Renten: Beginnt in vier Monaten der Streit mit Athen wieder von vorne?


26.02.15 16:25
Baader Bank

Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Es kam, wie es kommen musste. Athen hat sich dem Druck der Europartner gebeugt und im Gegenzug etwas mehr Bewegungsfreiheit erhalten, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.

Die Frage sei aber nicht "Wer hat gewonnen?" oder "Wer hat verloren?", sondern "Wird uns dieses Thema in vier Monaten auf ein Neues beschäftigen?" Auch wenn man in der Diskussion um Griechenland oftmals im Dunkeln getappt sei, so könne man diese letzte Frage ganz gewiss mit "Ja" beantworten.

Insgesamt habe die Reputation der Griechen in diesem Machtspiel sehr stark gelitten. Denn unter Zuverlässigkeit und Vertragstreue verstünden die meisten Bürger/-innen der Eurozone etwas anderes, als das, was Athen bisher an den Tag gelegt habe. Ob die eingereichte Liste der Reformpläne auch in vier Monaten noch einer Überprüfung standhalten werde, bleibe abzuwarten. Die Liste gründe sich auf viele Themen, die von zahlreichen Beobachtern schon seit Jahren gefordert würden.

Der Wille der neuen Regierung, eine funktionierende Steuererhebung zu implementieren, sei zu begrüßen und mehr als überfällig. Die Bekämpfung von Korruption und Steuerhinterziehung hätte schon seit Jahren dazu beitragen können, Vertrauen in die gemeinsame Sache aufzubauen. Da dies aber seit Ausbruch der Krise versäumt worden sei, sei es nicht verwunderlich, dass sich viele EU-Steuerzahler offen gegen eine weitere finanzielle Unterstützung Athens aussprechen würden. Gemäß dem Motto: "Das hat schon seit fünf Jahren nicht geholfen" oder "Irgendwann muss man aufhören, schlechtem Geld noch gutes nachzuwerfen".

Auch werde das nun fließende Geld nicht die Beschwerden heilen, sondern nur die Symptome mildern können. Die Problematik für Notenbanker und Politiker werde aber sein, die erfolgreichen Reformen in anderen Eurostaaten notwendigerweise zu würdigen und somit nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

In diesem Zusammenhang sei die Frage erlaubt, was die Staatengemeinschaft von einem Kindergarten unterscheide. Nichts, außer der Altersstruktur! Denn auch hier gelte es, nicht nur denjenigen zu loben, der am lautesten schreie und somit die größte Aufmerksamkeit erhaschen wolle, sondern auch denjenigen, der seinen Teil zum Funktionieren der Gruppe beitrage und verlässlich sei. Die Gruppe müsse als Team verstanden werden. Oftmals werde Team mit den Worten: "Toll ein anderer macht's" übersetzt. Denn Bescheidenheit, Verlässlichkeit und Demut seien Tugenden, die immer mehr verloren gehen würden.

Es bleibe zu hoffen, dass die kommenden vier Monate nicht von dem spanischen Pendant der Syriza genutzt würden, um die Unzufriedenheit in der Eurogemeinschaft zu schüren, sondern dass genau das Gegenteil geschehe und nachhaltige Wege aus den Finanzkrisen entwickelt würden.

Nach dem wochenlangen Streit um eine Verlängerung des Hilfsprogramms für Griechenland, hätten die Finanzminister der 18 anderen Euro-Staaten die von Athen vorgelegte Reformliste akzeptiert und für ausreichend befunden. Damit sei eine große Hürde auf dem Weg für weitere Milliardenkredite genommen worden, die das hoch verschuldete Land vor der Staatspleite retten sollten.

Allerdings müssten noch mehrere nationale Parlamente ihr Plazet geben - unter anderem der Deutsche Bundestag am morgigen Freitag. Außerdem müsse Athen bis Ende April seine Reformpläne weiter präzisieren und mit Zahlen unterlegen. Nur wenn dann eine erneute Überprüfung positiv ausfalle, solle Geld fließen.

