Deutsche Inflationsentwicklung im Blick


28.09.17 09:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Erst jüngst hatte FED-Chefin Yellen über die Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Inflationsentwicklung in den USA referiert, so die Analysten der Helaba.

Zwar sei sie zu dem Schluss gekommen, dass sich die US-Inflation mittelfristig mit hoher Wahrscheinlichkeit dem Ziel von rund 2% nähern dürfte, die letzten Monate hätten aber vor dem Hintergrund eines verhaltenen Lohnauftriebs mit niedrigen Kernteuerungsraten überrascht. Angesichts dessen seien hierzulande die Inflationsentwicklungen ebenfalls im Blick zu halten, denn auch in Deutschland und der Eurozone weise die Kernteuerung noch keinen nachhaltigen Aufwärtstrend auf. Am Vormittag stehe eine Reihe von Länderinflationsdaten an und am frühen Nachmittag würden dann die vorläufigen deutschen Verbraucherpreisindices veröffentlicht. Die Jahresveränderungsrate könnte leicht höher ausfallen, denn die Benzin- und Energiepreise hätten zuletzt zugelegt.

Im Hinblick auf die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank sei dies aber nicht entscheidend. Vielmehr interessiere der Kernteuerungsdruck. Dieser werde zwar nicht veröffentlicht, könne aber aus dem Datentableau geschätzt werden. Die Analysten würden nicht mit einer deutlichen Beschleunigung rechnen und so sei, abgesehen von der Reduzierung der Anleihekäufe ab Anfang 2018, wohl nicht mit baldigen Veränderungen der europäischen Geldpolitik zu rechnen. Ein sehr behutsames und graduelles Vorgehen sowohl seitens der EZB als auch der FED sei auf absehbare Zeit wahrscheinlich. Es gelte aber zu beachten, dass marktseitig sowohl die Inflationserwartungen als auch die Zinserwartungen ungeachtet der leichten Anstiege auf tiefen Niveaus lägen, womit ein gewisser Anpassungsbedarf auf Sicht der kommenden Monate bestehen könnte.

Derweil sei das Wachstumsszenario intakt, worauf auch das Economic Sentiment (Wirtschaftsvertrauen) des laufenden Monats hinweisen dürfte. Die Einkaufsmanagerindices hätten deutlich auf der Oberseite überrascht und würden daher grünes Licht für einen weiteren Anstieg geben, ebenso wie das italienische Wirtschaftsvertrauen. Nur der auf hohem Niveau rückläufige ifo-Index mahne vor allzu hohen Erwartungen. (28.09.2017/alc/a/a)