Geopolitik und US-Inflation im Blick


10.05.19 09:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Risikoaversion, die das Marktgeschehen seit Sonntagabend prägt, hält an, so die Analysten der Helaba.

Zuspitzungen im Handelskonflikt und im Ringen mit dem Iran seien dafür verantwortlich. Das Ereignisrisiko sei hoch. Dass es heute in beiden Themen Entspannung geben werde, würden die Analysten nicht für wahrscheinlich halten.

Heute stünden datenseitig die Verbraucherpreise in den USA im Mittelpunkt des Interesses. Ein wesentlicher Treiber der Entwicklung seien oftmals volatile Energiepreise. Im Berichtsmonat habe sich Benzin deutlich verteuert, sodass ein kräftiges Plus im Monatsvergleich erwartet werde. Auch die Jahresrate dürfte höher ausfallen als zuletzt. Die Erzeugerpreise hätten aber deutlich gemacht, dass die Erwartungen nicht zu hoch geschraubt werden sollten.

Der Fokus liege zudem auf den Kernverbraucherpreisen. Diese würden zu einem Großteil durch die Dienstleistungspreise bestimmt. Hier dürfte sich mittelfristig Preisdruck nach oben ergeben, bislang seien die Zuwächse aber verhalten, was auch bei den Erzeugerpreisen zum Ausdruck gekommen sei. Insgesamt stehe die Inflationsperspektive den vorhandenen Zinssenkungserwartungen zwar entgegen, das Niveau der Teuerung sei aber per saldo als moderat zu bezeichnen, weshalb die US-Notenbank nicht unter Handlungsdruck stehe.

Die Produktionszahlen der Industrie in Frankreich und Italien sowie der deutsche Außenhandel würden kaum Impulse setzen. Die enttäuschende spanische Produktion mahne zur Vorsicht. Beim deutschen Export sei dagegen eine positive Überraschung vor dem Hintergrund der unerwartet festen Produktion möglich, an der geldpolitischen Ausrichtung der EZB ändere sich unmittelbar aber nichts. In diesem Zusammenhang werde auf die Vielzahl von Reden der EZB-Vertreter verwiesen. (10.05.2019/alc/a/a)