Erweiterte Funktionen
Krieg, Inflation und Überschuldung
07.03.22 12:00
fairesearch
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Kaum scheint die weltweite Pandemie überwunden zu werden, so stürzen auf die Geld-und Wirtschaftspolitik neue Herausforderungen zu, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
Die Probleme seien wohl kaum kurzfristig zu lösen. In der Ukraine tobe ein Krieg, der sich gefährlich ausweiten könnte. Die Inflation in der ganzen Welt nehme weiter zu und ebbe nicht so schnell ab, wie es die Zentralbanken erhofft hätten. In einer Zeit, in der sich die bisher ultra-expansive Geldpolitik unbedingt normalisieren müsste, steige die Verschuldung aller Sektoren in der ganzen Welt so stark an, dass höhere Zinsen zu einer neuen Weltwirtschaftskrise führen könnten. Ein Spiegelbild für die Konstellation dieser Probleme zeige gegenwärtig die Tendenz an den Finanzmärkten: Baisse an den Aktienmärkten, Kurseinbruch bei Staatsanleihen mit unsicheren Währungen, Hausse bei Edelmetallen und Minenaktien.
Die Aufstellung der OECD zeige eindrucksvoll das weltweite Inflationsproblem. Gegenüber dem Vorjahr hätten sich die Konsumentenpreise in der OECD im Januar um 7,2% nach 6,6% im Dezember erhöht. Das sei die höchste Rate seit dem Februar 1991. Ohne dem starken Anstieg in der Türkei habe die Inflationsrate im Januar bei 5,8% nach 5,6% im Dezember gelegen, im Januar in den USA um 7,5%, im Februar in der Eurozone 5,8% und in Deutschland 5,1%. Die jüngsten Energiepreise würden einen weiteren Anstieg der Konsumentenpreise in der ganzen Welt signalisieren.
Die Frage stelle sich schon seit langem, welche Geldpolitik diesen Inflationsperspektiven angemessen sei. Der gegenwärtige ultra-expansive Kurs der wichtigsten Zentralbanken fördere die Verteuerung. Die Zinsen würden nicht einmal einen Inflationsausgleich bieten. Erste Erhöhungen der Leitzinsen würden sich ankündigen. Kurzfristig stehe der Krieg in der Ukraine dem entgegen. Doch je länger dies hinausgezögert werde, umso mehr würden die Inflationsgefahren steigen. Ein Leitzins wenigstens in Höhe der Inflationsraten sei aus heutiger Sicht beinahe ausgeschlossen. Allzu hoch sei bereits die Verschuldung der Staaten, der Unternehmen und der privaten Haushalte. Der Schuldendienst (Soll-Zinsen + Tilgungen) werde für viele Volkswirtschaften schon bald zu einer Konjunkturbremse.
Die hoch entwickelten Volkswirtschaften mögen das noch eine längere Zeit durchhalten, doch dies gilt kaum für zahlreiche Schwellen- und Entwicklungsländer, so die Experten von "fairesearch". Dies würden zahlreiche Beispiele aus der Vergangenheit zeigen (Argentinien, Zimbabwe, Venezuela, Griechenland und jetzt Türkei und Russland). Wenn für diese hoch verschuldeten Länder die internationale Kreditfinanzierung ins Stocken gerate, würden die Zinsen zwangsläufig stark ansteigen und bis in die Zahlungsunfähigkeit führen.
Doch auch hochentwickelte Volkswirtschaften könnten sich mit der Zeit diesem Punkt annähern. Die USA würden gegenwärtig ein Staatsdefizit von USD 30 Billionen (1 Billion = 10 hoch 12) oder 130% des BIP (Quelle: IWF) verzeichnen. Auf die Tendenz der Landeswährungen könne das längerfristig nur negativ wirken.
