EZB sorgt sich um niedrige Inflationserwartungen


09.02.16 09:06
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Europäische Staatsanleihen starteten überaus freundlich in das neue Handelsjahr und waren durchweg sehr gesucht, so die Experten von Union Investment.

Anleger hätten sich zu Jahresbeginn zunächst erneut um China gesorgt. Dort habe eine neue Währungspolitik verunsichert. Schnell habe sich der Blick der Investoren dann aber auf die USA gerichtet. Wichtige Frühindikatoren seien schwächer als erwartet ausgefallen. Die Marktteilnehmer hätten daraufhin daran zu zweifeln begonnen, dass die US-Währungshüter in solch einem Umfeld die Zinsen weiter anheben könnten. Die Folge seien fallende Renditen in den USA gewesen, denen sich auch die Papiere in Europa nicht hätten entziehen können.

An den Aktienmärkten habe das geänderte Wachstumsbild für große Verunsicherung und starke Kursverluste gesorgt. Anleihen der als sicher geltenden Staaten (Deutschland, Frankreich und den Niederlanden) seien deshalb sehr gefragt gewesen und hätten einen sicheren Hafen im stürmischen Umfeld dargestellt. Die Rendite für eine zehnjährige Bundesanleihe habe Ende Januar weniger als 0,3 Prozent betragen. Peripherieanleihen hätten bis zur Monatsmitte seitwärts tendiert. Negative Nachrichten seien sowohl aus Portugal und Spanien als auch aus Italien gekommen. Trotz dieser Schlagzeilen seien aber auch sie in der zweiten Monatshälfte sehr gefragt gewesen.

Für Rückenwind habe dabei abermals die Europäische Zentralbank gesorgt. Die Währungshüter hätten sich besorgt um die geringen Inflationserwartungen gezeigt. Angesichts weiterhin niedriger Energiepreise verpuffe die expansive Geldpolitik der Notenbanker förmlich. In der Pressekonferenz nach der Sitzung im Januar habe sich Mario Draghi für seine Verhältnisse fast schon bedeckt gehalten. Dennoch würden Marktteilnehmer gute Chancen sehen, dass die Währungshüter noch einmal nachlegen könnten und womöglich im März weitere Maßnahmen verabschieden würden.

Eine nochmalige Ausweitung des Ankaufprogramms sei dabei das wahrscheinlichste Szenario. Hiervon würden Staatsanleihen aus den Peripherieländern profitieren, weshalb die Renditen dann letztlich auch dort stark zurückgekommen seien. Gemessen am repräsentativen iBoxx Euro Sovereign-Index hätten Staatsanleihen aus dem Euroraum im Januar 2,0 Prozent an Wert gewonnen. (Ausgabe vom 05.02.2016) (09.02.2016/alc/a/a)