Inflationsziel in der Eurozone noch nicht erreicht


16.03.18 11:00
Börse Stuttgart

Stuttgart (www.anleihencheck.de) - Noch ist die Zinswende im Euroraum nicht eingeläutet, so die Börse Stuttgart.

Man sei aber zuversichtlicher als in der Vergangenheit, dass sich die Inflation dem Zielwert von knapp 2 Prozent annähere, habe Mario Draghi diese Woche gesagt. Der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) habe darauf verwiesen, dass die Teuerung erst nachhaltig in Richtung des Zielwerts steigen müsse, bevor die lockere Geldpolitik zurückgefahren werde. Im Februar hätten die Verbraucherpreise in der Eurozone lediglich um 1,2 Prozent angezogen, im Januar seien es 1,3 Prozent gewesen. EZB-Chefökonom Peter Praet gehe mit Draghi konform: Er habe gesagt, dass die EZB noch abwarten müsse, bis sie ein Ende der Netto-Anleihenkäufe beschließe: "Wir sind noch nicht da", so Praet. Der Volkswirt habe zugleich Verständnis dafür gezeigt, dass es an den Märkten Bedarf nach Hinweisen der EZB über den künftigen zinspolitischen Kurs gebe, je näher das Ende der Anleiheankäufe rücke.

Die jüngsten Äußerungen der EZB, dass eine schnelle Straffung der Geldpolitik nicht in Sicht sei, hätten den Eurokurs gedrückt. Der Wert des Euro sei vorübergehend von 1,241 auf 1,235 US-Dollar gesunken. Die Geldpolitik bleibe auch in der Schweiz vorerst im Krisenmodus - trotz der guten Konjunkturlage. Wichtigster Grund dafür sei der Kurs des Schweizer Franken, den die Schweizer Notenbank (SNB) nach wie vor als "hoch bewertet" sehe. Die Schweizer Währung habe in diesem Jahr gegenüber dem US-Dollar um rund 3 Prozent zugelegt. (Ausgabe 10 vom 16.03.2018) (16.03.2018/alc/a/a)