Inflationsrate in China sinkt auf magere 0,8%


10.03.17 09:30
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - In der Volksrepublik China sind die allgemeinen Verbraucherpreise in der Jahresrechnung im zurückliegenden Februar weniger stark gestiegen, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Wie gestern mitgeteilt, habe die Teuerung nach 2,5% im Vormonat nunmehr bei 0,8% gelegen. Der Grund für den jetzigen Rückgang seien die gesunkenen Preise für Nahrungsmittel (-4,3%), besonders für Gemüse. Bedingt durch das chinesische Neujahrsfest habe es im Januar noch einen Anstieg um 2,7% gegeben. Im vergangenen Jahr seien die Festlichkeiten noch in den Februar gefallen. Der "Feiertags-Effekt" sei bei den Ausgaben für Nahrungsmittel ausgeprägt gewesen, aber deutlich geringer als zuvor im Konsens erwartet. Dazu komme im März ein positiver Basiseffekt durch die hohe Vergleichsbasis im Vorjahr. Spätestens im April sollte dieser Effekt jedoch auslaufen. Dafür hätten die Preise für Nicht-Lebensmittel im Jahresvergleich um 2,2% zugelegt und steige damit bereits seit Mitte 2016.

Maßgeblich für Inflation sei jedoch vor allem der Konjunkturverlauf. Über dessen Verfassung würden voraussichtlich die zu Beginn kommender Woche zur Veröffentlichung anstehenden Daten mehr Aufschluss geben. Die jüngsten Signale seien jedenfalls gemischt ausgefallen: Außenhandel und Inflation hätten enttäuscht, die monatliche Lagebeurteilung durch Einkaufmanager im Verarbeitenden Gewerbe sei hingegen optimistischer ausgefallen. In diesem Umfeld werde die Zentralbank von China vermutlich bei ihrer abwartenden Geldpolitik bleiben. Die Analysten würden daher im laufenden Jahr von unveränderten Schlüsselzinsen der PBoC ausgehen. Mit im Trend steigenden Inflationserwartungen führe ein Anstieg der Renditen am langen Ende voraussichtlich weiter zu einer steileren Zinskurve in Festlandchina. (10.03.2017/alc/a/a)