EU: EZB-Entscheidung und Inflation im Mai im Mittelpunkt


03.06.25 09:45
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die Handelsspannungen zwischen der EU und den USA werden weiterhin im Mittelpunkt stehen, auch wenn Präsident Trump eine vorübergehende Aussetzung der geplanten hohen Zölle gegen die EU bis zum 9. Juli angekündigt hat, der Raum für Verhandlungen schafft, so die Analysten von Postbank Research.

Dies biete den Märkten jedoch im Vorfeld einer Woche mit zahlreichen Datenveröffentlichungen in der Eurozone eine kurze Verschnaufpause. Die Woche beginne mit den endgültigen HCOB-Einkaufsmanagerindizes für Mai. Vorläufige Daten würden zeigen, dass das Verarbeitende Gewerbe (Veröffentlichung der endgültigen Daten am Montag) weiter geschrumpft sei, während der Dienstleistungssektor (Mittwoch) zwar nachgegeben habe, aber im Wachstumsbereich bleibe. Am Dienstag werde die Flash-Verbraucherpreisinflation in der Eurozone für den Monat Mai veröffentlicht. Für die Gesamtinflation würden 2,0% ggü. Vorjahr erwartet, die Kerninflation dürfte weiterhin unverändert bleiben. Dies würde einen weiteren Rückgang der Gesamtinflationsrate (von 2,2% im April) bedeuten, die sich dem Ziel der EZB nähere. Allerdings sei zu beachten, dass die Dienstleistungsinflation im April erneut gestiegen sei und den Rückgang der Energiepreise kompensiert habe. Das Hauptaugenmerk werde sich dann auf die EZB-Sitzung am Donnerstag richten, bei der die Märkte eine Zinssenkung um 25 Basispunkte erwarten würden. Sinkende Energiepreise und ein stärkerer Euro hätten die desinflationären Kräfte verstärkt und dürften dazu führen, dass die EZB ihre Inflationsprognosen nach unten korrigiere. Der ebenfalls am Donnerstag anstehende Produzentenpreisindex für April dürfte diesen Trend bestätigen. Die Woche ende am Freitag mit dem endgültigen BIP für Q1 (0,2% ggü. Vorquartal) und den Einzelhandelsumsätzen für April, die wahrscheinlich die anhaltende Schwäche des Verbrauchs widerspiegeln würden.
Fazit: Desinflation, gedämpftes Wachstum und Handelsunsicherheit - trotz der jüngsten Pause bei den Zollerhöhungen - dürften für eine weitere Lockerung durch die EZB sprechen, zumal die Inflation früher als erwartet unter 2% fallen könnte. Postbank Research rechne mit zwei weiteren Zinssenkungen der EZB bis Ende Juni 2026. (PERSPEKTIVEN Week up front vom 02.06.2025) (03.06.2025/alc/a/a)