FED-Entscheidung geprägt von Inflationsbedenken


19.12.24 10:24
Janus Henderson Investors

London (www.anleihencheck.de) - Wie vom Markt erwartet, hat die Federal Reserve auf ihrer Dezember-Sitzung die Zinsen um 25 Basispunkte gesenkt, so Daniel Siluk, Head of Global Short Duration & Liquidity bei Janus Henderson Investors.

Das SEP (Summary of Economic Projections) sei jedoch ausgesprochen hawkish und prognostiziere für 2025 nur zwei Zinssenkungen. Dies deute auf größere Bedenken über eine anhaltende oder wieder aufflammende Inflation hin.

Die Inflationsprognosen für 2025 seien von 2,1% auf 2,5% nach oben korrigiert worden.

Die Projektionen für das Wirtschaftswachstum seien für 2025 geringfügig von 2,0% auf 2,1% nach oben revidiert worden, während sie für den weiteren Prognosehorizont nach unten korrigiert worden seien: Das BIP-Wachstum für 2027 sei von 2,0% auf 1,9% gesenkt worden. Dies deute darauf hin, dass sich die straffere Geldpolitik noch auf die Wirtschaft auswirken müsse.

Die anfängliche Reaktion des Marktes sei hawkish gewesen, was sich in der Verflachung der Zinsstrukturkurve gezeigt habe.

Die FED scheine den Inflationsrisiken wieder mehr Bedeutung beizumessen als der Arbeitslosigkeit. Sie bereite sich auf ein Aussetzen im Januar und möglicherweise eine längere Pause im Jahr 2025 vor, falls der Inflationsdruck anhalte und die Wirtschaft robust bleibe.

Sechs Teilnehmer sähen den langfristigen Zinssatz nun bei 3,5%, im September seien es nur vier gewesen und vor zwei Jahren noch keiner. Dies unterstreiche die Ansicht des Ausschusses, dass der "neutrale" Zinssatz höher sei und dass man sich in einem strukturell höheren Inflations- und Zinsumfeld befinde. (19.12.2024/alc/a/a)