Die bisherigen Hilfen und das aktuelle Hilfspaket für Griechenland würden insgesamt ein Volumen von 240 Mrd. EUR auf die Waage bringen, wobei das aktuelle Programm bereits mit der Regierung vor Ministerpräsident Alexis Tsipras um zwei Monate verlängert worden sei. Ohne eine weitere Verlängerung wäre es Ende Februar ausgelaufen und Athen wäre vor der Pleite gestanden. Ausgezahlt werden könnten nun die auf Eis liegende Kredittranche von 1,8 Mrd. EUR und zugesagte Zinsgewinne der EZB aus griechischen Anleihen von 1,9 Mrd. EUR.

Aber damit wäre zunächst nur Zeit gewonnen. So gehe etwa das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) davon aus, dass Athen im Sommer ein drittes Hilfsprogramm über 30 bis 40 Mrd. EUR für die nächsten drei Jahre benötige. Nicht von Ungefähr habe daher Angela Merkel vor übermäßigem Optimismus gewarnt. Die Aufgabe sei mitnichten erledigt, so die Kanzlerin. Und prompt sei gestern bereits die Forderung eines Schuldenschnitts auf den Tisch gekommen. Wie realitätsfremd sei denn die neue griechische Regierung?

Da würden die Tarifparteien in der Metallindustrie zu einem Pilotabschluss in Baden-Württemberg finden, ohne zu streiken. Ja, selbst die streikerprobten Lokführer scheinen mit der Deutschen Bahn zu einer Einigung ohne Ausstand zu kommen, so die Analysten der Baader Bank. Doch dann würden ausgerechnet die potenziellen Verkäufer wie Banken, Vermögensfonds und Versicherer streiken, denen die Europäische Zentralbank (EZB) so gerne Staatsanleihen für monatlich 60 Milliarden EUR abnehmen würde.

Von kommendem März bis September 2016 wolle die EZB unter ihrem Präsidenten Mario Draghi gemäß ihres QE-Programms die Märkte durch den Ankauf von Staatsanleihen bekanntlich mit insgesamt weiteren 1,14 Billionen EUR fluten. Wie sich nun aber andeute, würden die institutionellen Investoren, die entsprechende Staatsanleihen besitzen würden, nicht daran denken, die Titel zu veräußern.

Denn europäische Banken und Asset Fondsmanager möchten behalten, was sie in ihren Portfolios hätten. Die Titel in ihren Depots würden als zu kostbar erachtet, würden sie doch vielfach aus Zeiten stammen, in denen es noch ordentliche Zinsen gegeben habe. Wenn aber die Investoren es vorziehen würden, an ihren Beständen festzuhalten, drohe das QE-Programm der EZB an Power zu verlieren und die Gelder müssten sich andere Wege suchen.

Kreditinstitute würden insbesondere kurzfristige Staatsanleihen gerne als Liquiditätspuffer nutzen. Denn hierfür müssten sie kein Eigenkapital vorhalten, was bei alternativen Anlagen aber der Fall wäre. Würden die Institute ihre Staatsanleihen an die EZB verkaufen, müssten sie dort den negativen Einlagezins von 0,2% zahlen - was bedeute, dass sich der Verkauf von Staatsanleihen an die EZB nicht lohne. Grund genug, das Programm zu bestreiken.

Schon jetzt trage die EZB zu einem Druck auf den Primärmarkt von Pfandbriefen bei. Zwischen 20 und 45% einer liquiden Emission würden derzeit von der Notenbank gezeichnet - zulässig seien sogar 70%. Vor diesem Hintergrund beklage der Verband deutscher Pfandbriefbanken (VdP), dass das im vergangenen Jahr beschlossene dritte Ankaufprogramm für Pfandbriefe der EZB (CCBP3) zu künstlich höheren Preisen und - vice versa - zu niedrigeren Renditen führe. Der VdP hoffe nun, dass mit Beginn des QE-Ankaufprogramms der Primärmarkt bei Pfandbriefen etwas entlastet werde, wenn die EZB zumindest einen Teil ihrer Ankäufe von Covered Bonds durch Staatsanleihen ersetzen werde.