In Zeiten geopolitischer Turbulenzen seien Investmententscheidungen stets mit einem höheren Risiko verbunden. Die Ereignisse um die Ukraine würden zeigen, dass eine größere Unabhängigkeit von russischen Energieressourcen unabdingbar sei. Hier seien langfristige Investitionen dringend erforderlich. Die Märkte für Edelmetalle befänden sich weiter in einem Aufwärtstrend.
Liquiditätsanteil im Depot hochhalten. Das koste zwar in realer Rechnung Geld, ermögliche aber später freie Entscheidungen. Führende Werte erneuerbarer Energien weiter aufstocken. Edelmetalle würden eine lukrative Depotergänzung bleiben. (07.03.2022/alc/a/a)
Die Probleme seien wohl kaum kurzfristig zu lösen. In der Ukraine tobe ein Krieg, der sich gefährlich ausweiten könnte. Die Inflation in der ganzen Welt nehme weiter zu und ebbe nicht so schnell ab, wie es die Zentralbanken erhofft hätten. In einer Zeit, in der sich die bisher ultra-expansive Geldpolitik unbedingt normalisieren müsste, steige die Verschuldung aller Sektoren in der ganzen Welt so stark an, dass höhere Zinsen zu einer neuen Weltwirtschaftskrise führen könnten. Ein Spiegelbild für die Konstellation dieser Probleme zeige gegenwärtig die Tendenz an den Finanzmärkten: Baisse an den Aktienmärkten, Kurseinbruch bei Staatsanleihen mit unsicheren Währungen, Hausse bei Edelmetallen und Minenaktien.
Die Aufstellung der OECD zeige eindrucksvoll das weltweite Inflationsproblem. Gegenüber dem Vorjahr hätten sich die Konsumentenpreise in der OECD im Januar um 7,2% nach 6,6% im Dezember erhöht. Das sei die höchste Rate seit dem Februar 1991. Ohne dem starken Anstieg in der Türkei habe die Inflationsrate im Januar bei 5,8% nach 5,6% im Dezember gelegen, im Januar in den USA um 7,5%, im Februar in der Eurozone 5,8% und in Deutschland 5,1%. Die jüngsten Energiepreise würden einen weiteren Anstieg der Konsumentenpreise in der ganzen Welt signalisieren.
Die hoch entwickelten Volkswirtschaften mögen das noch eine längere Zeit durchhalten, doch dies gilt kaum für zahlreiche Schwellen- und Entwicklungsländer, so die Experten von "fairesearch". Dies würden zahlreiche Beispiele aus der Vergangenheit zeigen (Argentinien, Zimbabwe, Venezuela, Griechenland und jetzt Türkei und Russland). Wenn für diese hoch verschuldeten Länder die internationale Kreditfinanzierung ins Stocken gerate, würden die Zinsen zwangsläufig stark ansteigen und bis in die Zahlungsunfähigkeit führen.
Doch auch hochentwickelte Volkswirtschaften könnten sich mit der Zeit diesem Punkt annähern. Die USA würden gegenwärtig ein Staatsdefizit von USD 30 Billionen (1 Billion = 10 hoch 12) oder 130% des BIP (Quelle: IWF) verzeichnen. Auf die Tendenz der Landeswährungen könne das längerfristig nur negativ wirken.
In Zeiten geopolitischer Turbulenzen seien Investmententscheidungen stets mit einem höheren Risiko verbunden. Die Ereignisse um die Ukraine würden zeigen, dass eine größere Unabhängigkeit von russischen Energieressourcen unabdingbar sei. Hier seien langfristige Investitionen dringend erforderlich. Die Märkte für Edelmetalle befänden sich weiter in einem Aufwärtstrend.
Liquiditätsanteil im Depot hochhalten. Das koste zwar in realer Rechnung Geld, ermögliche aber später freie Entscheidungen. Führende Werte erneuerbarer Energien weiter aufstocken. Edelmetalle würden eine lukrative Depotergänzung bleiben. (07.03.2022/alc/a/a)
Aktuelle Kursinformationen mehr >
| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 27.03./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


