EZB‑Entscheidung steht fest - Inflation bleibt


18.07.24 14:45
Der Aktionär

Kulmbach (www.anleihencheck.de) - Die europäischen Währungshüter hätten wie erwartet den Leitzins in der Eurozone nicht angerührt, so Thomas Bergmann vom Anlegermagazin "Der Aktionär".

Nach der Zinssenkung um 25 Basispunkte bei der letzten Sitzung der EZB bleibe der Einlagenzins vorerst bei 3,75%. Viele Anleger würden jetzt auf die Pressekonferenz um 14:45 Uhr warten, doch sollten die meisten Ökonomen mehr auf die Aussagen von Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel und Chefvolkswirt Philip Lane achten, so Bloomberg.

"Die neuen Informationen bestätigen im Großen und Ganzen die bisherige Einschätzung des EZB-Rats hinsichtlich der mittelfristigen Inflationsaussichten", heißee s in der Pressemitteilung. Die EZB bleibe allerdings weiterhin restriktiv, da der inländische Preisdruck und die Dienstleistungsinflation nach wie vor hoch seien. Die Gesamtinflation dürfte bis weit ins nächste Jahr hinein über dem Zielwert bleiben, so die Notenbank.
In der Erklärung der Entscheidung heiße es weiter, dass die Leitzinsen so lange wie nötig ausreichend restriktiv gehalten werden. Die Währungshüter würden weiterhin einen datenabhängigen Ansatz verfolgen und von Sitzung zu Sitzung entscheiden. Auf einen bestimmten Zinspfad werde man sich nicht festlegen.

Das Programm zum Ankauf von Vermögenswerten (APP) sowie Pandemie-Notfallankaufprogramm (PEPP) fahre die EZB planmäßig zurück. Das APP-Portfolio verringere sich in einem maßvollen und vorhersehbaren Tempo, da die Tilgungszahlungen aus fällig werdenden Wertpapieren nicht mehr reinvestiert würden.

Ähnlich verhalte es sich beim PEPP. Hier investiere das Eurosystem nicht mehr alle Tilgungsbeträge aus fällig werdenden Wertpapieren. Dadurch verringere sich das PEPP-Portfolio im Schnitt um 7,5 Mrd. Euro pro Monat. Der EZB-Rat beabsichtige, die Reinvestitionen im Rahmen des PEPP Ende 2024 einzustellen.

Die EZB-Entscheidung berge bis dato keinerlei Überraschung. Entsprechend träge reagiere der deutsche Leitindex. Anleger sollten in den nächsten Wochen vielmehr auf die Berichtssaison schauen. (18.07.2024/alc/a/a)