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CE3-Staaten: Inflation von mehr als 16% in Polen im August
28.09.22 11:23
Raiffeisen Capital Management
Wien (www.anleihencheck.de) - In den CE3-Staaten hat sich die Inflationsproblematik nicht entspannt, so die Experten von Raiffeisen Capital Management.
Polen habe über 16% Inflation im August verzeichnet und auch für 2023 sehe es nicht gut aus. Die polnische Regierung rechne in der Budgetplanung mit knapp 10% Teuerung im kommenden Jahr und erwarte eine Verdreifachung des Haushaltsdefizits auf rund 4,5% des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Die Industrie sehe unterdessen eine Abschwächung voraus, sowohl bei der Produktion als auch den Preisen, was eine Verschlechterung der Profitabilität implizieren würde. Die Probleme würden auch innenpolitisch durchschlagen - die regierende PiS liege bei den Umfragen zwar noch unangefochten in Führung, sie würde bei Wahlen im Augenblick aber keine mehrheitsfähige Koalitionsregierung mehr zustande bringen.
In Tschechien bleibe die Inflationsrate ebenfalls hoch. Die Notenbank habe nach den rasanten Zinsanhebungen der Vormonate aber eine Pause eingelegt. Rückläufige Exportnachfrage und Druck auf die Binnennachfrage sollten zusammen mit den erfolgten Zinsanhebungen zu einer sinkenden Inflationsdynamik führen. Gleichzeitig gehe die Notenbank aber auch für 2023 von deutlich zu hohen Teuerungsraten aus. Innenpolitisch wachse der Druck auf die Regierung. 50.000 bis 70.000 Menschen hätten auf einer Großkundgebung der Opposition in Prag eine neutrale Haltung im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine und den Rücktritt der Regierung gefordert.
Anders als in Tschechien habe die Notenbank in Ungarn die Zinsanhebungen um einen weiteren vollen Prozentpunkt auf 11,75% fortgesetzt. Die Rhetorik der Notenbank impliziere dabei weitere geldpolitische Straffungen. Inflationserwartungen dürften ihren Hochpunkt noch nicht erreicht haben. Die Stimmung bei Unternehmen und Verbrauchern verschlechtere sich unterdessen zusehends und das BIP-Wachstum sei im zweiten Quartal von 8% auf 6,5% zurückgegangen. Zunehmende Kaufzurückhaltung angesichts der hohen Inflation dürfte im zweiten Halbjahr das Wachstum weiter sinken lassen.
Die Aktienkurse hätten in Polen und Tschechien im August um rund 11% bzw. rund 5% kräftig nachgegeben, während der Aktienindex in Budapest den Monat fast unverändert geschlossen habe. (Ausgabe vom 23.09.2022) (28.09.2022/alc/a/a)
Polen habe über 16% Inflation im August verzeichnet und auch für 2023 sehe es nicht gut aus. Die polnische Regierung rechne in der Budgetplanung mit knapp 10% Teuerung im kommenden Jahr und erwarte eine Verdreifachung des Haushaltsdefizits auf rund 4,5% des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Die Industrie sehe unterdessen eine Abschwächung voraus, sowohl bei der Produktion als auch den Preisen, was eine Verschlechterung der Profitabilität implizieren würde. Die Probleme würden auch innenpolitisch durchschlagen - die regierende PiS liege bei den Umfragen zwar noch unangefochten in Führung, sie würde bei Wahlen im Augenblick aber keine mehrheitsfähige Koalitionsregierung mehr zustande bringen.
Anders als in Tschechien habe die Notenbank in Ungarn die Zinsanhebungen um einen weiteren vollen Prozentpunkt auf 11,75% fortgesetzt. Die Rhetorik der Notenbank impliziere dabei weitere geldpolitische Straffungen. Inflationserwartungen dürften ihren Hochpunkt noch nicht erreicht haben. Die Stimmung bei Unternehmen und Verbrauchern verschlechtere sich unterdessen zusehends und das BIP-Wachstum sei im zweiten Quartal von 8% auf 6,5% zurückgegangen. Zunehmende Kaufzurückhaltung angesichts der hohen Inflation dürfte im zweiten Halbjahr das Wachstum weiter sinken lassen.
Die Aktienkurse hätten in Polen und Tschechien im August um rund 11% bzw. rund 5% kräftig nachgegeben, während der Aktienindex in Budapest den Monat fast unverändert geschlossen habe. (Ausgabe vom 23.09.2022) (28.09.2022/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 27.03./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


