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BNY Mellon-Inflationsreport: Kurzfristig entspannt, mittelfristig wachsam
11.06.14 13:07
Meriten IM
Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Ungeachtet der anhaltenden wirtschaftlichen Flaute müssen Investoren Inflation zumindest mittelfristig weiterhin auf der Rechnung haben. Dies ist der Tenor eines Inflationsreports der Investmentboutiquen von BNY Mellon, so die Experten von Meritem IM.
Holger Fahrinkrug, Chefvolkswirt von Meriten Investment Management, rechne mit einer fortgesetzten, strukturellen Wachstumsschwäche in den Industrienationen. Damit gehe ein geringerer Inflationsdruck einher. Ähnliches gelte für die meisten Schwellenländer. Eine Ausnahme hätten unter anderem die "Fragilen Fünf" gebildet, also Türkei, Brasilien, Indien, Südafrika und Indonesien. Deren Teuerungsraten könnten über importierte Inflation zeitweilig steigen. In Europa dürfte die Inflation auf längere Sicht niedrig bleiben. Daher würden die Kurse der ohnehin schon hoch bewerteten Bundesanleihen auch in naher Zukunft kaum schwanken.
Mittelfristig jedoch sei mit steigenden Renditen langlaufender Bundesanleihen zu rechnen, sage Gunther Westen, Leiter Asset Allokation von Meriten Investment Management. Dafür seien mehrere Faktoren verantwortlich, insbesondere das Auflösen sicherheitsorientierter Geldanlagen, positive Konjunkturüberraschungen in der Eurozone und Verunsicherung im Rahmen des Übergangs zwischen Tapering zu Zinserhöhung in den USA. Daher setze Meriten vor allem auf kürzere Laufzeiten, halte aber Ausschau nach geeigneten Zeitpunkten, um von einer steileren Renditekurve zu profitieren. Insbesondere würden Staatsanleihen der europäischen Peripherie weiter übergewichtet. Wegen sinkender Risikoaufschläge, attraktiver Spreads und positiver Ratingmigration böten sie weiterhin Anlagechancen, so Westen.
Paul Hatfield, Chief Investment Officer und Head of Americas von Alcentra, erwarte die Inflation in den USA und Großbritannien weiterhin unterhalb ihres historischen Niveaus. In der Eurozone bliebe die Lage angesichts des anhaltenden Risikos einer Deflation unberechenbar. Insgesamt böten die Inflationsaussichten sowohl der Industrie- als auch der Schwellenländer ein weitgehend ausgeglichenes Bild. Die sinkenden Preise könnten anfänglich einigen Unternehmen helfen, ihre Kostenstrukturen zu verbessern, so Hatfield. Gleichzeitig steige jedoch die effektive Schuldenlast der Emittenten von Hochzinsanleihen. Das könnte einige europäische Unternehmen mit schwächerer Kapitalstruktur belasten und zu einer höheren Ausfallgefahr bei Unternehmensanleihen führen. Die Ausfälle dürften jedoch kaum auf ein Niveau steigen, das mittelfristig Anlass zu Bedenken gäbe.
Paul Brain, Leiter des Rentenbereichs bei Newton Investment Management, rechne wegen der Neuordnung der Bankensysteme in Großbritannien, Europa und den USA in diesem Jahr nicht mehr mit einer signifikanten Trendumkehr bei den Verbraucherpreisen. Es bestehe weiterhin das Risiko einer Deflation, sollte die wirtschaftliche Erholung ins Stocken geraten. Newton habe die so genannten "unerwünschten Folgen" der lockeren Geldpolitik genauer untersucht und den Schwerpunkt auf Unternehmensanleihen gelegt. Ein dauerhafter Anstieg der Lohninflation in den USA könne das Ende der lockeren Geldpolitik einläuten und auf US-Dollar lautende Anleihen belasten. Das Engagement werde deshalb im Jahresverlauf angepasst, um der Erwartung steigender Zinsen Rechnung zu tragen. Im späteren Jahresverlauf sei eine Beimischung inflationsgebundener Wertpapiere und variabel verzinslicher Titel denkbar. (11.06.2014/alc/a/a)
Holger Fahrinkrug, Chefvolkswirt von Meriten Investment Management, rechne mit einer fortgesetzten, strukturellen Wachstumsschwäche in den Industrienationen. Damit gehe ein geringerer Inflationsdruck einher. Ähnliches gelte für die meisten Schwellenländer. Eine Ausnahme hätten unter anderem die "Fragilen Fünf" gebildet, also Türkei, Brasilien, Indien, Südafrika und Indonesien. Deren Teuerungsraten könnten über importierte Inflation zeitweilig steigen. In Europa dürfte die Inflation auf längere Sicht niedrig bleiben. Daher würden die Kurse der ohnehin schon hoch bewerteten Bundesanleihen auch in naher Zukunft kaum schwanken.
Paul Hatfield, Chief Investment Officer und Head of Americas von Alcentra, erwarte die Inflation in den USA und Großbritannien weiterhin unterhalb ihres historischen Niveaus. In der Eurozone bliebe die Lage angesichts des anhaltenden Risikos einer Deflation unberechenbar. Insgesamt böten die Inflationsaussichten sowohl der Industrie- als auch der Schwellenländer ein weitgehend ausgeglichenes Bild. Die sinkenden Preise könnten anfänglich einigen Unternehmen helfen, ihre Kostenstrukturen zu verbessern, so Hatfield. Gleichzeitig steige jedoch die effektive Schuldenlast der Emittenten von Hochzinsanleihen. Das könnte einige europäische Unternehmen mit schwächerer Kapitalstruktur belasten und zu einer höheren Ausfallgefahr bei Unternehmensanleihen führen. Die Ausfälle dürften jedoch kaum auf ein Niveau steigen, das mittelfristig Anlass zu Bedenken gäbe.
Paul Brain, Leiter des Rentenbereichs bei Newton Investment Management, rechne wegen der Neuordnung der Bankensysteme in Großbritannien, Europa und den USA in diesem Jahr nicht mehr mit einer signifikanten Trendumkehr bei den Verbraucherpreisen. Es bestehe weiterhin das Risiko einer Deflation, sollte die wirtschaftliche Erholung ins Stocken geraten. Newton habe die so genannten "unerwünschten Folgen" der lockeren Geldpolitik genauer untersucht und den Schwerpunkt auf Unternehmensanleihen gelegt. Ein dauerhafter Anstieg der Lohninflation in den USA könne das Ende der lockeren Geldpolitik einläuten und auf US-Dollar lautende Anleihen belasten. Das Engagement werde deshalb im Jahresverlauf angepasst, um der Erwartung steigender Zinsen Rechnung zu tragen. Im späteren Jahresverlauf sei eine Beimischung inflationsgebundener Wertpapiere und variabel verzinslicher Titel denkbar. (11.06.2014/alc/a/a)
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| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 27.03./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


