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Inflation in den USA wieder heißer als im Januar
21.02.23 12:41
SOLIT Gruppe
Wiesbaden (www.anleihencheck.de) - Die US-Inflationszahlen für Januar kamen am Dienstag heißer rein, als der Markt erwartet hatte, so Markus Blaschzok, Chefanalyst der SOLIT Gruppe.
Nachdem die Inflationsrate von ihrem Hoch im Mai letzten Jahres bei 9,1% ständig gefallen sei, hätten die Märkte auf eine Fortsetzung des Trends und baldige Leitzinssenkungen der US-Notenbank gesetzt, im Glauben man könne einer Rezession diesmal entgehen. Mit einem Preisanstieg von 6,4% zum Vorjahr, anstatt der erwarteten 6,2%, habe dieses Narrativ diesmal jedoch eine kalte Dusche erhalten.
Deutlicher werde dies, sehe man sich den Anstieg des Konsumentenpreises zum Vormonat an. So sei dieser im Januar anstatt der erwarteten 0,4% sogar um 0,5% angestiegen, was der stärkste Anstieg seit Juni letzten Jahres sei. Nicht saisonal bereinigt habe der Anstieg im Januar sogar bei 0,8% zum Vormonat gelegen, dem stärksten Anstieg seit März. Die Kerninflationsrate ex Energie und Lebensmittel habe mit 0,4% ebenfalls über dem Marktkonsens von 0,3% zum Vorjahr gelegen. Auch die Produzentenpreise (PPI) seien zum Vormonat mit 0,7% (+6% zum Vorjahr) stärker angestiegen als die Markterwartung von 0,4%.
Angesichts dieser noch immer hohen Inflationsrate habe die US-Notenbank, deren Leitzins noch immer deutlich zu niedrig sei, keinen Spielraum für Leitzinssenkungen. Normalerweise sollte der Leitzins etwa vier Prozentpunkte oberhalb der Teuerung liegen, wovon man aktuell weit entfernt sei. Wie immer an dieser Stelle der Hinweis, dass der offizielle Konsumentenpreisindex seit 1980 die Teuerung zu niedrig ausweise und diese in Wahrheit viel höher sei, etwa doppelt so hoch. Außerdem gründe die aktuelle Teuerung nicht auf eine Ausweitung des Kreditwachstums, sondern auf den QE-Programmen der US-Notenbank, weshalb es in der kommenden Rezession zu keinem Rückgang der Preise kommen werde.
Nach anfänglicher Richtungslosigkeit am Markt auf die heißeren CPI-Daten, habe der US-Dollar im Wochenverlauf weiter zugelegt, während der Gold- und der Silberpreis ihre Korrektur fortsetzen würden. Im Tief habe der Goldpreis noch einmal 40 US-Dollar mit einem Test der Unterstützung bei 1.820 US-Dollar verloren, wo Shortseller nach dem Preisrückgang um 140 US-Dollar erst einmal Shortpositionen glattgestellt hätten und sich der Goldpreis zum Wochenschluss wieder auf 1.851 US-Dollar habe erholen können.
Der Silberpreis sei mit 21,70 US-Dollar rund 3 US-Dollar tiefer als noch vor einem Monat in das Wochenende gegangen. Im Tief sei der Silberpreis auf 21,20 US-Dollar gefallen, womit mein erstes Korrekturziel, das die Experten vor einem Monat ausgerufen hätten, nun eigentlich abgearbeitet wäre. Da die Erholung des USD-Index jedoch noch nicht abgeschlossen sei und mit einer weiteren Dollarstärke zu rechnen sei, insbesondere aufgrund eines voraussichtlich weiteren deutlichen Rückgangs beim Euro, wäre auch bei Silber und Gold noch etwas Luft nach unten vorhanden. Zumindest sei kurzfristig nicht mit einer erneuten Rally zu rechnen.
