Kehrt die Inflation mit der Wiedereröffnung der Wirtschaft auf gesündere Niveaus zurück?


17.03.21 08:45
Franklin Templeton

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Im aktuellen Research von Sonal Desai, CIO von Franklin Templeton Fixed Income, analysiert sie die Wahrscheinlichkeit von weiter steigenden Inflationsraten, vorrangig in den USA.

Sonal Desai eröffne ihre Untersuchung mit folgender Feststellung: "Inflationssorgen sind neuerdings in aller Munde. Schade eigentlich, denn ich fand es schön, nicht die Konsensmeinung zu vertreten. Es besteht mittlerweile eine zunehmende Einigkeit darüber, dass die Inflation mit der Wiedereröffnung der Wirtschaft auf gesündere Niveaus zurückkehrt. Viele Ökonomen und Marktteilnehmer argumentieren seit langem, dass die Inflation aus strukturellen Gründen tot und die Deflation der einzige plausible Grund zur Sorge sei. Nach ihrem Mantra wird die Inflation ungeachtet der Maßnahmen der Notenbanken nie wieder auf unbehaglich hohe Niveaus steigen.

Ob das stimmt, werden wir nun herausfinden, denn diese Überzeugung ebnete den Weg für ein geplantes US-Konjunkturpaket, das so groß ist, dass es sogar einige langjährige Befürworter starker fiskalischer Anreize verstummen ließ."

Und wo stünden wir inflationstechnisch Ende des Jahres? Desai: "Ende letzten Jahres bewegten sich die Renditen für 10-jährige US-Staatsanleihen bei rund 0,91% und die aus den Marktkursen abgeleitete Erwartung ging von lediglich 1,12% bis Jahresende aus. Die Renditen schossen rasch über dieses Ziel hinaus und liegen bereits bei 1,47%, wobei der stärkste Zuwachs im vergangenen Monat erfolgte. Die Märkte waren gezwungen, ihre Kurse für das Jahresende zu korrigieren und erwarten nun 10-jährige Renditen von 1,75%. Wir sollten darauf gefasst sein, dass die Renditen am Jahresende sogar diese korrigierten Prognosen übersteigen, falls die Impfstoffe ihr Versprechen halten und die Regierung ihre fiskalischen Anreize umsetzt." (Ausgabe vom 16.03.2021) (17.03.2021/alc/a/a)