormittag ihre Emissionspläne für das laufende Jahr bekanntgegeben, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Danach plane das Schatzamt die Emission von Anleihen in Höhe von 133,3 Mrd. EUR. Dies entspreche dem vierten Anstieg in Folge. Von dem Gesamtbetrag seien 23 Mrd. EUR für den Liquiditätsfonds der autonomen Regionen (Fondo de Liquidez Autonómico) gedacht. Der Anstieg gegenüber 2013 (128,4 Mrd. EUR, davon 125,3 Mrd. EUR in Form von Bonos und Obligaciones) werde durch die auf 67,9 Mrd. EUR (+6 Mrd. EUR) ansteigenden Tilgungen notwendig.

Anders als im Vorjahr, als die Geldmarktschuld deutlich erhöht worden sei, plane Spanien für 2014 mit einem konstanten Wert, der zum 31. Dezember 2013 bei 88,5 Mrd. EUR gelegen habe. Dies solle durch Emissionen in Höhe von 109,1 Mrd. EUR erreicht werden. Je nach Laufzeit der T-Bills könne sich dieser Betrag jedoch ändern, um das angestrebte Ziel zu erreichen.

Sollte Spanien tatsächlich mit 109,1 Mrd. EUR auskommen, müsste der Großteil der Letras mit einer Ursprungslaufzeit von neun oder zwölf oder Monaten ausgestattet werden. Unter dem Strich würden sich die geplanten Nettoemissionen auf 65 Mrd. EUR belaufen, was gegenüber 2013 einen Rückgang um fast 7 Mrd. EUR bedeute. Dies sei eine Folge der gegenüber 2013 geringeren Defizitschätzung.

Die Tesoro Público habe bereits in der Vergangenheit mehrfach laut über die Emission inflationsindexierter Staatsanleihen nachgedacht. Im Emissionsplan für 2014 werde nun erstmals konkret angekündigt, dass - entsprechende Marktbedingungen vorausgesetzt - die Auflage von ILBs vorgesehen sei. Die Bonds sollten an die europäische Inflation gekoppelt sein und mit einem Deflationsschutz versehen werden.

Das Schatzamt plane, im Laufe der kommenden Jahre eine eigene Kurve liquider inflationsindexierter Anleihen zu etablieren. Damit würde das Universum von ILB-Emittenten in der Eurozone wieder auf vier ansteigen. Nach dem Ausstieg Griechenlands seien in der Eurozone nur noch Italien, Frankreich und Deutschland in diesem Segment aktiv gewesen. Spanien erhoffe sich durch den Eintritt in diesen Markt eine Verbreiterung der Investorenbasis und sollte mit dem Produkt aufgrund der derzeit geringen Diversifikationsmöglichkeiten offene Türen einrennen.

Unverändert bleibe das Muster der Emissionen: 24 Mal im Jahr - in der Regel (aber nicht immer) am ersten und dritten Donnerstag eines jeden Monats - würden Anleihen auktioniert. Neue Anleihen sollten mit Laufzeiten von 3, 5, 10, 15 und 30 Jahren aufgelegt werden, die drei letztgenannten jeweils als Syndizierung.

Bereits heute finde die Auktion eines neuen, im April 2019 fälligen Bonds statt. 6- und 12-Monats-Lettras würden meist am dritten und 3- sowie 9-Monats-Lettras meist am vierten Dienstag eines jeden Monats emittiert. Die Emission von Fremdwährungsanleihen solle wie bisher weiterbetrieben werden. Im abgelaufenen Jahr seien so 2 Mrd. USD eingesammelt worden. (09.01.2014/alc/a/a)