Hohe Inflation verhindert Zinssenkung in Indien


07.02.20 12:00
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Erwartungsgemäß beließ die Reserve Bank of India (RBI) die Leitzinsen auf ihrer gestrigen Sitzung unverändert, so die Analysten von Postbank Research.

Angesichts eines verhaltenen Wachstumsausblicks für dieses Jahr hätten die Währungshüter die Zinsen wohl gerne gesenkt. Bei einer Inflation von aktuell 7,3 Prozent, die damit oberhalb des Zielbandes von zwei bis sechs Prozent liege, sei ihr Handlungsspielraum allerdings eingeschränkt. Die indische Notenbank sorge aber trotzdem für zusätzliche geldpolitische Stimuli. So werde bei den zweiwöchentlichen Refinanzierungsgeschäften für Banken künftig ein variabler Zinssatz eingeführt, was de facto einer kleinen Zinssenkung gleichkomme. Außerdem solle den Finanzinstituten ab sofort Liquidität mit einer längeren Laufzeit von bis zu drei Jahren zur Verfügung gestellt werden. Dies könne als ein Signal verstanden werden, dass die indische Notenbank für lange Zeit an einem niedrigen Zinsniveau festhalten werde. Im späteren Jahresverlauf sei mit einem Rückgang der Inflationsrate in Indien zu rechnen, wenn die Nahrungsmittelpreise erwartungsgemäß nachgeben würden. Dies dürfte es der RBI nach Einschätzung der Deutschen Bank ermöglichen, die Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte zu senken. Vor diesem Hintergrund dürfte die indische Rupie (INR) gegenüber dem Euro auf Jahressicht abwerten. (07.02.2020/alc/a/a)