Inflation in der Eurozone: Von nun an geht es bergab


31.03.17 08:30
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Im Durchschnitt lag der Ölpreis (Basis: Brent in USD) im letzten Jahr bei 45 USD, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Für den bisherigen Verlauf des Jahres 2017 ergebe sich aktuell ein durchschnittliches Niveau von knapp 55 USD. Die EZB-Experten würden derzeit für 2017 im Schnitt einen Preis von 56,4 USD unterstellen. Vor dem Hintergrund eines aktuellen Ölpreises von knapp 52 USD könnte sich dies als etwas zu ambitioniert erweisen. Einerseits erscheine zwar gesichert, dass sich beim Ölpreis im Vergleich zu 2016 ein deutliches Plus einstellen werde. Aber anderseits zeichne sich ab, dass das Plus doch niedriger ausfalle als von der EZB bisher unterstellt. Gesichert erscheine den Analysten, dass bei abnehmenden Basiseffekten vom Ölpreis die Jahresrate bei den Konsumentenpreisen der Eurozone im Februar mit 2,0% das Jahreshoch schon gesehen habe.

Der Ölpreis (Brent, in EUR) habe noch im Januar sein Vorjahresniveau um mehr als 70% übertroffen, aktuell seien es "nur" noch knapp 40%. Sollte das aktuelle Niveau auch per Jahresende 2017 noch Bestand haben, ergäbe sich ein Minus von gut 5%. Bei der Schnellschätzung für die jährliche Inflationsrate im März würden die Analysten mit 1,7% kalkulieren. Dies sei auch der Projektionswert der Analysten für 2017 im Jahresdurchschnitt.

Die Analysten würden nicht an einer weiterhin robusten Verfassung am deutschen Arbeitsmarkt zweifeln. Im März sei aber das ifo Beschäftigungsbarometer um 1,2 auf 109,4 Punkte gesunken. Ein niedrigeres Niveau habe es zuletzt im August 2016 mit 108,7 Punkten gegeben. Dies weise darauf hin, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen würden. Der seit 2014 intakte Trend einer im Monatsvergleich rückläufigen saisonbereinigten Arbeitslosenzahl sollte hiervon aber unberührt bleiben. Die Analysten würden für März einen Rückgang um 7.000 Personen erwarten.

Die Arbeitslosenquote sollte zum dritten Mal in Folge auf dem Rekordtief seit der deutschen Wiedervereinigung (5,9%) verharren. Den Optimismus des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), der Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, würden die Analysten aber nicht teilen. Hier werde im Jahresdurchschnitt für das laufende Jahr mit einem Rückgang der Arbeitslosigkeit um 160.000 Personen auf 2,53 Mio. und einer Arbeitslosenquote von 5,7% gerechnet. Nach einer 2016er Arbeitslosenquote von 6,1% würden die Analysten für 2017 mit einen Wert von 5,9% kalkulieren.

In den USA dürfte der Deflator des privaten Verbrauchs (PCE) in der Jahresrate auf 2,1% im Februar zugelegt haben (Januar: 1,9%). Die Jahresrate bei der Kernrate des Deflators des privaten Verbrauchs sollte aber unverändert bei 1,7% liegen. Mit einem Anstieg auf 1,9% würden die Analysten hier erst für 2018 rechnen. Einen Trend zu einem zu hohen nachhaltigen Inflationsdruck würden die Analysten nicht sehen.

Bei den Konsumentenpreisen würden die Analysten zwar für das laufende Jahr im Durchschnitt mit einem Anstieg um 2,3% kalkulieren (2016: 1,3%). Für 2018 würden die Analysten aber nur ein Preisplus von 1,9% erwarten. Insgesamt sollte damit der Prozess der graduellen Straffung der US-Geldpolitik weiter fortgeführt werden. Im laufenden Jahr würden die Analysten noch zwei weitere Anhebungen der US-Leitzinsen um je 25 BP erwarten. (31.03.2017/alc/a/a)