Die US-amerikanische Notenbank FED werde ihr Frühwarnsystem in Gang setzen, bevor sie die lang erwartete Zinswende einleiten werde. Vor der ersten Zinsanhebung seit der Finanz- und Wirtschaftskrise werde die FED das Signalwort "Geduld" aus ihrer Erklärung zur Zinssitzung streichen, habe FED-Chefin Janet Yellen am Dienstag vor dem Bankenausschuss des Senats gesagt. Zum Zeitpunkt der Zinswende habe sich die Notenbankchefin zwar nicht geäußert, aber damit habe Yellen ein klares Signal gesetzt, das den Finanzmärkten Sicherheit und Verlässlichkeit durch die Notenbank verheiße.

Die Notenbankchefin habe keine klaren Hinweise gegeben, wann mit der ersten Zinsanhebung nach der Finanz- und Wirtschaftskrise zu rechnen sei - nur so viel, dass die FED derzeit keine Eile habe, sich von ihrer jahrelangen Nullzinspolitik zu verabschieden. Damit lasse sich die Notenbank im Grunde alle Optionen offen. Ob nun die Zinswende, die von vielen Marktteilnehmern für Mitte des laufenden Jahres erwartet werde, komme oder nicht, sei damit weiter offen.

Yellen habe auch betont, dass nach einer Streichung des Signalwortes "Geduld" nicht zwangsläufig eine baldige Zinsstraffung folgen müsse. Die Straffung könne vielmehr dann auf jeder der nachfolgenden Sitzungen des Offenmarktausschusses FOMC beschlossen werden. Dennoch habe Yellen mit ihrem Auftritt gezeigt: Das Frühwarnsystem der FED sei intakt und nichts sei so gewiss wie die Ungewissheit.

Abwärts gehe es mit den Kursen von Staatsanleihen der von Insolvenz bedrohten Ukraine, trotz technischer Gegenreaktionen. So notiere ein auf Euro lautender Titel aus Kiew (ISIN XS0232329879 / WKN A0GGXG), der nur noch bis 10/2015 laufe, bei ca. 49,25%, nachdem er vergangene Woche auf ein Zwölfmonatstief von 46,736% gefallen sei. Auch ein bis 9/2020 laufender USD-Bond aus Kiew (ISIN XS0543783194 / WKN A1A1H7) sei auf sein Jahrestief von 38,75% abgestürzt, um sich anschließend wieder auf rund 42,80% zu erholen. Die Rendite belaufe sich auf hochriskante 30%.

Stabiler würden sich dagegen russische Staatsanleihen zeigen, wie das Beispiel eines auf Euro lautenden Bonds mit Fälligkeit 9/2020 zeige. Der Titel notiere bei 93,50%, was einer Rendite von ca. 4,93% gleichkomme. Das Ein-Jahrestief habe am 16.12.2014 bei 84,90% gelegen. Ein bis 9/2023 laufender USD-Titel aus Moskau (ISIN XS0971721450 / WKN A1HQXY) notiere bei ca. 88,85% und somit über dem Ein-Jahrestief von 79,90%, das ebenfalls am 16.12.2014 erreicht worden sei.

Erholt hätten sich indessen griechische Staatsanleihen präsentiert, nachdem die Reformliste aus Athen von den EU-Finanzministern grundsätzlich akzeptiert worden sei. So habe ein Hellas-Bond mit Laufzeit 4/2019 auf rund 80,50% angezogen, was einer Rendite von ca. 10,81% entspreche. Noch am 11.02. habe der Titel auf seinem Ein-Jahrestief bei 66,45% notiert. Auch eine Step-up-Anleihe aus Griechenland, die 2/2025 fällig werde, notiere inzwischen mit ca. 66,50% deutlich über ihrem Zwölfmonatstief von 52,50%, das erst am 19.02. erreicht worden sei.

Im Zuge der Niedrigzinsphase und der damit verbundenen Abwertung des Euros sei jede Menge Kapital aus dem Euro-Raum abgeflossen. Die DZ-Bank spreche sogar von Kapitalflucht. Einer Studie des Kreditinstituts zufolge hätten Investoren aus dem Euro-Raum 2014 den Rekordwert von 236 Mrd. EUR in Märkte außerhalb der Währungsunion umgeschichtet. Profitiert habe von dieser Entwicklung der US-Dollar, den so manche Anleger als Fluchtwährung gesucht hätten.

