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Anleihen: "Renditerückgang geht Puste aus"
27.11.23 09:45
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der Thanksgiving-Feiertag in den USA und der Black Friday mit verkürzten Handelszeiten haben sich auch hierzulande ausgewirkt, so die Deutsche Börse AG.
"Ohne die US-Märkte als Impulsgeber bleibt es am Anleihemarkt recht ruhig", berichte Tim Oechsner, der für die Steubing AG Anleihen handele. Auch wegen des nahenden Jahresendes sei die Liquidität gesunken. "Die Bücher vieler Banken schließen langsam." Grundsätzlich sei die Stimmung aber weiter positiv.
Zehnjährige Bundesanleihen hätten am Freitagmorgen wieder mit 2,66 Prozent nach 2,57 Prozent vor einer Woche rentiert. Die Rendite von US-Staatsanleihen gleicher Laufzeit liege bei 4,49 Prozent nach 4,45 Prozent vergangenen Freitag. "Nach den deutlichen Kursgewinnen an den globalen Anleihemärkten seit Anfang des Monats geht dem Renditerückgang langsam die Puste aus", formuliere es Rentenmarktanalyst Hauke Siemßen von der Commerzbank.
Die Helaba verweise auf das EZB-Sitzungsprotokoll, dem zufolge man die Tür für eine mögliche Zinsanhebung nicht verschließen wolle, und Kommentare von Bundesbankpräsident Nagel, dass der "Job" nicht erledigt sei. "Das hat die Zinssenkungserwartungen etwas gedämpft und den Rentenmarkt belastet."
Das Aussetzen der Schuldenbremse in Deutschland führe zudem zu sinkenden Spreads, also Risikoaufschlägen, die die bonitätsschwächeren Euro-Länder gegenüber Bundesanleihen zahlen müssten. Dazu habe die Überprüfung des Italien-Ratings durch die Rating-Agentur Moody's für eine kleine Überraschung gesorgt: "Der negative Ausblick für das aktuelle Baa3-Rating wurde unerwartet auf einen stabilen Ausblick hochgestuft", berichte Siemßen. Der Renditeaufschlag zehnjähriger italienischer BTPs gegenüber Bundesanleihen sei danach kurzfristig auf 170 Basispunkte gefallen.
Ab dem kommenden Jahr wolle Deutschland keine neuen inflationsgebundenen Anleihen ("Linker") mehr begeben oder bestehende aufstocken, wie die Finanzagentur des Bundes am Mittwoch vergangener Woche erklärt habe. "Langfristig gesehen werden aus Sicht des Staates die wirtschaftlichen Vorteile inflationsindexierter Bundeswertpapiere durch die damit verbundenen Risiken konterkariert", habe Geschäftsführer Tammo Diemer den Rückzug gegenüber der "Börsen-Zeitung" begründet. Das gelte für die Planungssicherheit ebenso wie für das Risiko hoher Finanzierungskosten des Bundes in einzelnen Jahren. Deutschland habe erstmals im März 2006 solche Anleihen begeben. Die noch ausstehenden Papiere würden weiter handelbar sein.
Im Handel mit Unternehmensanleihen würden weiterhin bekannte Namen und überschaubare Laufzeiten punkten. Käufe sehe Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank für Anleihen von RWE mit Kupon von 3,625 Prozent und Fälligkeit 2029 (ISIN XS2584685031 / WKN A30V83) sowie Mercedes-Benz mit 3,7 Prozent bis 2031 (ISIN DE000A3LH6U5 / WKN A3LH6U). Oechsner melde gute Umsätze für Papiere von Mercedes-Benz (ISIN DE000A3LH6T7 / WKN A3LH6T), VW Leasing, VW (ISIN XS2374595044 / WKN A2LQ6R), Wienerberger, Fraport und Continental mit Fälligkeiten zwischen 2026 und 2031 und aktuellen Renditen von 3,6 bis 4,6 Prozent.
Angespannt bleibe die Lage in der Immobilienbranche. Unter Abgabedruck geraten sei Daniel zufolge die 2024 fällige Anleihe von FCR Immobilien mit 5,25 Prozent-Kupon. Die Zeichnungsfrist für eine neue Anleihe (ISIN DE000A352AX7 / WKN A352AX) des Immobilienunternehmens sei am Dienstag zu Ende gegangen. Der alte Bond habe in den neuen umgetauscht werden können, der bis 2028 laufe, 7,25 Prozent biete und ab dem 27. November gehandelt werde. "Es herrscht Zurückhaltung wegen der vielen schlechten Nachrichten vom Immobilienmarkt, daher kommt die alte Anleihe beim aktuellen Kurs nun auf eine Rendite von über 30 Prozent", bemerke Daniel. Die Aktie (ISIN DE000A1YC913 / WKN A1YC91) habe bereits deutlich verloren, seit November 2022 habe sich der Kurs fast halbiert.
Neues sei zum Beispiel von EnBW gekommen: Der Energiekonzern zahle 4,3 Prozent für eine Laufzeit bis Mai 2034 (ISIN XS2722717555 / WKN A3LREF), die Stückelung sei mit 1.000 Euro kleinanlegerfreundlich. Daniel zufolge finde die Emission aber kaum Beachtung, er melde nur "marginale Käufe".