Der HUI-Goldminenindex sei in der letzten Woche um 4,7% auf 224 Punkte gefallen. Vor einem Monat hätten die Experten bei 265 Punkten dazu geraten, das Risiko herunterzufahren und Teilgewinne mitzunehmen, da sie auf eine Korrektur der Miners in Tandem mit dem Goldpreis bis in den Bereich von 200-220 Punkten gehofft hätten. Auch hier scheine kurzfristig noch ein wenig Luft nach unten vorhanden zu sein, womit das Korrekturziel komplett abgearbeitet wäre.
Kurzfristig wichtig für den Goldpreis werde am Mittwoch die Veröffentlichung des Protokolls der jüngsten Sitzung der US-Notenbank sein, sowie die revidierten Schätzung des US-BIP für das vierte Quartal am Donnerstag. Ein hawkisher Ton in den FED-Minutes und bessere BIP-Zahlen würden den Dollar stärken und die Edelmetalle und Miners in den Abverkauf führen. Wer vor einem Monat Gewinne eingestrichen habe, dürfte dann womöglich das Setup für den Rückkauf der Position in die Schwäche hinein haben.
Andererseits habe die Notenbanksitzung vor dem extrem starken Arbeitsmarktbericht mit 517.000 neuen Stellen außerhalb der Landwirtschaft meilenweit über dem Marktkonsens gelegen, weshalb die FED-Minutes womöglich nicht so hawkish seien. Ein dovisher Bericht könnte diametral gegensätzlich den Edelmetallen und Minenaktien wieder unter die Arme helfen. Der Großteil der Korrektur dürfte gelaufen sein bzw. seien die Korrekturziele so gut wie erreicht worden bei den Edelmetallen. Beim Silber wäre ein Rücksetzer auf 20 US-Dollar denkbar und beim Gold ein Überschießen bis 1.780 US-Dollar.
Der Zins für fünfjährige US-Staatsanleihen sei vergangene Handelswoche auf 5% angestiegen, dem höchsten Stand seit Juli 2007, kurz bevor die Blase am Kredit- und Immobilienmarkt geplatzt sei. Die Zehnjährigen würden aktuell bei 3,85% handeln, wobei der Spread der 10Yr zu 2Yr Anleihen mit -0,8% historisch negativ sei. Es sei erstaunlich, dass so viele Marktteilnehmer glauben würden, man könne einer Rezession entgehen.
Vielmehr folge mit einer Zeitverzögerung von 9 bis 18 Monaten der Einschlag der höheren Zinsen auf die Refinanzierung der überschuldeten Unternehmen. Diese Rezession habe das Potenzial die Stärkste der Geschichte zu werden. Wie die Experten seit drei Jahren schreiben würden, würden die Notenbanken in dieser Phase der Stagflation mit neuerlichen QE-Programmen aufwarten, um den Zinsmarkt zu managen und einen unkontrollierten Anstieg der Zinsen zu verhindern.
Die Bank of Japan versuche aktuell exakt das auf noch viel niedrigerem Niveau. Die Zinsen der zehnjährigen japanischen Staatsanleihen hätten letzte Woche wieder am oberen Ende der Handelsspanne bei exakt 0,5% gehandelt und seien bei 0,51% ins Wochenende gegangen. Erst kürzlich habe die BoJ die Handelsspanne von +-0,25% aufgeben müssen, nachdem der Verkaufsdruck zu stark gewesen sei. Spekulanten würden diese Papiere shorten, da die japanische Notenbank auf verlorenem Posten kämpfe.
Ebenso werde es der EZB und der FED spätestens im nächsten Jahr ergehen. Die Kontrolle der Zinskurve bedinge das Drucken von Geld, was Inflation erzeuge und somit den Verkaufsdruck am Anleihenmarkt nur erhöhe. Man könne sich damit nur etwas Zeit erkaufen, doch die Richtung sei klar. Gold und Silber würden dann von diesen neuen QE-Programmen stark profitieren.