Ob allerdings nach den jüngsten Äußerungen der Präsidentin der amerikanischen Notenbank Euro-Abflüsse weiterhin ein Thema bleiben würden, gelte als eher unwahrscheinlich. Denn so langsam gebe es Anzeichen für eine zaghafte Rückkehr der Euro-Milliarden.

Zunächst sei es das höhere Kurs- und Gewinnpotenzial europäischer Unternehmen, das die Investoren wieder nach Europa locke. Somit könnte man meinen, dass von diesem Sentimentwechsel an den Rentenmärkten nichts zu verspüren sei. Aber insbesondere die Tatsache, dass viele amerikanische Unternehmen wie Apple, AT&T u.v.m. immer wieder Anleihen in Euro begeben und somit als Unternehmen von einem Wiedererstarken des Euros profitieren würden, unterstreiche diesen Trend. Abgesehen davon stelle man den europäischen Investoren Material zur Verfügung, da dieses durch die Ankauf-Programme der Europäischen Zentralbank stark dezimiert worden sei.

Unter anderem würden US-Anleger wieder verstärkt in europäischen Aktien investieren und US-Unternehmen würden den europäischen Kapitalmarkt anzapfen. Somit würden Europa und der Euro auch ins Bewusstsein der Nicht-Europäer zurückkehren.

Die Gunst der Stunde zu nutzen und möglichst viel Geld zu günstigen Konditionen aufzunehmen, scheine derzeit das Motto vieler Finanzchefs zu sein. So seien jeweils zwei Euro-Anleihen u.a. von dem amerikanischen Unternehmen AT&T, dem dänischen Telekommunikationsdienst TDC, dem französischen Ölunternehmen Total und dem luxemburgischen Maschinenhersteller TYCO aufgelegt worden. Aber auch Single-Anleihen wie von der amerikanischen Internet-Medien-Gesellschaft PRICELINE GROUP und dem englischen Stromerzeuger SSE seien am Markt viel beachtet worden. Alle diese Anleihen seien allerdings mit einer Mindeststückelung von nominal 100.000,-- EUR begeben worden.

Insbesondere die zuletzt genannte Anleihe (ISIN XS1196713298 / WKN A1ZXQQ) der SSE habe sich einer riesigen Nachfrage erfreut. Die 600 Mio. EUR schwere Anleihe sei 10-fach (!) überzeichnet gewesen. Die aktuell mit einem Kupon von 2,375% ausgestattete Hybrid-Anleihe sei ohne feste Endlaufzeit begeben worden und zum 01.04.2021 werde der Kupon neu adjustiert. Der Emissionspreis von 99,998% habe einem Emissionsspread von +198,9 bps über Mid Swap entsprochen.

Weniger kompliziert seien die Ausstattungen der Anleihen von TYCO gewesen. Die erste Tranche bis zum 01.03.2023 (ISIN XS1196173089 / WKN A1ZXL2) habe einen jährlichen Kupon von 1,1%, was zusammen mit einem Emissionspreis von 99,68% einem Spread von +58 bps über Mid Swap gleich komme. Das Emissionsvolumen von 550 Mio. EUR sei bei der länger laufenden zweiten Tranche nur geringfügig auf 500 Mio. EUR verringert worden. Die jährliche Kuponzahlung i.H.v. 1,375% sei bis zur Fälligkeit am 25.02.2025 fixiert worden. Bei einem Emissionspreis von 99,833% habe dies einen Emissionsspread von +68 bps über Mid Swap bedeutet.

Dass die französische Ölgesellschaft Total trotz des niedrigen Ölpreises an den Kapitalmärkten mittels zweier Anleihen insgesamt 5 Mrd. EUR aufnehmen könne, sei sicherlich mehr als eine Randnotiz wert. Beide Tranchen seien als Hybrid-Anleihen aufgelegt worden. Die erste Anleihe (ISIN XS1195201931 / WKN A1ZXH6) sei zum 26.02.2021 zu pari kündbar und verfüge über einen Kupon von 2,25%, was bei einem Emissionspreis von 100% einem Spread von +186,1 bps über Mid Swap entsprochen habe.