Noch bis zum 28. November laufe die Zeichnungsfrist für die Anleihe (ISIN DE000A351YN0 / WKN A351YN) von BDT Media Automation, ein Green Bond mit Fälligkeit 2028 und 11,5 Prozent-Kupon. BDT sei eigenen Aussagen zufolge ein weltweit führender Entwickler und Hersteller für Datenspeichersysteme und Anbieter von Systemlösungen für Druck- & Automatisierungstechnik. Mehr dazu auf dem Datenblatt des Wertpapiers unter dem folgenden Link zu finden. (Ausgabe vom 24.11.2023) (27.11.2023/alc/a/a)
"Ohne die US-Märkte als Impulsgeber bleibt es am Anleihemarkt recht ruhig", berichte Tim Oechsner, der für die Steubing AG Anleihen handele. Auch wegen des nahenden Jahresendes sei die Liquidität gesunken. "Die Bücher vieler Banken schließen langsam." Grundsätzlich sei die Stimmung aber weiter positiv.
Zehnjährige Bundesanleihen hätten am Freitagmorgen wieder mit 2,66 Prozent nach 2,57 Prozent vor einer Woche rentiert. Die Rendite von US-Staatsanleihen gleicher Laufzeit liege bei 4,49 Prozent nach 4,45 Prozent vergangenen Freitag. "Nach den deutlichen Kursgewinnen an den globalen Anleihemärkten seit Anfang des Monats geht dem Renditerückgang langsam die Puste aus", formuliere es Rentenmarktanalyst Hauke Siemßen von der Commerzbank.
Die Helaba verweise auf das EZB-Sitzungsprotokoll, dem zufolge man die Tür für eine mögliche Zinsanhebung nicht verschließen wolle, und Kommentare von Bundesbankpräsident Nagel, dass der "Job" nicht erledigt sei. "Das hat die Zinssenkungserwartungen etwas gedämpft und den Rentenmarkt belastet."
Ab dem kommenden Jahr wolle Deutschland keine neuen inflationsgebundenen Anleihen ("Linker") mehr begeben oder bestehende aufstocken, wie die Finanzagentur des Bundes am Mittwoch vergangener Woche erklärt habe. "Langfristig gesehen werden aus Sicht des Staates die wirtschaftlichen Vorteile inflationsindexierter Bundeswertpapiere durch die damit verbundenen Risiken konterkariert", habe Geschäftsführer Tammo Diemer den Rückzug gegenüber der "Börsen-Zeitung" begründet. Das gelte für die Planungssicherheit ebenso wie für das Risiko hoher Finanzierungskosten des Bundes in einzelnen Jahren. Deutschland habe erstmals im März 2006 solche Anleihen begeben. Die noch ausstehenden Papiere würden weiter handelbar sein.
Im Handel mit Unternehmensanleihen würden weiterhin bekannte Namen und überschaubare Laufzeiten punkten. Käufe sehe Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank für Anleihen von RWE mit Kupon von 3,625 Prozent und Fälligkeit 2029 (ISIN XS2584685031 / WKN A30V83) sowie Mercedes-Benz mit 3,7 Prozent bis 2031 (ISIN DE000A3LH6U5 / WKN A3LH6U). Oechsner melde gute Umsätze für Papiere von Mercedes-Benz (ISIN DE000A3LH6T7 / WKN A3LH6T), VW Leasing, VW (ISIN XS2374595044 / WKN A2LQ6R), Wienerberger, Fraport und Continental mit Fälligkeiten zwischen 2026 und 2031 und aktuellen Renditen von 3,6 bis 4,6 Prozent.
Angespannt bleibe die Lage in der Immobilienbranche. Unter Abgabedruck geraten sei Daniel zufolge die 2024 fällige Anleihe von FCR Immobilien mit 5,25 Prozent-Kupon. Die Zeichnungsfrist für eine neue Anleihe (ISIN DE000A352AX7 / WKN A352AX) des Immobilienunternehmens sei am Dienstag zu Ende gegangen. Der alte Bond habe in den neuen umgetauscht werden können, der bis 2028 laufe, 7,25 Prozent biete und ab dem 27. November gehandelt werde. "Es herrscht Zurückhaltung wegen der vielen schlechten Nachrichten vom Immobilienmarkt, daher kommt die alte Anleihe beim aktuellen Kurs nun auf eine Rendite von über 30 Prozent", bemerke Daniel. Die Aktie (ISIN DE000A1YC913 / WKN A1YC91) habe bereits deutlich verloren, seit November 2022 habe sich der Kurs fast halbiert.
Neues sei zum Beispiel von EnBW gekommen: Der Energiekonzern zahle 4,3 Prozent für eine Laufzeit bis Mai 2034 (ISIN XS2722717555 / WKN A3LREF), die Stückelung sei mit 1.000 Euro kleinanlegerfreundlich. Daniel zufolge finde die Emission aber kaum Beachtung, er melde nur "marginale Käufe".
Noch bis zum 28. November laufe die Zeichnungsfrist für die Anleihe (ISIN DE000A351YN0 / WKN A351YN) von BDT Media Automation, ein Green Bond mit Fälligkeit 2028 und 11,5 Prozent-Kupon. BDT sei eigenen Aussagen zufolge ein weltweit führender Entwickler und Hersteller für Datenspeichersysteme und Anbieter von Systemlösungen für Druck- & Automatisierungstechnik. Mehr dazu auf dem Datenblatt des Wertpapiers unter dem folgenden Link zu finden. (Ausgabe vom 24.11.2023) (27.11.2023/alc/a/a)
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| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| XS2584685031 | A30V83 | 104,14 € | 101,00 € | |
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