In Gewöhnung an Inflationssorgen


16.02.18 08:15
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Inflationsdaten vom Mittwoch haben die Händler gestern in einer gewissen Ratlosigkeit zurückgelassen, so die Analysten der Deutschen Bank.

Während man die Erholung an den Aktienmärkten noch mit Käufen in die Schwäche im Vertrauen auf das Ende der Korrektur habe begründen können, hätten sich Dollar-Händler schon erheblich schwerer getan. Denn nicht nur im Verhältnis zum Euro habe der US-Dollar mit dem höchsten Tagesverlust seit drei Wochen einen vielerorts unerwarteten Rückschlag erlitten.

Daran hätten auch die gestern veröffentlichten US-Produzentenpreisindices nicht viel geändert, die im Monatsvergleich in der Kernrate mit +0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat (auch im Jahresvergleich) höher als erwartet ausgefallen seien. Und trotz gestiegener Renditen der zehnjährigen US-Staatsanleihen, die mit zeitweise 2,94 Prozent den höchsten Stand seit mehr als vier Jahren markiert hätten, habe der Euro erstmals wieder über die 1,25er Marke gelegt. Man könnte natürlich argumentieren, dass die Devisenmärkte ohnehin ein Anziehen der US-Inflationsdaten erwartet hätten und aufgrund der Gewöhnung an dieses Szenario den Begriff "Inflation" nicht mehr als die große Bedrohung empfunden hätten, die ihm die Finanzmärkte noch in der vergangenen Woche beigemessen hätten.

Dafür spreche zumindest die implizite Wahrscheinlichkeit, die für eine Zinserhöhung der US-Notenbank im März vom CME FedWatch Tool lediglich mit rund 80 Prozent (gegenüber rund 79 Prozent eine Woche zuvor) beziffert werde. Vielleicht hätte man auch die seit vorgestern für das erste Quartal 2018 von 4,0 auf 3,2 Prozent gesenkte Wachstumsprognose der FED von Atlanta (GDPNow) als gutes Argument gegen den Dollar verwenden können. Am Ende falle aber auf, dass die Schärfe der jüngsten EUR/USD-Bewegung eher dafür spreche, dass viele Marktteilnehmer einfach nur auf dem falschen Fuß erwischt worden seien. Und deswegen bewege sich der Euro auch heute im kurzfristigen Aufwärtstrend zwischen 1,2265/70 und 1,2705. (16.02.2018/alc/a/a)