Die zweite Anleihe (ISIN XS1195202822 / WKN A1ZXH7), die zum 26.02.2025 zu pari kündbar sei, sei mit einem Kupon von 2,625% ausgestattet. Der Emissionskurs dieser ebenfalls 2,5 Mrd. EUR schweren Anleihe sei wiederum mit 100% fixiert worden, was einem Emissionsspread von +189,8 bps über Mid Swap gleich komme.

Die beiden Anleihen von AT&T hätten jeweils ein Volumen von 1,25 Mrd. EUR und seien als 1,3%er am 05.09.2023 (ISIN XS1196373507 / WKN A1ZXJW) bzw. als 2,45%er am 15.03.2035 (ISIN XS1196380031 / WKN A1ZXJX) endfällig. Bei Begebung habe dies Emissionsspreads von +75 bps bzw. 135 bps über Mid Swap entsprochen.

Das dänische Unternehmen TDC hingegen habe für seine 800 Mio. EUR schwere Anleihe einen Kupon i.H.v. 1,75% ausloben müssen. Die Anleihe (ISIN XS1196041419 / WKN A1ZXJ9) sei am 27.02.2027 endfällig und mit einem Emissionspreis von 99,039% habe dies einen Spread von +100 bps über Mid Swap bedeutet. Für eine nachrangige Hybridanleihe (ISIN XS1195581159 / WKN A1ZXJL) im Volumen von 750 Mio. EUR sei bis zum Kündigungstermin am 26.02.2021 (zu pari) sogar ein Kupon von 3,5% festgeschrieben worden. Der Emissionspreis von 100% mache das erhöhte Risiko überdeutlich, das hierbei von den Investoren zu tragen sei.

Am gestrigen Mittwochabend habe der alljährliche Starkbieranstich auf dem Münchner Nockherberg begonnen. Zur altbewährten Tradition gehöre das allseits beliebte "Derblecken." Dabei würden die teilweise anwesenden Politiker humorvoll auf's Korn genommen und dadurch nicht selten kalt erwischt. Kalt erwischt zu werden, das sei für Rentenhändler in den vergangenen Handelstagen des Öfteren ein Thema gewesen.

Hätten viele gedacht, dass es nach der Einigung mit Griechenland und der Entspannung bezüglich der Ukraine-Krise nur noch einen Trend geben könnte, so seien diese inzwischen eines Besseren belehrt worden. Insbesondere nach der Einigung mit Griechenland hätte man früher mit einer deutlichen Kurskorrektur für deutsche Staatsanleihen rechnen können, aber im Zeichen des zu erwartenden Starts des Anleihe-Kaufprogramms der nationalen Notenbanken und des anstehenden Roll-Over sei das Rentenbarometer peu à peu wieder bis auf 159,74% angestiegen. Zur Stunde handele der März-Kontrakt bei 159,72%, was für zehnjährige Bundestitel eine Rendite von 0,30% ergebe.

Aus der Sicht der Charttechnik bleibe das heutige Kontrakthoch bei 159,74% vorerst das "Non plus ultra" und bilde den einzigen echten Widerstand. Der Blick in die andere Richtung offenbare den Analysten die nächsten Unterstützungen bei 158,20%, respektive 157,70% (mehrere Hochs und Tiefs im Januar 2015).

Doch schon bald werden wir uns an andere Big Figures gewöhnen müssen, denn der aktuelle Juni-Kontrakt des Sorgenbarometers notiert ca. 2,20 BP unter (!) dem aktuellen März-Kontrakt, so die Analysten der Baader Bank. Somit handele es sich also am kommenden Freitag bei deutlich tieferen Kursen nicht um die Bestätigung einer lang ersehnten Korrektur, sondern lediglich um eine rechnerisch begründete Anpassung. Gehandelt werde der März-Kontrakt zwar noch bis zum kommenden Freitag, aber bereits einige Handelstage vorher, werde sich die Handelsaktivität verschieben.