Sobald die Arbeitslosigkeit steige und die Inflation stark zunehme, würden smarte Investoren Gold, Silber und Minenaktien frühzeitig kaufen, da sie die kommenden QE-Programme antizipieren würden. Man sollte jedoch nicht vergessen, dass die Goldnachfrage diesmal wieder ein Vorlaufindikator sein könnte, sollten QE-Programme aufgrund exogener Faktoren frühzeitig ins Spiel kommen, womit die FED vermeintlich eine Rezession zu verhindern versuche. Es gebe keinen Silberschweif am Horizont für die Realwirtschaft, weshalb Gold und Silber in den nächsten Jahren der Stagflation weiterhin das beste Investment sein würden, während die Aktienmärke inflationsbereinigt stark Federn lassen dürften, ebenso wie in den siebziger Jahren. (21.02.2023/alc/a/a)
Nachdem die Inflationsrate von ihrem Hoch im Mai letzten Jahres bei 9,1% ständig gefallen sei, hätten die Märkte auf eine Fortsetzung des Trends und baldige Leitzinssenkungen der US-Notenbank gesetzt, im Glauben man könne einer Rezession diesmal entgehen. Mit einem Preisanstieg von 6,4% zum Vorjahr, anstatt der erwarteten 6,2%, habe dieses Narrativ diesmal jedoch eine kalte Dusche erhalten.
Deutlicher werde dies, sehe man sich den Anstieg des Konsumentenpreises zum Vormonat an. So sei dieser im Januar anstatt der erwarteten 0,4% sogar um 0,5% angestiegen, was der stärkste Anstieg seit Juni letzten Jahres sei. Nicht saisonal bereinigt habe der Anstieg im Januar sogar bei 0,8% zum Vormonat gelegen, dem stärksten Anstieg seit März. Die Kerninflationsrate ex Energie und Lebensmittel habe mit 0,4% ebenfalls über dem Marktkonsens von 0,3% zum Vorjahr gelegen. Auch die Produzentenpreise (PPI) seien zum Vormonat mit 0,7% (+6% zum Vorjahr) stärker angestiegen als die Markterwartung von 0,4%.
Angesichts dieser noch immer hohen Inflationsrate habe die US-Notenbank, deren Leitzins noch immer deutlich zu niedrig sei, keinen Spielraum für Leitzinssenkungen. Normalerweise sollte der Leitzins etwa vier Prozentpunkte oberhalb der Teuerung liegen, wovon man aktuell weit entfernt sei. Wie immer an dieser Stelle der Hinweis, dass der offizielle Konsumentenpreisindex seit 1980 die Teuerung zu niedrig ausweise und diese in Wahrheit viel höher sei, etwa doppelt so hoch. Außerdem gründe die aktuelle Teuerung nicht auf eine Ausweitung des Kreditwachstums, sondern auf den QE-Programmen der US-Notenbank, weshalb es in der kommenden Rezession zu keinem Rückgang der Preise kommen werde.
Nach anfänglicher Richtungslosigkeit am Markt auf die heißeren CPI-Daten, habe der US-Dollar im Wochenverlauf weiter zugelegt, während der Gold- und der Silberpreis ihre Korrektur fortsetzen würden. Im Tief habe der Goldpreis noch einmal 40 US-Dollar mit einem Test der Unterstützung bei 1.820 US-Dollar verloren, wo Shortseller nach dem Preisrückgang um 140 US-Dollar erst einmal Shortpositionen glattgestellt hätten und sich der Goldpreis zum Wochenschluss wieder auf 1.851 US-Dollar habe erholen können.
Der Silberpreis sei mit 21,70 US-Dollar rund 3 US-Dollar tiefer als noch vor einem Monat in das Wochenende gegangen. Im Tief sei der Silberpreis auf 21,20 US-Dollar gefallen, womit mein erstes Korrekturziel, das die Experten vor einem Monat ausgerufen hätten, nun eigentlich abgearbeitet wäre. Da die Erholung des USD-Index jedoch noch nicht abgeschlossen sei und mit einer weiteren Dollarstärke zu rechnen sei, insbesondere aufgrund eines voraussichtlich weiteren deutlichen Rückgangs beim Euro, wäre auch bei Silber und Gold noch etwas Luft nach unten vorhanden. Zumindest sei kurzfristig nicht mit einer erneuten Rally zu rechnen.
