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Kommt jetzt Inflation oder Deflation?
15.06.20 10:00
fairesearch
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Finanzmärkte zeigen sich gegenwärtig in großer Volatilität, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
Als Folge von Covid-19 befänden sich die Volkswirtschaften in der ganzen Welt in einer sehr tiefen Krise, der stärksten Rezession seit 1945. Regierungen und Notenbanken würden sich mit äußerst umfangreichen Konjunkturförderungsprogrammen und einer ultra-expansiven Geldpolitik um neues Wirtschaftswachstum bemühen. Die dafür eingesetzten Mittel in aller Welt würden nicht mehr Milliarden, sondern Billionen umfassen. Alle Hoffnungen würden sich auf die Entwicklung eines erfolgreichen Medikamentes richten, doch darüber gebe es bis zur Stunde nur Spekulationen. So würden die Aussichten auf die künftige Wirtschaftsentwicklung höchst ungewiss bleiben.
Entsprechend unsicher bleibe hierdurch auch die Frage, ob jetzt mehr Inflation oder Deflation zu befürchten sei. Die Märkte jedenfalls würden sehr unterschiedliche Erwartungen zeigen. Die Energiemärkte hätten einen wahren Absturz hinter sich, würden sich aber wieder von ihrer Talsohle lösen. Die Preise für Nahrungsmittel seien in einem Aufwärtstrend. Geld- und Rentenmärkte befänden sich völlig unter dem Einfluss der Geldpolitik. Die Aktienmärkte würden mangels Anlagealternativen haussieren, dürften aber wegen ihrer bereits recht hohen Bewertung an Grenzen stoßen. Der neue Kurseinbruch zeige die gewachsene Sensibilität der Marktteilnehmer an den Aktienbörsen. Die inflationär gestiegenen Immobilienpreise würden stagnieren. Sehr volatil seien die Edelmetalle. Insgesamt würden die Preise stagnieren.
Setze jetzt ein kometenhafter Aufschwung mit mehr Inflation ein? Es sei unter vielen Fragen nicht nur diese, die gegenwärtig die ganze Welt in einem Tal extremer Unsicherheiten bewege. Aufstände und Demonstrationen wegen George Floyd bis Hongkong, wegen Reisebeschränkungen bis Hygienevorschriften, wegen Polizeigewalt bis Demokratieverständnis. In den OECD-Ländern sei die Arbeitslosenquote von 5,5% im März auf 8,4% im April gestiegen. Die Aktienmärkte scheinen gegen diese Nachrichten bisher taub zu sein, so die Experten von "fairesearch". Oder komme hier noch ein Zusammenbruch? Die FED pumpe mit Anleihenkäufen noch mehr Geld in die Märkte als die EZB. Es sei kein Wunder, dass sich in diesen Zeiten das Interesse von Investoren auf persönliche und finanzielle Sicherheit richte.
Doch was gebe finanzielle Sicherheit für die Zukunft? Häufigste Antwort darauf sei "Immobilien". Doch auch die Immobilienpreise unterlägen heftigen Schwankungen. Sie sind nach inflationären Steigerungen auf einem hohen Niveau angelangt und scheinen jetzt zu stagnieren, so die Experten von "fairesearch". Eine weitere Antwort seien "Lebensversicherungen und Rentenversicherungen". Doch für deren Leistungen seien die Geld- und Kapitalmarktzinsen ausschlaggebend und diese seien gegenwärtig in realer Richtung negativ. Das gelte auch für langlaufende Obligationen und der Kreditwürdigkeit der Debitoren. Die Kurse der Aktien seien an den Indices gemessen schon nahe ihrem Allzeithoch. Bei der Auswahl sei eine sorgfältige Aktienanalyse erforderlich.
Dann würden nur noch die Edelmetalle bleiben. Das gelte für den Fall einer Inflation, aber auch einer Deflation. Gold habe sich seit 5.000 Jahren als Geldaufbewahrungs- und -transportmittel bewährt. Ganz besonders aber in Krisenzeiten. Silber dagegen - eine Bezeichnung, die in vielen Sprachen auch als "Geld" benutzt werde - hinke der Goldpreisentwicklung hinterher, da es vielfach als Industriemetall Verwendung finde. Die Zentralbanken würden einen Teil ihrer Währungsreserven in Gold halten, wenn auch in unterschiedlichem Maße. Es diene unter anderem der Kreditwürdigkeit der jeweiligen Devisen. Die Ressourcen von Gold seien begrenzt und neue Goldminen könnten kaum noch erschlossen werden. Zudem könne das Edelmetall nicht künstlich hergestellt werden. Die Förderung werde immer schwieriger und kostspieliger. Die Nachfrage steige stärker als das Angebot.
Doch auch der Goldpreis unterliege im historischen Vergleich starken Schwankungen. Er habe am 23.08.2011 in US-Dollar pro Unze mit 1.908 einen historischen Höchststand erreicht, der Mitte Mai 2020 in Europa bei 1.620 gelegen habe.