Nicht alle Staaten könnten sich so günstig Geld am Kapitalmarkt besorgen wie Deutschland, aber dennoch habe sich Spanien am gestrigen Mittwoch 7 Mrd. EUR bis zum 30.07.2030 beschaffen können. Diese Anleihe (ISIN nicht bekannt/ WKN A1ZXQ6) werde ab kommenden Montag an den Börsen handelbar sein. Vergleiche man den Kupon von aktuell 1,95% mit dem Kupon einer im Jahre 2011 begebenen Anleihe (ISIN ES00000123C7 / WKN A1GNNU), die ebenfalls eine Laufzeit von 15 Jahren gehabt habe, so werde deutlich, wie sich die Investorenmeinung bezüglich Spanien zum Positiven gewendet habe. Zum damaligen Zeitpunkt habe Spanien Investoren noch mit einem jährlichen Kupon von 5,90% ködern müssen.

Solche Kupons seien für Anleger in Deutschland noch nicht einmal mehr in den kühnsten Träumen zu realisieren. Gestern sei z.B. die aktuelle fünfjährige Bundesobligation Serie 171 (ISIN DE0001141711 / WKN 114171) um weitere 4 Mrd. EUR auf nun insgesamt 9 Mrd. EUR aufgestockt worden. Hierbei seien Orders über 6,465 Mrd. EUR aufgegeben worden und die Zuteilung sei bei einer Durchschnittsrendite von -0,08% erfolgt.

Nachdem in Euroland die Emissionstätigkeit während dieser Handelswoche dennoch als sehr zurückhaltend bezeichnet werden könne, sei in den USA den Investoren eine Vielzahl von Titeln mit unterschiedlichen Laufzeiten zum Kauf angeboten worden. Zum Beispiel Geldmarkttitel im Volumen von 92 Mrd. USD sowie zweijährige T-Bonds für 26 Mrd. USD und eine FRN-Variante über 13 Mrd. USD. Abgerundet werde die Produktpalette mit 35 Mrd. USD als T-Bond mit einer Laufzeit von fünf Jahren und 29 Mrd. USD, die erst 2022 endfällig würden.

Und wöchentlich grüße das Murmeltier. Wie schon in der vergangenen Handelswoche sei auch in diesen Tagen Griechenland für die Märkte der Hauptimpulsgeber gewesen. Täglich habe es Neuigkeiten gegeben: Zuerst das Nein der deutschen Bundesregierung zum Antrag auf Verlängerung der Euro-Hilfen, dann doch die Einigung durch die Euro-Finanzminister und als vorerst letzter Akt, der am Dienstag verspätet eingereichte Reformplan der Regierung mit dem gestrigen Wunsch nach einem Schuldenschnitt.

All dies habe die Gemeinschaftswährung zwar in Wallung gebracht und sie habe sich gegenüber dem US-Dollar in einer Range zwischen 1,1278 USD und 1,1450 USD bewegt, aber unter'm Strich seien diese Schwankungen als moderat zu bezeichnen. So pendele der Euro aktuell um die Marke von 1,1365 USD.

Das Ägäis-Land werde die Märkte jedoch noch auf lange Zeit beschäftigen. Denn die Verlängerung des aktuellen Hilfsprogramms sei noch längst nicht in trockenen Tüchern und selbst wenn, laufe es lediglich bis zum 30.Juni des Jahres.

Nur eine Richtung habe es für die Währung der Euroländer gegenüber der Dänischen Krone gegeben. Hier habe ein Regierungsberater verkündet, dass der dänischen Notenbank eine Vielzahl an Mitteln zur Verfügung stehe, um die Koppelung an den Euro umzusetzen. Gegebenenfalls würde man auch nicht vor Kapitalverkehrskontrollen zurückschrecken. Diese Androhung habe ihre Wirkung nicht verfehlt und die europäische Gemeinschaftswährung sei von 7,4427 DKK (Dänische Krone) auf 7,4701 DKK geklettert. Aktuell notiere sie bei 7,4680 DKK.

In dieser Handelswoche hätten zu den ausgewählten Lieblingen der Privatanleger insbesondere Fremdwährungsanleihen auf Norwegische Kronen, US-Dollar und Brasilianische Real gezählt.

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