EWU-Inflationsrate im Oktober auf 0,5% gestiegen


02.11.16 09:45
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die EWU-Inflationsrate ist im Oktober wie vom Markt erwartet von 0,4% auf 0,5% gestiegen, so die Analysten von Postbank Research.

Auslöser hierfür sei der nachlassende Abwärtsdruck seitens der Energiepreise gewesen, die im Vorjahresvergleich nach einem Rückgang um 3,0% im September im Oktober lediglich noch um 0,9% nachgegeben hätten. Demgegenüber habe sich die Teuerungsrate bei Nahrungsmitteln, Tabak und Alkohol bereits den dritten Monat in Folge auf nur noch 0,4% gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum abgeschwächt. Die Kerninflationsrate habe bei 0,8% verharrt und deute damit weiterhin nicht auf eine wesentliche Belebung der Preisdynamik im Euroraum hin. Der von den Analysten von Postbank Research erwartete Anstieg der Inflationsrate über die Marke von 1% zu Beginn des kommenden Jahres ist daher in erster Linie auf den Basiseffekt aus der Energiepreisentwicklung zurückzuführen.

Das EWU-BIP sei im 3. Quartal nach vorläufigen Berechnungen um 0,3% gegenüber dem Vorquartal gewachsen. Zum entsprechenden Vorjahreszeitraum entspreche dies wie schon im 2. Quartal einem Plus von 1,6%.

Der US-ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe sei im Oktober deutlicher als vom Markt erwartet von 51,5 auf 51,9 Punkte gestiegen. Gestützt worden sei der Zuwachs dabei insbesondere von den Subindices für die Produktion sowie die Beschäftigung, die auf 54,6 (+1,8) Punkte beziehungsweise 52,9 (+3,2) Punkte geklettert seien und damit beide wieder über ihrem jeweiligen Sechs-Monats-Durchschnitt lägen. Hingegen sei die Komponente für die Auftragseingänge um 3,0 auf 52,1 Punkte zurückgegangen.

Nachdem die Bank of Japan auf ihrer vorangegangenen Sitzung die so genannte Zinsstrukturkurvenkontrolle eingeführt habe, habe sie auf ihrer Sitzung am Dienstag keine Veränderung ihrer aktuellen Geldpolitik beschlossen. Der Leitzins liege damit wie im Vorfeld erwartet weiterhin bei -0,10%.

Nachdem die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland im September in saisonbereinigter Rechnung erstmals seit Juli vergangenen Jahres wieder marginal gestiegen sei, erwarte man für Oktober einen weiteren Zuwachs um 2 Tsd. Personen. Trotz der weiterhin guten Verfassung des deutschen Arbeitsmarkts dürfte der Anstieg insbesondere durch die zunehmende Zahl an zugewanderten Personen begründet sein, die nach dem Abschluss von Integrationsmaßnahmen das Arbeitskräfteangebot erhöhen würden. Die Arbeitslosenquote sollte weiterhin bei 6,1% liegen.

Das FOMC dürfte auf seiner heute zu Ende gehenden Sitzung keine Veränderung der US-Geldpolitik beschließen. Gleichwohl dürfte es klarere Signale hinsichtlich einer weiteren Straffung der Geldpolitik zum Jahresende geben. Die Analysten von Postbank Research rechnen weiterhin damit, dass das FOMC auf seiner Dezember-Sitzung den Leitzins auf dann 0,50-0,75% anheben wird. (02.11.2016/alc/a/a)