FED-Präsident Jerome Powell habe wegen der außerordentlich schwierigen Konjunkturkrise angekündigt, die ultra-expansive Geldpolitik noch mindestens ein ganzes Jahr beizubehalten. Das Verhalten der globalen Investoren zeige die rekordhohen Zuflüsse in die mit Gold hinterlegten ETFs (Quelle: WGC). Sie würden das gewachsene Misstrauen gegen die absurd hohe öffentliche Verschuldung spiegeln (Deutschland: EUR 2 Billionen; USA: USD 26 Billionen). Gegenwärtig gebe es eine Deflation bei den Energiepreisen. Sie könnte sich noch ausweiten durch Pleiten bei Unternehmen, privaten Haushalten, aber auch ganzen Staaten. Auf längere Sicht könne nur mehr Inflation die Last der Verschuldung mildern. (Ausgabe vom 14.06.2020) (15.06.2020/alc/a/a)
Als Folge von Covid-19 befänden sich die Volkswirtschaften in der ganzen Welt in einer sehr tiefen Krise, der stärksten Rezession seit 1945. Regierungen und Notenbanken würden sich mit äußerst umfangreichen Konjunkturförderungsprogrammen und einer ultra-expansiven Geldpolitik um neues Wirtschaftswachstum bemühen. Die dafür eingesetzten Mittel in aller Welt würden nicht mehr Milliarden, sondern Billionen umfassen. Alle Hoffnungen würden sich auf die Entwicklung eines erfolgreichen Medikamentes richten, doch darüber gebe es bis zur Stunde nur Spekulationen. So würden die Aussichten auf die künftige Wirtschaftsentwicklung höchst ungewiss bleiben.
Entsprechend unsicher bleibe hierdurch auch die Frage, ob jetzt mehr Inflation oder Deflation zu befürchten sei. Die Märkte jedenfalls würden sehr unterschiedliche Erwartungen zeigen. Die Energiemärkte hätten einen wahren Absturz hinter sich, würden sich aber wieder von ihrer Talsohle lösen. Die Preise für Nahrungsmittel seien in einem Aufwärtstrend. Geld- und Rentenmärkte befänden sich völlig unter dem Einfluss der Geldpolitik. Die Aktienmärkte würden mangels Anlagealternativen haussieren, dürften aber wegen ihrer bereits recht hohen Bewertung an Grenzen stoßen. Der neue Kurseinbruch zeige die gewachsene Sensibilität der Marktteilnehmer an den Aktienbörsen. Die inflationär gestiegenen Immobilienpreise würden stagnieren. Sehr volatil seien die Edelmetalle. Insgesamt würden die Preise stagnieren.
Doch was gebe finanzielle Sicherheit für die Zukunft? Häufigste Antwort darauf sei "Immobilien". Doch auch die Immobilienpreise unterlägen heftigen Schwankungen. Sie sind nach inflationären Steigerungen auf einem hohen Niveau angelangt und scheinen jetzt zu stagnieren, so die Experten von "fairesearch". Eine weitere Antwort seien "Lebensversicherungen und Rentenversicherungen". Doch für deren Leistungen seien die Geld- und Kapitalmarktzinsen ausschlaggebend und diese seien gegenwärtig in realer Richtung negativ. Das gelte auch für langlaufende Obligationen und der Kreditwürdigkeit der Debitoren. Die Kurse der Aktien seien an den Indices gemessen schon nahe ihrem Allzeithoch. Bei der Auswahl sei eine sorgfältige Aktienanalyse erforderlich.
Dann würden nur noch die Edelmetalle bleiben. Das gelte für den Fall einer Inflation, aber auch einer Deflation. Gold habe sich seit 5.000 Jahren als Geldaufbewahrungs- und -transportmittel bewährt. Ganz besonders aber in Krisenzeiten. Silber dagegen - eine Bezeichnung, die in vielen Sprachen auch als "Geld" benutzt werde - hinke der Goldpreisentwicklung hinterher, da es vielfach als Industriemetall Verwendung finde. Die Zentralbanken würden einen Teil ihrer Währungsreserven in Gold halten, wenn auch in unterschiedlichem Maße. Es diene unter anderem der Kreditwürdigkeit der jeweiligen Devisen. Die Ressourcen von Gold seien begrenzt und neue Goldminen könnten kaum noch erschlossen werden. Zudem könne das Edelmetall nicht künstlich hergestellt werden. Die Förderung werde immer schwieriger und kostspieliger. Die Nachfrage steige stärker als das Angebot.
Doch auch der Goldpreis unterliege im historischen Vergleich starken Schwankungen. Er habe am 23.08.2011 in US-Dollar pro Unze mit 1.908 einen historischen Höchststand erreicht, der Mitte Mai 2020 in Europa bei 1.620 gelegen habe.
FED-Präsident Jerome Powell habe wegen der außerordentlich schwierigen Konjunkturkrise angekündigt, die ultra-expansive Geldpolitik noch mindestens ein ganzes Jahr beizubehalten. Das Verhalten der globalen Investoren zeige die rekordhohen Zuflüsse in die mit Gold hinterlegten ETFs (Quelle: WGC). Sie würden das gewachsene Misstrauen gegen die absurd hohe öffentliche Verschuldung spiegeln (Deutschland: EUR 2 Billionen; USA: USD 26 Billionen). Gegenwärtig gebe es eine Deflation bei den Energiepreisen. Sie könnte sich noch ausweiten durch Pleiten bei Unternehmen, privaten Haushalten, aber auch ganzen Staaten. Auf längere Sicht könne nur mehr Inflation die Last der Verschuldung mildern. (Ausgabe vom 14.06.2020) (15.06.2020/alc/a/a)
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