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Rentenmarkt: Inflationserwartungen geben Renditetrend vor
22.09.15 08:55
Helaba
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Trotz der jüngsten Unsicherheiten ausgehend von China und einigen Schwellenländern - Brasilien und Russland befinden sich derzeit in einer Rezession - konnten die Stimmungsindikatoren im Euroraum weitgehend ihr Niveau halten, so die Analysten der Helaba.
Der Euroland-Konjunkturindex habe im August mit 104,2 sogar einen neuen Jahreshöchststand erreicht und liege 3,4% über dem Vorjahr. Verantwortlich hierfür seien vor allem gesunkene Energiekosten. Ein weiterer Grund sei das verbesserte monetäre Umfeld. Die für Verbraucher schnell verfügbare bargeldnahe Geldmenge M1 sei seit Anfang 2013 im Euroraum um über 22% angestiegen. Die lockere Geldpolitik stütze das Wachstum vor allem in Deutschland. Aufgrund höherer Realeinkommen und einer günstigen Beschäftigungsentwicklung würden die Konsumausgaben in diesem Jahr um rund 2% steigen.
Nachdem die Inflationserwartungen im Zuge deutlich gesunkener Ölpreise unter Druck geraten seien, hätten sie sich zuletzt stabilisiert. Es habe sich erneut gezeigt, dass die von den Notenbanken bevorzugten Indikatoren zur Einschätzung der langfristigen Inflationserwartungen auf Basis inflationsindexierter Anleihen oder Terminkontrakten vor allem auf Ölpreisbewegungen reagieren würden. Wenn sich die Rohölnotierungen in den kommenden Monaten erholen würden, dürfte für eine neue Deflationsdebatte kein Raum bestehen.
Weiter absinkende Inflationserwartungen wären aus Sicht der EZB ein großes Problem. Vorsorglich habe EZB-Chef Mario Draghi schon mal das Tor für eine Ausweitung des Ankaufsprogramms von Anleihen aufgestoßen. Die zuletzt ruhige EZB-Hand scheine wieder zittrig zu werden. Konkret habe die EZB eine Anhebung ihrer Ankaufquoten bei Emissionen von 25% auf 33% beschlossen, was der Notenbank mehr Spielraum im Rahmen des bisherigen Kaufprogramms gebe. Spekulationen über leichte Anpassungen bei der Zusammensetzung und Kaufmodalitäten des EZB Anleiheportfolios dürften fortan ein ständiger Begleiter der Märkte sein. Mit einer Ausweitung des Ankaufprogramms von derzeit monatlich 60 Mrd. Euro sei im Rahmen des Basisszenarios der Analysten gleichwohl nicht zu rechnen. Die Frage einer Verlängerung des Programms stelle sich erst im kommenden Jahr. Da zugleich die Teuerung ihren eingeschlagen aufwärtsgerichteten Pfad mittelfristig halten dürfte, sei die Wahrscheinlichkeit einer Programmverlängerung überschaubar.
Nachdem die US-Notenbank eine weitere Chance habe verstreichen lassen, um aus der Nullzinsecke zu kommen, hätten die Rentenmärkte zuletzt wieder spürbare Kursgewinne verzeichnet. Da eine Last-Minute-Anhebung zum Jahresende nunmehr das wahrscheinlichste Szenario sei, dürfte das Ertragspotenzial nicht besonders weit reichen. Es sei mit einem Renditeanstieg 10-jähriger US-Staatsanleihen in Bereiche um 2,6% zu rechnen. Der Renditeanstieg hierzulande dürfte aufgrund der divergierenden Geldpolitik der EZB zwar schwächer ausfallen. Mittelfristig sei aber ein Renditeniveau 10-jähriger Bunds über der 1%-Marke wahrscheinlich. (Ausgabe vom 21.09.2015) (22.09.2015/alc/a/a)
Der Euroland-Konjunkturindex habe im August mit 104,2 sogar einen neuen Jahreshöchststand erreicht und liege 3,4% über dem Vorjahr. Verantwortlich hierfür seien vor allem gesunkene Energiekosten. Ein weiterer Grund sei das verbesserte monetäre Umfeld. Die für Verbraucher schnell verfügbare bargeldnahe Geldmenge M1 sei seit Anfang 2013 im Euroraum um über 22% angestiegen. Die lockere Geldpolitik stütze das Wachstum vor allem in Deutschland. Aufgrund höherer Realeinkommen und einer günstigen Beschäftigungsentwicklung würden die Konsumausgaben in diesem Jahr um rund 2% steigen.
Weiter absinkende Inflationserwartungen wären aus Sicht der EZB ein großes Problem. Vorsorglich habe EZB-Chef Mario Draghi schon mal das Tor für eine Ausweitung des Ankaufsprogramms von Anleihen aufgestoßen. Die zuletzt ruhige EZB-Hand scheine wieder zittrig zu werden. Konkret habe die EZB eine Anhebung ihrer Ankaufquoten bei Emissionen von 25% auf 33% beschlossen, was der Notenbank mehr Spielraum im Rahmen des bisherigen Kaufprogramms gebe. Spekulationen über leichte Anpassungen bei der Zusammensetzung und Kaufmodalitäten des EZB Anleiheportfolios dürften fortan ein ständiger Begleiter der Märkte sein. Mit einer Ausweitung des Ankaufprogramms von derzeit monatlich 60 Mrd. Euro sei im Rahmen des Basisszenarios der Analysten gleichwohl nicht zu rechnen. Die Frage einer Verlängerung des Programms stelle sich erst im kommenden Jahr. Da zugleich die Teuerung ihren eingeschlagen aufwärtsgerichteten Pfad mittelfristig halten dürfte, sei die Wahrscheinlichkeit einer Programmverlängerung überschaubar.
Nachdem die US-Notenbank eine weitere Chance habe verstreichen lassen, um aus der Nullzinsecke zu kommen, hätten die Rentenmärkte zuletzt wieder spürbare Kursgewinne verzeichnet. Da eine Last-Minute-Anhebung zum Jahresende nunmehr das wahrscheinlichste Szenario sei, dürfte das Ertragspotenzial nicht besonders weit reichen. Es sei mit einem Renditeanstieg 10-jähriger US-Staatsanleihen in Bereiche um 2,6% zu rechnen. Der Renditeanstieg hierzulande dürfte aufgrund der divergierenden Geldpolitik der EZB zwar schwächer ausfallen. Mittelfristig sei aber ein Renditeniveau 10-jähriger Bunds über der 1%-Marke wahrscheinlich. (Ausgabe vom 21.09.2015) (22.09.2015/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 27.03./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


