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Investieren in Zeiten der Inflationsunsicherheit
23.02.22 08:45
Goldman Sachs Asset Management
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Am Mittwoch wurde für Großbritannien die aktuelle Inflationsrate bekannt gegeben, so James Ashley, Leiter Marktstrategie EMEA und Asien bei Goldman Sachs Asset Management.
Das Ergebnis: Mit 5,5 Prozent liege die Inflation so hoch wie seit 30 Jahren nicht mehr. Die Nachricht reihe sich ein in die aktuellen Inflationsraten in den USA und der Eurozone: In den USA liege der zuletzt bekannt gegebene Wert bei 7,5 Prozent und damit auf einem 40-Jahres-Hoch, in der Eurozone bei 5,5 Prozent. In einem solchen Umfeld steigender Preise würden aktiv gemanagte Aktien und multisektorale Anleihen Anlegern je nach Risiko-Rendite-Profil potenzielle Möglichkeiten bieten.
Anders als von vielen Anlegern 2021 erhofft, sei nicht unbedingt abzusehen, dass die Inflationsrate 2022 schnell sinken werde. Im Gegenteil: Die Preise für einige Güter, darunter auch die Preise fürs Wohnen, könnten noch einige Zeit weiter über ihr Vor-COVID-Niveau klettern. Auch Autos würden eine ungewisse Größe darstellen: Die Inflation in diesem Sektor sei hoch und könnte es bleiben, wenn der Chipmangel erst 2023 behoben werde. Solide Lohnwachstums- und Inflationserwartungen würden ebenfalls verhindern, dass das Niedriginflationsumfeld der letzten Jahre schnell zurückkehre, auch wenn die Auswirkungen je nach Volkswirtschaft unterschiedlich sein würden. Es bestehe die Möglichkeit, dass die Inflation höher werde als während des letzten Zyklus, wenngleich sie voraussichtlich nicht so heiß laufen werde wie in den 1970er Jahren. In diesem unsicheren Umfeld sollten Anleger eine Ausrichtung auf Strategien erwägen, die die Möglichkeit bieten würden, an steigenden Preisen zu partizipieren.
Aktien würden Anlegern aus historischer Sicht die beste Chance auf eine Wertentwicklung bieten, die langfristig über der Inflation liege. Ein aktives Management sei besonders im aktuellen Umfeld allerdings unerlässlich, denn die Inflation wirke sich auf jedes Unternehmen anders aus. Portfoliomanager, die auf Unternehmen umsteigen könnten, die vor steigenden Preisen besser geschützt seien oder voraussichtlich sogar davon profitieren würden wie Energieerzeuger oder Firmen mit niedrigen Arbeitskosten oder robusten Lieferketten, würden unter Umständen höhere Renditen erzielen als Strategien, die einen Vergleichsindex abbilden würden. Gerade zyklische Aktien seien eher in Sektoren vertreten, die von Inflation profitieren würden, wie beispielsweise der Finanz-, der Energie- und der Grundstoffsektor.
Darüber hinaus könnten sich Sachwerte-Aktien (Immobilien, Infrastruktur) als widerstandsfähig erweisen, wenn die Preise anziehen würden. Grund: Viele Miet- und andere Verträge seien an die Inflation geknüpft und der Wert der Basiswerte steige in der Regel, wenn die Kosten für Land, Arbeitskräfte und Material steigen würden.
Multisektor-Anleihestrategien, die auf variabel verzinsliche Bankkredite und Anleihen von Unternehmen mit robustem Umsatzwachstum und mit Preismacht ausgerichtet werden könnten, hätten die Möglichkeit, sich in einem inflationären Umfeld gut zu entwickeln. Treasury Inflation-Protected Securities (TIPS) würden nicht denselben Grad an Diversifikation bieten, könnten aber vor unerwarteter Inflation schützen und als Beimischung geeignet sein, wenn die Zinsen steigen würden und sich das Inflationsumfeld ändere.
Die Inflation sei zum größten Teil des letzten Jahres durch vorübergehende Faktoren angeheizt worden. Vorübergehend bedeute jedoch nicht unbedingt, dass die Inflationsrate 2022 schnell sinken werde. Anleger würden daher je nach dem individuellen Risiko-Rendite-Profil gut daran tun, sich strategisch auf die Möglichkeit anhaltender Inflation einzustellen. (Ausgabe vom 22.02.2022) (23.02.2022/alc/a/a)
Das Ergebnis: Mit 5,5 Prozent liege die Inflation so hoch wie seit 30 Jahren nicht mehr. Die Nachricht reihe sich ein in die aktuellen Inflationsraten in den USA und der Eurozone: In den USA liege der zuletzt bekannt gegebene Wert bei 7,5 Prozent und damit auf einem 40-Jahres-Hoch, in der Eurozone bei 5,5 Prozent. In einem solchen Umfeld steigender Preise würden aktiv gemanagte Aktien und multisektorale Anleihen Anlegern je nach Risiko-Rendite-Profil potenzielle Möglichkeiten bieten.
Anders als von vielen Anlegern 2021 erhofft, sei nicht unbedingt abzusehen, dass die Inflationsrate 2022 schnell sinken werde. Im Gegenteil: Die Preise für einige Güter, darunter auch die Preise fürs Wohnen, könnten noch einige Zeit weiter über ihr Vor-COVID-Niveau klettern. Auch Autos würden eine ungewisse Größe darstellen: Die Inflation in diesem Sektor sei hoch und könnte es bleiben, wenn der Chipmangel erst 2023 behoben werde. Solide Lohnwachstums- und Inflationserwartungen würden ebenfalls verhindern, dass das Niedriginflationsumfeld der letzten Jahre schnell zurückkehre, auch wenn die Auswirkungen je nach Volkswirtschaft unterschiedlich sein würden. Es bestehe die Möglichkeit, dass die Inflation höher werde als während des letzten Zyklus, wenngleich sie voraussichtlich nicht so heiß laufen werde wie in den 1970er Jahren. In diesem unsicheren Umfeld sollten Anleger eine Ausrichtung auf Strategien erwägen, die die Möglichkeit bieten würden, an steigenden Preisen zu partizipieren.
Darüber hinaus könnten sich Sachwerte-Aktien (Immobilien, Infrastruktur) als widerstandsfähig erweisen, wenn die Preise anziehen würden. Grund: Viele Miet- und andere Verträge seien an die Inflation geknüpft und der Wert der Basiswerte steige in der Regel, wenn die Kosten für Land, Arbeitskräfte und Material steigen würden.
Multisektor-Anleihestrategien, die auf variabel verzinsliche Bankkredite und Anleihen von Unternehmen mit robustem Umsatzwachstum und mit Preismacht ausgerichtet werden könnten, hätten die Möglichkeit, sich in einem inflationären Umfeld gut zu entwickeln. Treasury Inflation-Protected Securities (TIPS) würden nicht denselben Grad an Diversifikation bieten, könnten aber vor unerwarteter Inflation schützen und als Beimischung geeignet sein, wenn die Zinsen steigen würden und sich das Inflationsumfeld ändere.
Die Inflation sei zum größten Teil des letzten Jahres durch vorübergehende Faktoren angeheizt worden. Vorübergehend bedeute jedoch nicht unbedingt, dass die Inflationsrate 2022 schnell sinken werde. Anleger würden daher je nach dem individuellen Risiko-Rendite-Profil gut daran tun, sich strategisch auf die Möglichkeit anhaltender Inflation einzustellen. (Ausgabe vom 22.02.2022) (23.02.2022/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 27.03./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


