Eurozone: Inflation bleibt in aller Munde


16.04.14 10:39
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Deflationsängste bleiben das beherrschende Thema in der Eurozone, nachdem die Teuerung auf Basis der Schnellschätzung im März mit 0,5% gg. Vj. den tiefsten Stand seit November 2009 erreichte - dieser Wert dürfte heute im Rahmen der finalen Veröffentlichung bestätigt werden, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Auch wenn die Inflation im April anziehen dürfte - u. a. wegen des relativ späten Osterfestes - würden die Analysten spätestens im 3. Quartal aufgrund von Basiseffekten mit einem erneuten Abknicken rechnen, sodass die Diskussionen darüber, ob der Eurozone japanische Verhältnisse drohen würden, noch nicht der Vergangenheit angehören würden.

Nachdem in Großbritannien die Teuerung lange Zeit beharrlich hoch ausgefallen sei, habe die Jahresrate der Konsumentenpreise im März auf 1,6% und damit den tiefsten Stand seit Oktober 2009 nachgegeben. Eine nachhaltig nach unten gerichtete Entwicklung würden die Analysten allerdings nicht befürchten, habe sich die Lage am britischen Arbeitsmarkt doch zuletzt aufgehellt. Im März dürfte die Arbeitslosenquote auf 7,1% nachgegeben haben.

In diesem Umfeld ziehe der Lohndruck wieder an: Im gleitenden Dreimonatsdurchschnitt dürfte die Jahresrate von 1,4% auf 1,9% zugelegt haben und somit real auch wieder in den positiven Bereich zurückgekehrt sein, was die Binnennachfrage weiter stütze.

Akuter Handlungsbedarf bestehe für die britische Notenbank (BoE) aufgrund einer Überhitzung der Wirtschaft allerdings nicht. Die BoE dürfte erst im Verlauf des nächsten Jahres die Zinsen anheben.

In Kanada bestehe nicht nur heute, sondern auch in den kommenden Monaten für die Notenbank kein Grund, die Geldpolitik zu lockern. Die Abwertung des Kanadischen Dollars in den vergangenen Monaten sollte dazu beitragen, dass die Inflation wieder auf ein normales Maß zunehme. Leichten Rückenwind erhalte die kanadische Wirtschaft zudem von dem sich abzeichnenden Rebound der US-Konjunktur, nachdem aufgrund des kalten Wetters zum Jahreswechsel noch eine Wachstumsdelle hinzunehmen gewesen sei. (16.04.2014/alc/a/a)