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EZB: Veröffentlichung der Wachstums- und Inflationsprojektionen steht an
26.02.14 16:08
Nord LB
Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Veröffentlichung der Konsumentenpreisentwicklung im Euroraum für den Berichtsmonat Januar dürfte etwas Druck von den Notenbankern der EZB nehmen, so die Analysten der Nord LB.
Demnach seien die Verbraucherpreise zu Jahresbeginn um 0,8% Y/Y gestiegen. In einer ersten Schnellschätzung habe Eurostat noch eine Teuerungsrate von 0,7% Y/Y vermeldet. Insofern habe der Handlungsdruck - mit einer eventuellen Leitzinssenkung drohenden Deflationsgefahren zu begegnen - etwas abgenommen.
Allerdings müsse man bei genauerem Hinsehen darauf verweisen, dass die leichte Aufwärtsrevision nun jedoch in erster Linie durch Rundungseffekte zustande komme und kein wirklich neues Bild der Inflationssituation im Währungsraum zeichne. Insofern dürfte der Effekt vor allem symbolischer Natur sein.
Dennoch sollte die Frage nach der Entwicklung der EZB-Leitzinsen die Marktteilnehmer bis zur Ratssitzung am kommenden Donnerstag beschäftigen. Die Analysten würden, angesichts der konjunkturellen Situation und der zumindest nicht weiter gesunkenen Verbraucherpreise, an eine Seitwärtsbewegung der Leitzinsen glauben.
Allerdings dürfte es in der Tat auch auf die Wachstums- und Inflationsprojektionen ankommen, welche die EZB-Mitarbeiter in der kommenden Woche veröffentlichen würden. Hier würden die Analysten von einer Aufwärtsrevision der bisherigen Wachstumsprognose sowie einer Bestätigung oder sogar leichten Abwärtsrevision der Inflationserwartung ausgehen.
Die jüngsten Konjunkturdaten hätten positive Entwicklung der deutschen Konjunktur erneut eindrucksvoll unterstrichen. Insofern sei die Hoffnung durchaus berechtigt, dass das Zugpferd Deutschland auch im laufenden Jahr die Eurozone insgesamt nach oben ziehen könne. Die Veröffentlichung des ifo-Geschäftsklimaindex am Montag habe noch einmal gezeigt, dass auch die Unternehmer selbst optimistisch in die nähere Zukunft blicken würden.
Mit einem Indexstand von nunmehr 111,3 Punkten habe das Stimmungsbarometer seinen besten Wert seit Mitte 2011 erzielt. Der erneute Zuwachs lasse sich dabei im laufenden Monat auf einen ordentlichen Zuwachs bei der Lagebeurteilung zurückführen. Die entsprechende Zeitreihe habe sich noch einmal recht deutlich auf 114,4 Indexpunkte verbessert. Einzig die Geschäftserwartungen hätten leicht nachgegeben, allerdings bleibe auch diese Komponente auf hohem Niveau. Sie lägen aktuell bei 108,3 Punkten.
Ein Blick auf die Details zeige, dass sich die Stimmung im laufenden Monat vor allem im Bereich des Einzelhandels verbessert habe. Hier dürfte allmählich die Überzeugung reifen, dass die positive Performance des deutschen Arbeitsmarktes zumindest in Teilen auch zu einer Belebung der Einzelhandelsumsätze führen sollte.
Ebenso sei die Laune im Verarbeitenden Gewerbe gestiegen. Gleichzeitig sei allerdings ein leichter Dämpfer beim Bauhauptgewerbe zu verzeichnen. Auch im Großhandel habe es einen Rücksetzer gegeben, der allerdings als statistische Gegenbewegung zur starken Vormonatsentwicklung verstanden werden dürfe.
Vor dem Hintergrund der positiven Konjunkturdaten aus Deutschland stelle sich die Frage, ob sich auch auf der Ebene des gesamten Währungsraumes die Krise auf dem Rückzug befinde? Die Entwicklung der Renditespreads im Bereich der Staatsanleihen in den vergangenen Monaten lege diese Vermutung zumindest recht nahe. Eine tatsächliche Entspannung der Krise sollte - zumindest mittelfristig - auch die Erfordernis nach weiteren unkonventionellen Maßnahmen seitens der EZB verringern. Soweit würden die Analysten am aktuellen Rand allerdings noch nicht gehen wollen.
