Auf eine schöne zweite Halbzeit! Perspektiven der Rentenmärkte verbessert


27.07.21 09:15
SIGNAL IDUNA AM

Hamburg (www.anleihencheck.de) - Die erste gute Nachricht vorweg: Das zweite Halbjahr wird für die Rentenmärkte erfreulicher werden als das erste, so Christian Bender, CEFA, Portfoliomanager bei SIGNAL IDUNA Asset Management, der unter anderem den global agierenden Rentenfonds HANSAinternational (ISIN DE0008479080/ WKN 847908) verantwortet.

Die Inflationsängste seien kleiner geworden, auch die Basiseffekte in der Berechnung vieler anderer Indikatoren hätten sich reduziert und die Marktanomalien infolge von Covid-19 seien weitestgehend verschwunden. Wir haben also Fortschritte gemacht, so Christian Bender von SIGNAL IDUNA Asset Management.

Allerdings habe die Verschuldung der meisten Staaten massiv zugenommen. Zinserhöhungen könne sich so mancher Staatshaushalt, vielleicht mit Ausnahme der Norweger, jetzt noch weniger leisten als vor Corona. Deshalb bleibe es für Investoren trotz vieler Chancen ein schmaler Grat, über dem die Frage stehe, welche Unternehmen und Länder gut aus der Krise kommen würden und welche nicht.

Abseits dessen haben wir die steilsten Passagen der Erholung von Covid-19 auf den zu erwartenden Wachstumspfaden bereits gesehen, so Christian Bender von SIGNAL IDUNA Asset Management. Nun gelte es, die Statistiken zu beobachten. Was für Daten kämen von den Arbeitsmärkten, wie würden sich die Auftragsbücher entwickeln? Wenn, wie in den vergangenen Tagen, die Dynamik an den Aktienmärkten nachlasse, sich gar eine Delle zeige, stünden die Rentenmärkte wieder im Mittelpunkt des Interesses. Dabei überwiege das Interesse an den liquiden Segmenten das an den Schwellenländern. Allerdings scheinen die Märkte einige, langfristig positiv wirkende Aspekte, wie das asiatisch-pazifische Freihandelsabkommen, noch nicht ausreichend zu würdigen, so Christian Bender von SIGNAL IDUNA Asset Management.

Zu den großen Verlierern der aktuellen Entwicklung würden die Staaten Afrikas und Lateinamerikas gehören. Die Bevölkerung habe auch weiterhin an den verbesserten wirtschaftlichen Aussichten, die mit den steigenden Rohstoffpreisen einhergehen würden, mehrheitlich keinen Anteil. Hinzu komme die fehlende Versorgung mit Impfstoffen. In vielen Ländern Südamerikas drücke zudem die teilweise verheerende Schuldenlage. Anleiheinvestments würden sich in diesem Umfeld vor Ort nicht aufdrängen, wenn man nach einem angemessenen Verhältnis aus Ertrag und Risiko suche.

Denn angesichts der weiterhin niedrigen Renditen in den etablierten und liquiden Währungsräumen sei es sinnvoll, seine Engagements in eine Strategie niedriger Volatilität einzubetten - oder, im Fußballerjargon gesprochen, hinten stabil zu stehen und keine Tore zu kassieren.

Dazu gehöre, bei höher rentierenden Corporate Bonds aufmerksam zu bleiben. Denn im Gegensatz zu so mancher Bank könne man nicht davon ausgehen, dass jedes Unternehmen staatlicherseits als systemrelevant eingestuft und vor der Zahlungsunfähigkeit gerettet werden würde - von den finanziell begrenzten Möglichkeiten vieler Staatshaushalte ganz zu schweigen.

Ausnahmen würden die Regel bestätigen: So hätten in Europa einige Fluggesellschaften den Nimbus eines "nationalen Carriers" - bei manchen möchte man schon fast von einer Ikone sprechen. Ganz vorn liege dabei das französisch-niederländische Gemeinschaftsunternehmen Air France KLM, dessen Anteile zu über 25% in Staatsbesitz lägen. Gleichwohl habe deren dreijährige Anleihe in den letzten Tagen Aufschläge von bis zu 400 Stellen zu vergleichbaren Bundesanleihen geboten.

Abseits dessen mache es bei Investitionen in Unternehmenstitel Sinn, sich des "Insiderwissens" der jeweiligen Arbeitnehmer zu bedienen. Das könne man bequem und vor allem rechtskonform tun, wenn man sich Umfrageergebnisse anschaue, die die Angst vor Arbeitslosigkeit in den einzelnen Branchen zum Inhalt hätten. Die Telekommunikationsbranche weise hier erstaunlich niedrige Werte auf.

Gegen Spread-Ausweitungen seien aber auch derart strukturierte Portfolios nicht gefeit, weshalb es sich anbiete, Unternehmenstitel weiterhin mit Staatsanleihen zu kombinieren. Als Rezeptur bei US-Dollar-Titeln arbeite Christian Bender von SIGNAL IDUNA Asset Management beispielsweise derzeit mit einem Mischungsverhältnis aus zwei Teilen Corporate und sieben Teilen Treasuries - ähnlich der bei einem GinTonic.

Zwar scheinen die Nebenwirkungen eines US-Dollar-Engagements auf Sicht der kommenden Monate überschaubar, so Christian Bender von SIGNAL IDUNA Asset Management. Denn seine bisherige Trading-Range von 1,150 bis 1,2350 EUR/USD sollte der Greenback nicht verlassen. Allerdings werde die vergleichsweise große Spanne nur in Teilen durch höhere Zins-Coupons vergolten. Aktives Währungsmanagement tue deshalb not. Deutlich enger erwarte man das Britische Pfund mit einem Kanal zwischen 0,85 und 0,88 EUR/GBP - die Null im Geldmarkt sollte stehen und Überraschungen seien noch nicht in Sicht. Die drohenden Konsequenzen der unkonventionellen Corona-Politik der britischen Regierung scheinen eingepreist, der Gewinn der Fußball-Europameisterschaft hingegen ausgepreist und der Brexit ist kein Thema mehr, so Christian Bender von SIGNAL IDUNA Asset Management. Und auch das sei eine gute Nachricht. (27.07.2021/alc/a/a)





hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
16,20 € 16,14 € 0,06 € +0,37% 17.04./22:00
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0008479080 847908 16,52 € 15,69 €