Kurzfristig wichtig für den Goldpreis werde am Mittwoch die Veröffentlichung des Protokolls der jüngsten Sitzung der US-Notenbank sein, sowie die revidierten Schätzung des US-BIP für das vierte Quartal am Donnerstag. Ein hawkisher Ton in den FED-Minutes und bessere BIP-Zahlen würden den Dollar stärken und die Edelmetalle und Miners in den Abverkauf führen. Wer vor einem Monat Gewinne eingestrichen habe, dürfte dann womöglich das Setup für den Rückkauf der Position in die Schwäche hinein haben.
Andererseits habe die Notenbanksitzung vor dem extrem starken Arbeitsmarktbericht mit 517.000 neuen Stellen außerhalb der Landwirtschaft meilenweit über dem Marktkonsens gelegen, weshalb die FED-Minutes womöglich nicht so hawkish seien. Ein dovisher Bericht könnte diametral gegensätzlich den Edelmetallen und Minenaktien wieder unter die Arme helfen. Der Großteil der Korrektur dürfte gelaufen sein bzw. seien die Korrekturziele so gut wie erreicht worden bei den Edelmetallen. Beim Silber wäre ein Rücksetzer auf 20 US-Dollar denkbar und beim Gold ein Überschießen bis 1.780 US-Dollar.
Der Zins für fünfjährige US-Staatsanleihen sei vergangene Handelswoche auf 5% angestiegen, dem höchsten Stand seit Juli 2007, kurz bevor die Blase am Kredit- und Immobilienmarkt geplatzt sei. Die Zehnjährigen würden aktuell bei 3,85% handeln, wobei der Spread der 10Yr zu 2Yr Anleihen mit -0,8% historisch negativ sei. Es sei erstaunlich, dass so viele Marktteilnehmer glauben würden, man könne einer Rezession entgehen.
Vielmehr folge mit einer Zeitverzögerung von 9 bis 18 Monaten der Einschlag der höheren Zinsen auf die Refinanzierung der überschuldeten Unternehmen. Diese Rezession habe das Potenzial die Stärkste der Geschichte zu werden. Wie die Experten seit drei Jahren schreiben würden, würden die Notenbanken in dieser Phase der Stagflation mit neuerlichen QE-Programmen aufwarten, um den Zinsmarkt zu managen und einen unkontrollierten Anstieg der Zinsen zu verhindern.
Die Bank of Japan versuche aktuell exakt das auf noch viel niedrigerem Niveau. Die Zinsen der zehnjährigen japanischen Staatsanleihen hätten letzte Woche wieder am oberen Ende der Handelsspanne bei exakt 0,5% gehandelt und seien bei 0,51% ins Wochenende gegangen. Erst kürzlich habe die BoJ die Handelsspanne von +-0,25% aufgeben müssen, nachdem der Verkaufsdruck zu stark gewesen sei. Spekulanten würden diese Papiere shorten, da die japanische Notenbank auf verlorenem Posten kämpfe.
Ebenso werde es der EZB und der FED spätestens im nächsten Jahr ergehen. Die Kontrolle der Zinskurve bedinge das Drucken von Geld, was Inflation erzeuge und somit den Verkaufsdruck am Anleihenmarkt nur erhöhe. Man könne sich damit nur etwas Zeit erkaufen, doch die Richtung sei klar. Gold und Silber würden dann von diesen neuen QE-Programmen stark profitieren.
Sobald die Arbeitslosigkeit steige und die Inflation stark zunehme, würden smarte Investoren Gold, Silber und Minenaktien frühzeitig kaufen, da sie die kommenden QE-Programme antizipieren würden. Man sollte jedoch nicht vergessen, dass die Goldnachfrage diesmal wieder ein Vorlaufindikator sein könnte, sollten QE-Programme aufgrund exogener Faktoren frühzeitig ins Spiel kommen, womit die FED vermeintlich eine Rezession zu verhindern versuche. Es gebe keinen Silberschweif am Horizont für die Realwirtschaft, weshalb Gold und Silber in den nächsten Jahren der Stagflation weiterhin das beste Investment sein würden, während die Aktienmärke inflationsbereinigt stark Federn lassen dürften, ebenso wie in den siebziger Jahren. (21.02.2023/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
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| 2,70 % | 1,80 % | |||