Die Notenbank dürfte die Wachstumsentwicklung nach wie vor mit einer gewissen Skepsis verfolgen. Hinzu würden die altbekannten "Baustellen" kommen, auf welche die EZB geradezu gebetsmühlenartig immer wieder hinweise, wie beispielsweise die Konsolidierung der Staatshaushalte und die Bilanzbereinigung im Bankensystem. Hier laufe derzeit der Asset Quality Review als ein Baustein zur Vorbereitung der Übernahme der Aufsichtsfunktion durch die EZB. (26.02.2014/alc/a/a)
Demnach seien die Verbraucherpreise zu Jahresbeginn um 0,8% Y/Y gestiegen. In einer ersten Schnellschätzung habe Eurostat noch eine Teuerungsrate von 0,7% Y/Y vermeldet. Insofern habe der Handlungsdruck - mit einer eventuellen Leitzinssenkung drohenden Deflationsgefahren zu begegnen - etwas abgenommen.
Allerdings müsse man bei genauerem Hinsehen darauf verweisen, dass die leichte Aufwärtsrevision nun jedoch in erster Linie durch Rundungseffekte zustande komme und kein wirklich neues Bild der Inflationssituation im Währungsraum zeichne. Insofern dürfte der Effekt vor allem symbolischer Natur sein.
Dennoch sollte die Frage nach der Entwicklung der EZB-Leitzinsen die Marktteilnehmer bis zur Ratssitzung am kommenden Donnerstag beschäftigen. Die Analysten würden, angesichts der konjunkturellen Situation und der zumindest nicht weiter gesunkenen Verbraucherpreise, an eine Seitwärtsbewegung der Leitzinsen glauben.
Allerdings dürfte es in der Tat auch auf die Wachstums- und Inflationsprojektionen ankommen, welche die EZB-Mitarbeiter in der kommenden Woche veröffentlichen würden. Hier würden die Analysten von einer Aufwärtsrevision der bisherigen Wachstumsprognose sowie einer Bestätigung oder sogar leichten Abwärtsrevision der Inflationserwartung ausgehen.
Mit einem Indexstand von nunmehr 111,3 Punkten habe das Stimmungsbarometer seinen besten Wert seit Mitte 2011 erzielt. Der erneute Zuwachs lasse sich dabei im laufenden Monat auf einen ordentlichen Zuwachs bei der Lagebeurteilung zurückführen. Die entsprechende Zeitreihe habe sich noch einmal recht deutlich auf 114,4 Indexpunkte verbessert. Einzig die Geschäftserwartungen hätten leicht nachgegeben, allerdings bleibe auch diese Komponente auf hohem Niveau. Sie lägen aktuell bei 108,3 Punkten.
Ein Blick auf die Details zeige, dass sich die Stimmung im laufenden Monat vor allem im Bereich des Einzelhandels verbessert habe. Hier dürfte allmählich die Überzeugung reifen, dass die positive Performance des deutschen Arbeitsmarktes zumindest in Teilen auch zu einer Belebung der Einzelhandelsumsätze führen sollte.
Ebenso sei die Laune im Verarbeitenden Gewerbe gestiegen. Gleichzeitig sei allerdings ein leichter Dämpfer beim Bauhauptgewerbe zu verzeichnen. Auch im Großhandel habe es einen Rücksetzer gegeben, der allerdings als statistische Gegenbewegung zur starken Vormonatsentwicklung verstanden werden dürfe.
Vor dem Hintergrund der positiven Konjunkturdaten aus Deutschland stelle sich die Frage, ob sich auch auf der Ebene des gesamten Währungsraumes die Krise auf dem Rückzug befinde? Die Entwicklung der Renditespreads im Bereich der Staatsanleihen in den vergangenen Monaten lege diese Vermutung zumindest recht nahe. Eine tatsächliche Entspannung der Krise sollte - zumindest mittelfristig - auch die Erfordernis nach weiteren unkonventionellen Maßnahmen seitens der EZB verringern. Soweit würden die Analysten am aktuellen Rand allerdings noch nicht gehen wollen.
Die Notenbank dürfte die Wachstumsentwicklung nach wie vor mit einer gewissen Skepsis verfolgen. Hinzu würden die altbekannten "Baustellen" kommen, auf welche die EZB geradezu gebetsmühlenartig immer wieder hinweise, wie beispielsweise die Konsolidierung der Staatshaushalte und die Bilanzbereinigung im Bankensystem. Hier laufe derzeit der Asset Quality Review als ein Baustein zur Vorbereitung der Übernahme der Aufsichtsfunktion durch die EZB. (26.02.2014/alc/a/a)
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| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 27.03./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


