Eurozone: Inflation mit neuem Hoch


02.03.17 09:30
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - "Ziel erreicht" hieß es in der Eurozone im Januar zumindest oberflächlich betrachtet, als die Inflation durch einen sprunghaften Anstieg auf 1,8% die Zielgröße der EZB von "unter aber nahe 2%" formal erreichte, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Nun werde die EZB indes nicht müde zu betonen, dass es sich um einen nachhaltigen Preisdruck handeln müsse, um den Fuß vom geldpolitischen Gaspedal nehmen zu können. Und mit Blick auf den Umstand, dass der jüngste Preisanstieg vor allem energiepreisgetrieben sei und die Kernrate zuletzt bei überschaubaren 0,9% gelegen habe, dürfte die EZB den aktuellen Teuerungspeak gelassen nehmen. Dennoch dürften die Inflationszahlen der kommenden Monate wohl genau darauf abgeklopft werden, ob sich zugrundeliegend nicht doch Preisdruck aufbaue, zumal die Vorlaufindikatoren im Währungsraum gut seien und die Arbeitslosenquote in der Eurozone fast stetig sinke. Ein Thema dürfte das vor allem in Deutschland werden, wo der gut funktionierende Arbeitsmarkt den wohl deutlichsten Spielraum für Lohnerhöhungen lasse.

Im Februar würden die Analysten für die Eurozone mit einem Preisanstieg um 1,9% gg. Vj. rechnen, und insgesamt dürfte die Teuerung in den kommenden Monaten um 2%-Marke oszillieren. EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny habe dabei zuletzt betont, dass die EZB frühestens im Juni den aktuellen geldpolitischen Kurs neu bewerten werde. Zu diesem Zeitpunkt würden die Analysten damit rechnen, dass die Inflation bereits wieder abnehme und das 2%-Ziel damit wieder unterschritten werde. Die Währungshüter dürften ihr Ankaufprogramm entsprechend bis Dezember fortsetzen und zum Jahresende sogar eine erneute Verlängerung des QE-Programms um weitere sechs Monate beschließen, wenn auch wahrscheinlich mit einem niedrigeren Ankaufvolumen von dann monatlich 40 Mrd. EUR. (02.03.2017/alc/a/a)