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Die Kehrseite der rückläufigen Inflation: Aufmerksamkeit verlagert sich - von Inflation
12.07.23 11:30
Fürst Fugger Privatbank
Augsburg (www.anleihencheck.de) - Gingen die meisten Marktbeobachter bislang davon aus, dass uns eine erhöhte Inflation noch länger begleiten würde, sind seit kurzem andere Signale wahrnehmbar, so die Analysten der Fürst Fugger Privatbank.
Besonders die Inflationsdaten aus Spanien würden aufhorchen lassen: Im Juni habe die Teuerung der Verbraucherpreise dort nur noch bei 1,9% gelegen, also sogar unter dem Inflationsziel der EZB. Auch die Kerninflation sei von 6,1 auf 5,9% gesunken.
In den USA liege die Inflation aktuell bei 4% und auch die monatlichen Steigerungsraten würden Entspannungssignale senden - im Mai etwa nur noch 0,1%. Für Marko Behring, Leiter Asset Management der Fürst Fugger Privatbank, ein Trend, der anhalten dürfte. Vor allem die Energiepreise seien drastisch gesunken. Aber auch zahlreiche Sonderfaktoren würden beginnen, sich zu normalisieren. Ein Beispiel seien die infolge der Lieferengpässe stark gestiegenen Gebrauchtwagenpreise.
Für Behring wären dies alles grundsätzlich gute Nachrichten, gäbe es da nicht eine Kehrseite: "Die Entspannung bei den Preissteigerungen ist die Folge einer sich zunehmend abkühlenden Konjunktur", gebe er zu bedenken. Beispielsweise sei der viel beachtete Einkaufsmanagerindex des Verarbeitenden Gewerbes in den USA zu Monatsbeginn deutlich schwächer ausgefallen. Dies deute auf eine nahende Konjunkturabschwächung hin. Ausgenommen sei lediglich der Dienstleistungssektor.
Auch in Europa würden sich die Anzeichen einer nachgebenden Konjunktur verdichten. So habe der ZEW-Index zuletzt sowohl für Deutschland als auch für Europa eine verschlechterte Wirtschaftsstimmung gemessen. Für Marko Behring eine erwartbare Entwicklung im Zuge der Inflationsbekämpfung: "Die Abkühlung der Wirtschaft ist der Preis für eine restriktivere Geldpolitik." Aktuell seien die Märkte noch recht stark auf das Thema Inflation fixiert. Er erwarte jedoch eine Veränderung: "Im Laufe der Sommermonate dürfte sich die Aufmerksamkeit verlagern: weg von der Inflationsangst, hin zur Rezessionsangst." Sollten sich im Verlauf der nächsten Monate die konjunkturellen Vorzeichen stärker eintrüben, sei davon auszugehen, dass dies auch an den Aktienmärkten ein Thema werde. Dabei sei die Widerstandsfähigkeit der Aktienmärkte derzeit bemerkenswert, so Behring. Er setze daher weiter auf Aktien, wenn auch mit klarer Ausrichtung: "Für die kommenden Monate empfehlen wir, den Aktienanteil eher defensiv auszurichten und vor allem auf Titel mit hoher Qualität, guten Bilanzen und niedrigen Bewertungen setzen." (12.07.2023/alc/a/a)
Besonders die Inflationsdaten aus Spanien würden aufhorchen lassen: Im Juni habe die Teuerung der Verbraucherpreise dort nur noch bei 1,9% gelegen, also sogar unter dem Inflationsziel der EZB. Auch die Kerninflation sei von 6,1 auf 5,9% gesunken.
Für Behring wären dies alles grundsätzlich gute Nachrichten, gäbe es da nicht eine Kehrseite: "Die Entspannung bei den Preissteigerungen ist die Folge einer sich zunehmend abkühlenden Konjunktur", gebe er zu bedenken. Beispielsweise sei der viel beachtete Einkaufsmanagerindex des Verarbeitenden Gewerbes in den USA zu Monatsbeginn deutlich schwächer ausgefallen. Dies deute auf eine nahende Konjunkturabschwächung hin. Ausgenommen sei lediglich der Dienstleistungssektor.
Auch in Europa würden sich die Anzeichen einer nachgebenden Konjunktur verdichten. So habe der ZEW-Index zuletzt sowohl für Deutschland als auch für Europa eine verschlechterte Wirtschaftsstimmung gemessen. Für Marko Behring eine erwartbare Entwicklung im Zuge der Inflationsbekämpfung: "Die Abkühlung der Wirtschaft ist der Preis für eine restriktivere Geldpolitik." Aktuell seien die Märkte noch recht stark auf das Thema Inflation fixiert. Er erwarte jedoch eine Veränderung: "Im Laufe der Sommermonate dürfte sich die Aufmerksamkeit verlagern: weg von der Inflationsangst, hin zur Rezessionsangst." Sollten sich im Verlauf der nächsten Monate die konjunkturellen Vorzeichen stärker eintrüben, sei davon auszugehen, dass dies auch an den Aktienmärkten ein Thema werde. Dabei sei die Widerstandsfähigkeit der Aktienmärkte derzeit bemerkenswert, so Behring. Er setze daher weiter auf Aktien, wenn auch mit klarer Ausrichtung: "Für die kommenden Monate empfehlen wir, den Aktienanteil eher defensiv auszurichten und vor allem auf Titel mit hoher Qualität, guten Bilanzen und niedrigen Bewertungen setzen." (12.07.2023/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 27.03./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


