SNB: EUR/CHF immer noch auf einem für SNB unkomfortablen Niveau


18.10.18 10:15
DekaBank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der Schweizer Franken hat seit Ende September wieder leicht gegenüber dem Euro nachgegeben, steht aber mit 1,14 EUR/CHF (ISIN: EU0009654078, WKN: 965407) immer noch auf einem für die Schweizerische Nationalbank (SNB) unkomfortablen Niveau, so die Analysten der DekaBank.

Die SNB habe bei ihrem Zinsentscheid im September die Inflationsprognose für 2019 nicht zuletzt aufgrund der erneuten Frankenstärke leicht nach unten revidiert. Gleichzeitig erwarte sie für dieses Jahr ein solides Wirtschaftswachstum von 2,5 bis 3,0%, das allerdings durch Sondereffekte gestützt werde. Im Fokus stehen dürfte aber nun wieder vermehrt das Sicherheitsbedürfnis der Märkte. Denn dieses sei es, was dem Franken immer wieder Auftrieb verleihe. Handelsstreitigkeiten, italienische Finanzpolitik und Brexit hätten bereits in den letzten Wochen die Nachfrage nach CHF geschürt. Damit dürfte die SNB vorerst weiterhin in Wartestellung verharren.

EUR/CHF zeige sich nach dem Test der 1,1200 erholt um 1,1450. Wochenschlusskurse oberhalb von 1,1500 könnten diesen Trend weiter unterstützen (1,1720). Sollte dieses jedoch nicht gelingen, erscheine ein erneutes Abtauchen des Währungspaares in Richtung 1,1200 bis 1,1000 nicht unwahrscheinlich.

Der Schweizer Franken bleibe überwertet. Nachdem das gute wirtschaftliche Umfeld die Suche nach Sicherheit und damit die Nachfrage nach der Schweizer Währung seit Mitte 2017 begrenzt habe, würden sich langsam erneute Sorgen am Markt einschleichen. Vor dem Hintergrund einer schwächeren Wachstumsdynamik würden Konfliktthemen wie Handelsstreitigkeiten, vereinzelte Schwellenländersorgen und EU-Spannungen wieder verstärkt wahrgenommen, was die Suche nach Sicherheit zumindest gelegentlich befeuere. Auch das zögerliche Vorgehen der EZB stehe einer deutlichen Abwertung des Franken gegenüber dem Euro entgegen. Zwar würden die Analysten langfristig eine schwächere schweizerische Währung erwarten. Die Abwertung dürfte aber schleppend und volatil verlaufen, da die Schweiz mit ihrer politischen Neutralität und soliden Wirtschaft immer wieder als sicherer Hafen gefragt sein werde. Eine Zinsanhebung dürfte damit frühestens Ende 2019 anstehen. (Ausgabe 10/2018) (18.10.2018/alc/a/a)




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EU0009654078 965407 0,94 0,90