FED überrascht Kapitalmärkte


22.06.21 15:30
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Aktualitäten: Die FED überraschte die Kapitalmärkte in der letzten Woche mit der Ankündigung, dass mittlerweile die Konsensmeinung der FOMC-Mitglieder sich dahingehend verändert habe, dass mit ersten Leitzinserhöhungen bereits im Jahr 2023 zu rechnen sei und nicht wie bislang kommuniziert, erst im Jahre 2024, so die Analysten der National-Bank AG.

Das monatliche Anleihenkaufprogramm bleibe hingegen bis auf weiteres unverändert bei 120 Mrd. USD. Die Kapitalmärkte hätten unmittelbar in den "Risk-Off"-Modus geschaltet, insbesondere an den Aktienmärkten habe es Gewinnmitnahmen gegeben, an den Rentenmärkten sei die Reaktion moderat gewesen. Es bleibe dabei: Für die US-Notenbank sei es ein schwieriger Balanceakt. Wie signalisiere man dem Kapitalmarkt, dass die ultraexpansive Phase weitergehe, obwohl man auch die Überhitzungsgefahren eng im Blick haben müsse? Weiterhin sei das Kapitalmarkt-Narrativ intakt, wonach es sich bei dem merklichen Inflationsanstieg nur um ein temporäres Phänomen handele, welches sich über die Zeitschiene wieder zurückentwickeln werde. Folglich würden die langfristigen Inflationserwartungen und mit ihnen auch die langfristigen Renditen sinken. Trotz der aktuellen Diskussion über den Pfad bzw. das Timing der Zinswende in den USA seien die Analysten der National-Bank AG davon überzeugt, dass die ultraexpansive Ausrichtung der Geldpolitik sowohl in den USA und noch pointierter in Europa noch sehr lange Bestand haben werde. Die hohe Verschuldungssituation der Staaten, aber auch vieler Unternehmen, erlaube kein anderes Zinsbild, gerade und vor allem während der Überwindung der Corona-Folgen. Es spreche vieles dafür, dass die Realrenditen noch auf unabsehbare Zeit negativ bleiben würden.

Die Gewinndynamik der Unternehmen im Zuge der Überwindung der Corona-Pandemie steche weiter hervor. So würden die aktuellen Schätzungen der Analysten für die Gewinne der im S&P 500 (ISIN: US78378X1072, WKN: A0AET0) gelisteten Unternehmen von einer Gewinnausweitung von 35% in diesem Jahr und weiteren 12% im nächsten Jahr ausgehen. In Europa werde im breiten Aktienindex STOXX Europe 600 (ISIN: EU0009658202, WKN: 965820) mit einer Gewinnerhöhung von 51% in diesem Jahr und weiteren 14% in 2022 gerechnet. Dies sollte dazu führen, dass das Potenzial für weitere Kurssteigerungen an den Aktienmärkten noch nicht ausgeschöpft sei.

Aktien

Trotz aktueller Diskussionen über die US-Geldpolitik würden die Analysten der National-Bank AG an ihrer zuversichtlichen Meinung zur weiteren Entwicklungder globalen Aktienmärkte festhalten. Ein gewisses Durchatmen nach den starken Kursgewinnen in der jüngeren Vergangenheit sei durchaus positiv zu werten und biete neue Einstiegschancen. (22.06.2021/alc/a/a)






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